| GORLEBEN RUNDSCHAU |
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Oktober2008
AUSGABE 6 |
Inhalt:
Ausgabe im
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- Demonstration 8. November -Neue Reaktoren? Längere Laufzeiten der Atomkraftwerke? Massiv wird die Werbetrommel pro Atom gerührt. Industrie, CDU/CSU, die großen Vier Kraftwerksbetreiber E.on, RWE, EnBW und Vattenfall lassen Atomstrom zu Ökostrom mutieren. Doch wir wissen: Atomkraft ist kein Klimaretter. Gerettet werden allein Extraprofi te. Atomstrom ist auch nicht billig, billig ist das Täuschungsmanöver aus Politik und Wirtschaft: Nicht einmal der faule Atomkompromiss mit langen Laufzeiten aus der Ära Rot-Grün soll Bestand haben. Viele Menschen sind empört. Zu Recht! Atomkraft birgt Gefahren. Störfälle reißen nicht ab. Die Kinderkrebsstudie ist alarmierend, im Umkreis von AKW´s gibt es eine auffällige Häufung von Leukämie. Und was ist mit dem Atommüll?.Atomkraft ohne ein absehbares Endlager das ist wahrlich eine politische Provokation! In Deutschland setzen Regierung und Betreiber in erster Linie auf die Tiefenlagerung in Salzgestein. Im Salzbergwerk Asse II (Wolfenbüttel), dem Pilotprojekt für Gorleben, haben die unkontrollierbaren Wasser-& Laugenzuflüsse während einer einzigen Generation nach Beginn der Einlagerung die Atommüllfässer erreicht und beginnen diese aufzulösen. Die Betreiber haben unter dem Druck der Öffentlichkeit zugegeben, dass mit Cäsium 137 radioaktiv belastete Flüssigkeit unter Tage nachgewiesen wurde. Dies wurde nachweislich wissentlich in Kauf genommen. Schon während der Einlagerung der 126.000 Fässer war klar, dass es zu Wassereinbrüchen kommen könnte. Pannen auch im Bergwerk Morsleben. Die alte DDR-Deponie, in den 90er Jahren als Atommüllkippe genutzt, drohte im Jahr 2000 einzustürzen und wurde eilig verfüllt. Der Atommüll ist drin. Und Gorleben? Sicherheitsbedenken in Gorleben führten zu dem Baustopp im Jahr 2000, dieses so genannte Moratorium läuft im Jahr 2010 aus. CDU/CSU und die Industrie markieren den Starken. Sie wollen Gorleben betreiben. Wir meinen: Asse II und Morsleben zweimal GAU, es reicht! Hände weg von Gorleben! Unsere Forderungen sind klar. Der Baustopp in Gorleben darf nicht aufgehoben werden! Das sogenannte Erkundungsbergwerk muss zurückgebaut werden. Gorleben gehört stillgelegt! Keine Atommülldeponie in Gorleben, kein Versuchslabor! Schicht im Schacht! Sofortige Stilllegung aller Atomanlagen! Gorleben brennt uns immer noch unter den Nägeln! Geologische Bedenken werden vom Tisch gewischt. Ein Zwischenlager als Dauerlösung: mit jedem Castortransport wird die ungelöste Entsorgung offenbar. Im November 2008 ist es wieder soweit: 11 Behälter mit hochradioaktiven Kokillen aus La Hague sollen im Zwischenlager (Kartoffelscheune) Gorleben abgestellt werden. Demonstrationsverbote und der massive Polizeieinsatz müssen der Atommüllfuhre den Weg ebnen. Renaissance der Atomkraft? Weiterbau in Gorleben? Die Herausforderung nehmen wir an. Wir schalten ab, privat, und wechseln den Stromanbieter. Wir drehen auf, öffentlich, und machen uns auf den Weg zur Demonstration am 8. November 2008 Wir lassen uns nicht verladen - und werden entschlossen, phantasievoll und erfi nderisch unseren Widerstand an der Castor-Transportstrecke sichtbar machen. Immer wieder und jetzt erst recht.Unser Widerstand lebt seit über 30 Jahren, wir sind noch lange nicht abgebrannt. Atommülltransporte laufen wie geschmiert - lasst uns Sand sein, der X e poliert! Castor-Infotelefon ab Mitte Oktober: 01805 252769 (12 ct./Min.) Merkt Merkel nix?Sicherheit darf nicht an Geld scheitern!Mit Empörung reagiert die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow Dannenberg (BI) auf eine Festlegung Angela Merkels auf Gorleben als Endlagerstandort aus finanziellen Gründen. Ohne jegliche wissenschaftliche Argumentation hatte die Bundeskanzlerin geäußert, sie habe keine Lust weitere Milliarden auszugeben. Gorleben darf nicht im Wortsinn eine billige Lösung für hochgefährlichen Atommüll werden, fasst ein BI-Sprecher den Unmut zusammen. Wer wohl wissend der gescheiterten Endlager Asse und Morsleben finanzielle Interessen, statt die Sicherheit der Bevölkerung als einzige Handlungsgrundlage sieht, handelt in höchstem Maße unverantwortlich. Auch angesichts der Milliardengewinne der AKW-Betreiber ist Merkels Äußerung ein billiger Witz, der uns alle teuer zu stehen kommen wird. Bereits seit den frühen achtziger Jahren warnen namhafte Geologen vor der Untauglichkeit des Gorlebener Salzstocks, weil die geologischen Begebenheiten einen Austritt radioaktiver Stoffe in die Biosphäre nicht verhindern können. Der umstrittene Standort muss aufgegeben werden! Weitere Castortransporte in die oberirdische Zwischenlagerhalle verschärfen nur unnötig den Druck auf ein untaugliches Endlager in Gorleben. Auch angesichts der katastrophalen Zustände der Endlager Asse und Morsleben ist eine weitere Atommüllproduktion unverantwortbar. Darum: Castortransporte stoppen, Atomanlagen sofort stilllegen! Francis Althoff Wegen 5 Euro in den Knast!Am 23. September wurde die Lüneburger Atomkraftgegnerin Cécile Lecomte von der Polizei festgenommen. Die Aktivistin wurde zur Jugendvollzugsanstalt nach Hildesheim gebracht, wo sie 1 Tag absitzen musste. Gegen sie war Haftbefehl zur Vollstreckung der Erzwingungshaft erlassen worden, nachdem sie sich geweigert hatte einen Bußgeldbetrag von sage und schreibe 5 Euro zu bezahlen. In einem offenen Brief an das Gericht hatte die junge Französin zuvor ihre Beweggründe erläutert. Das Bußgeld will die Aktivistin auch nach Entlassung aus der Haft nicht bezahlen.Gehorsam kann man nicht erzwingen, aus diesem Grund ist die Haft zwecklos - ich weiß wofür ich stehe, erläuterte sie in ihrem Brief. Cécile ist Kletterin. Das Eichhörnchen hatte sich im Oktober 2006 an einer Schienen-Demonstration mit etwa 150 weiteren Personen beteiligt, um gegen die Atompolitik und den bevorstehenden Castor-Transport ins Wendland zu protestieren. Die Aktivisten sagt selbst: Die Verhängung von einem Tag Erzwingungshaft wegen 5 Euro halte ich für verfassungswidrig. Wo ist die Verhältnismäßigkeit? Das ist ein klarer Verstoß gegen das Übermaßverbot. Daher habe ich eine Verfassungsbeschwerde an das Bundesverfassungsgericht formuliert. Der Aufwand, der hier betrieben wird, verdutzt mich. Dass es überhaupt zu einer Gerichtsverhandlung kam, hat damit zu tun, dass es um politischen Protest geht. Bagatellsachen dieser Art werden ansonsten eingestellt. Polit-Zuschlag also. Und der Staat bleibt hart dabei, egal was es ihn kostet (die Kosten für Erzwingungshaft samt Verhaftung übersteigen mit Sicherheit bei weitem die 5 Euro Bußgeld). Es geht schlicht um Repression, und NICHT um Gerechtigkeit oder um das Wohl der Allgemeinheit. Die Justiz ist hier ein Macht-Instrument was dazu dient, das herrschende System am Leben zu erhalten. Protest gegen eine menschenverachtende Technologie wie die Atomenergie in der Form von kreativen gewaltfreien Aktionen ist legitim und notwendig. Cécile Lecomte hält den Protest sogar für eine Pflicht. Sie verweist auf das Absaufen der Asse und die ungelöste Frage der Entsorgung von Atommüll, die tägliche Freisetzung von Radioaktivität durch Atomanlagen, und die ständige Gefahr eines atomaren Unfalls wie in Tschernobyl oder wie neulich im französischen Tricastin. Sie können mich verhaften lassen, meine Gedanken bleiben aber frei. Aus diesem Grund ist Erzwingungshaft zwecklos. Salutations anti-nucléaires Cécile Lecomte, das unbeugsame Eichhörnchen
Unsere neuen Räumlichkeiten laden ein zu einem Besuch,
To BI or not to BI? Sind wir nicht alle ein bischen BI?
Gorleben ist vermASSElt, die Endlagersuche gescheitertDie Asse bringt es an den Tag!Jahrelang wurden die Warnungen von Bürgerinitiativen und Wissenschaftlern ignoriert, bis kontaminierte Laugenzuflüsse in der Kaligrube Asse II bei Wolfenbüttel für Schlagzeilen sorgten. Diese wurden ohne jede Genehmigung in die Tiefe gepumpt. 1965 kauft die Gesellschaft für Strahlenforschung (GSF), die Vorläuferin des heutigen Betreibers, des Helmholtz-Zentrums, im Auftrag des Bundes das Kalibergwerk für 800.000 DM. Vom 4.4.1967 bis Ende 1978 wurden 124.494 Fässer mit schwachradioaktiven Abfällen gestapelt oder verstürzt. Aus der Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe kamen 1.293 Fässer mit mittelradioaktivem Abfall hinzu. Lecke und korrodierte Fässer wurden angeliefert, flüssige Abfälle eingelagert. Inzwischen wird auch zugegeben, dass zwischen 1973 und 1976 mindestens 94 Fässer mit kugelförmigen Brennelementen aus einem Versuchsreaktor im Kernforschungszentrum Jülich in die Asse II gebracht wurden. Auf ein atomrechtliches Genehmigungsverfahren wurde seitens der GSF bewusst verzichtet, eine Bergung der Fässer war nie vorgesehen. Von Anfang an wussten die Betreiber von der Gefahr eines Wasserzuflusses. Doch Gefälligkeitsgutachter deckelten das riskante Unternehmen. Seit 1988 werden 12 Kubikmeter Wasser aufgefangen und abgepumpt. Die Lauge umspült zumindest eine Einlagerungskammer. Die Asse II säuft ab, der radioaktive Müll liegt drin. Ob eine zumindest teilweise Evakuierung der Abfälle noch möglich ist, soll bis zum Jahresende entscheiden werden. 2,5 Mrd. Euro sind laut Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) für die Notsicherung veranschlagt. Die Zuständigkeit wechselte, die Probleme bleiben.
Das zweite havarierte Endlager Morsleben wird in der aktuellen Debatte selten erwähnt. Zu Unrecht. Nicht die Asse II, sondern Morsleben war das erste genehmigte Endlager in Deutschland, das zur Zeit eilig geschlossen und teilweise mit Beton verfüllt wird, um das Einstürzen zu verhindern. 1970 erwarben die Atomkraftbetreiber der DDR die Salzgrube. Schon ein Jahr später beginnt das Endlager für radioaktive Abfälle (ERAM) den Betrieb. Parallelität der Ereignisse in Ost und West: Da keine Sicherheitsnachweise vorlagen, erfolgte die Einlagerung des Atommülls bis 1981 unter dem Titel Einlagerungsversuchsphase. Wissenschaftler des Deutschen Brennstoffinstituts in Freiberg (Sachsen) merkten schon 1969 an: Die Grube ist trotz gegenwärtig geringer Zuflüsse einer großen hydrologischen Gefährdung ausgesetzt. Zu DDR-Zeiten wurden 14.430 Kubikmeter Abfälle eingelagert. Die Abfälle wurden versprüht, verstürzt und teilweise gestapelt. Zwischen 1994 und 1998 kamen 22.320 Kubikmeter Atommüll hinzu in erster Linie Westmüll. Angela Merkel, die sich heute als Kanzlerin für die Verlängerung von Laufzeiten der Atomkraftwerke und die Aufhebung des Gorleben-Moratoriums stark macht, stellte der Atommüllkippe noch 1997 als Bundesumweltministerin einen Blankoscheck aus: Die Standsicherheit des Endlagers und der betroffenen Versturzkammern, aber auch der Hohlräume darüber und darunter, ist für die nächsten Jahrzehnte gegeben. Das atomrechtliche Genehmigungsverfahren zur Schließung der Anlage hinkt den Sicherungsmaßnahmen hinterher. Die Kosten für die Schließung nach Schätzungen des BfS etwa 2,57 Mrd. Euro - tragen ebenfalls die Steuerzahler. Jahrelang galt die Asse als Pilotprojekt für Gorleben. Die Einlagerung von wärmeentwickelnden radioaktiven Abfällen wurde dort simuliert. Wärmequellen sollten Aufschluss geben, wie sich das Salzgestein verhält. Zum Glück konnte Anfang der 90er Jahre verhindert werden, dass hochradioaktiver Müll aus der Plutoniumfabrik und Waffenschmiede Hanford (USA) eingelagert wurde. Jeder Salzstock hat ein individuelles Design. Deshalb verbietet sich ein Kurzschluss die Asse säuft ab, also geht Gorleben nicht. Morsleben und die Asse II waren Gewinnungsbergwerke, dort wurde Kali abgebaut. Gorleben gilt als unverritzt. Doch die Parallelen zwischen der Asse und Gorleben liegen auf der Hand: Wasserkontakt, Gefälligkeitsgutachten, die Anwendung des Berg - statt des Atomrechts, was die Öffentlichkeit bei der Erkundung faktisch ausschließt. Die Befürworter Gorlebens sollten unbedingt in den Unterlagen des Innenausschusses des Deutschen Bundestages vom 20.Juni 1984 blättern. Der Bericht der Bunderegierung zur Entsorgung der Kernkraftwerke und anderer kerntechnischen Einrichtungen dokumentiert, dass von 9 angehörten Experten 5 sich für einen Abbruch der Erkundung in Gorleben aus geologischen Gründen aussprachen. Das Gorleben-Moratorium des Jahres 2000 war Ergebnis eines politischen Kompromisses, zustande gekommen ist das Moratorium aber nur, weil Geologen an der Eignung Gorlebens zweifeln. Auf 300 Seiten legte Prof. Dr. Klaus Duphorn bereits 1982 fundiert und akribisch dar, welche Risiken der Salzstock Gorleben als Folge der komplizierten geologischen Struktur und der Wasserkontakte für die Endlagerung hochradioaktiver Abfälle birgt. Auftraggeber war die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB), also die Vorgängerbehörde des BfS. Im Mai 1983 hatte der Amtsleiter Professor Helmut Röthemeyer in Hannover gegenüber Journalisten eine Zusammenfassung der bis dahin vorliegenden Untersuchungsergebnisse mit einer internen Gesamtbewertung verbunden, die zu der Empfehlung gelangte, das Erkundungsrisiko breiter zu streuen. Ziel der PTB war es, auch andere Salzstöcke zu erkunden. Für eine Behörde war das ein unerhört mutiger Schritt, konsequenter wäre gewesen, ganz auf die Einbahnstraße Gorleben zu verzichten. Erst zwei Jahre später erfuhr die Presse, dass die Bundesregierung der PTB per Weisung untersagt hatte, derartige Überlegungen anzustellen (FR 25.7.85 Maulkorb für kritische Äußerung über Gorleben). Übrigens: Unverritzt ist auch das Endlagerbergwerk Gorleben nicht mehr. Mit dem Ausbau der Schachtanlage wurden Wasserwegsamkeiten eröffnet. Spätestens während einer Betriebsphase wäre ein solches Argument ohnehin hinfällig.
Bundesumweltminister Sigmar Gabriel lädt vom 30. Oktober bis 1. November zu einem
Endlagersymposium Ende Oktober nach Berlin ein. Er plädiert für einen Standortvergleich
und räumt ein, dass es eine Öffentlichkeitsbeteiligung bei der Endlagersuche geben
müsste. Soweit könnte man ihm zustimmen. Vorab aber hat er Sicherheitskriterien
veröffentlicht, die auf Gorleben zugeschnitten wurden: Es ist nicht mehr die Rede von
einem Mehrbarrierensystem. Allein das Endlagergestein soll für eine Million Jahre
Sicherheit bieten. Welch Hybris! In allen Interviews wiederholt er, dass Gorleben als
Endlager zu Ende gebaut wird, wenn sich keine Alternativen aufdrängen. Es drängt sich
eher die Frage auf, warum allein in Deutschland die nukleare Community auf Salz als
Endlagergestein setzt. Es gibt gleich zwei Einbahnstraßen: Gorleben und Salz. Der Wind dreht sich. Argumente zählen. Der Bundeskanzlerin Angela Merkel entfuhr, um den Dominoeffekt einzugrenzen, nur noch die Klage, dass in Gorleben bereits 1,51 Mrd. Euro verbaut wurden. Geld statt Sicherheit. Das ist übrigens die einzige Summe, die von den Atomstromproduzenten aufgebracht werden musste. Ein Witz angesichts der 30 Mrd. Euro, die die Atomstromkonzerne steuerfrei an Rücklagen für die nukleare Entsorgung angehäuft haben. Allein aus den Zinsen ließen sich Alternativen zu Gorleben erkunden. Es ist eine gute Zeit, für Weichenstellungen. Das Asse Desaster lenkt den Blick auf das Gorleben- Desaster. Und das Atommülldesaster verbietet den Weiterbetrieb oder gar die Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerke Die Bürgerinitiativen rufen auf zu einer bundesweite Demonstration am 8. November 2008 um 13 Uhr in Gorleben. Wolfgang Ehmke
Arbeitskreis kämpft gegen ÜberwachungDemonstration am 11.10. 2008, Treffpunkt um 14:00 Uhr am Alexanderplatz in BerlinDer Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung (AK Vorrat) ist ein Zusammenschluss von
Internetnutzern, Datenschützern und Bürgerrechtlern, ein Bündnis von Einzelpersonen und
Organisationen, das den Kampf gegen die Vollprotokollierung der
Telekommunikationsverbindungsdaten koordiniert. Darüber hinaus wendet sich der, seit 2006
bestehende AK Vorrat, auch gegen viele andere Überwachungsgesetze.
Durch eine Fülle an Maßnahmen, wie der Online-Durchsuchung, der Fluggastdatenspeicherung, der Videoüberwachung, der KFZ-Kennzeichenerfassung oder der neuen Steuer-ID (Personenkennziffer), um nur einige zu nennen, erzeugt der Staat ein gesellschaftliches Klima des Misstrauens. Jeder wird von vornherein verdächtigt ein Verbrecher, beziehungsweise ein Terrorist zu sein. Seit langem ist diese Entwicklung zu beobachten. Das Volk ist aber der Souverän im Staat und nicht dessen Feind. Als Souverän dürfen wir uns nicht wie potentielle Kriminelle behandeln lassen. Jeder ist erstmal unverdächtig, außer es liegen konkrete Anschuldigungen vor. Der Rechtsstaat würde sonst umgekehrt. Unter einer Vorratsdatenspeicherung leiden wir alle. Sie greift unverhältnismäßig in die persönliche Privatsphäre ein. Sie beeinträchtigt berufliche Aktivitäten (etwa in den Bereichen Medizin, Recht, Kirche, Journalismus) ebenso wie politische oder unternehmerische Aktivitäten, die Vertraulichkeit voraussetzen. Dadurch schadet sie letztlich unserer freiheitlichen Gesellschaft insgesamt. Terroristen können damit kaum gefangen werden, da die neuen Überwachungsmaßnahmen leicht umgangen werden können. Es trifft also hauptsächlich die allgemeine Bevölkerung und schüchtert diese ein. Eine Demokratie lebt aber vom Mut der Menschen zur politischen Partizipation.
Viele namhafte Organisationen, wie beispielsweise ver.di und attac unterstützen das Bündnis. Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg hat sich dem Aufruf zur Demonstration Freiheit statt Angst Stoppt den Überwachungswahn! am 11.Oktober 2008, Treffpunkt 14:00 Alexanderplatz in Berlin, ebenfalls angeschlossen. Der Datenschutz muss in den politischen Programmen etabliert werden. Weiterführende Informationen und Kontakt unter: www.freiheitstattangst.de Armin Schmid Asse-SkandalDer Einfluss der Asse-Verantwortlichen auf Gorlebenentscheidungen muss systematisch geklärt werden.PRESSEMITTEILUNG - Brüssel, 4. September 2008. Rebecca Harms: "Die Minister Schavan, Gabriel und Sander sind gefordert." Die skandalöse Verantwortungslosigkeit der Betreiber und der Verantwortlichen für Asse beschädigen nach Meinung der stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der Grünen im Europäischen Parlament, Rebecca Harms, die Glaubwürdigkeit und die wissenschaftliche Reputation einer Reihe von namhaften Institutionen und Experten der Endlagerung in Deutschland. Die Europaabgeordnete Rebecca Harms hat sich heute deshalb mit einem Brief an die Minister Schavan, Gabriel und Sander gewandt. Im Lichte der gefährlichen Ignoranz, die unter den Verantwortlichen der Asse herrsche, müssten alle Arbeiten, mit denen Einfluss auf die deutsche Endlagerstrategie genommen worden seien, neu bewertet werden. Harms hält es für unbedingt erforderlich, dass geklärt wird, welche der Bewertungen und Expertisen, die für die Auswahl, Erkundung und Bewertung des Salzstockes Gorleben relevant waren, von den Instituten oder Personen gemacht wurden, die auch für Asse Verantwortung tragen. Harms sieht folgende Institutionen im Fokus: Die Bundesanstalt für Bodenforschung, heute Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), habe Asse als möglicherweise geeignetes Endlager empfohlen. Die BGR spiele eine herausragende Rolle für die Endlagerstrategie in Deutschland und damit für Gorleben. Das ehemalige Institut für Tieflagerung der gsf (Gesellschaft für Umwelt- und Strahlenforschung, heute Helmholtzzentrum München) war für Betrieb und Forschung in der Asse verantwortlich. Gegründet wurde es 1965, aufgelöst 1995. Der Betriebsteil blieb bei der gsf, der Forschungsteil in Braunschweig wurde in die Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit mbh (GRS) eingegliedert. Die GRS übernahm damals 69 Mitarbeiter, darunter 50 Wissenschaftler, die z.T. heute noch an verantwortlicher Stelle für die GRS arbeiten. Im Institut für Tieflagerung der gsf war Herr Prof. Kühn von 1973 bis 1995 Direktor. Danach wurde er wissenschaftlicher Leiter der Asse. Am Institut für Bergbau an der TU Clausthal wurde ebenfalls zur Asse und zu Gorleben gearbeitet. Herr Prof. Kühn war dort seit 1987 Honorarprofessor und später ordentlicher Professor. Herr Prof. Kühn gilt in der Atomindustrie und bei Teilen der verantwortlichen Behörden als einer der wichtigsten Endlagerexperten. Harms: "Es muss systematisch geklärt werden, ob die Entscheidungen zur Endlagerstrategie und zu Gorleben, an denen die genannten Institutionen mitgewirkt haben, heute noch als belastbar angesehen werden können. Ich selber bin über die bewusste und organisierte Verantwortungslosigkeit von wissenschaftlichen Institutionen und Personen, die eine große Rolle in allen Endlagerauseinandersetzungen in Deutschland gespielt haben, erschüttert." In einer Anfrage an die Europäische Kommission versucht die Abgeordnete bereits zu
klären, welche Gutachten im Atombereich die EU-Kommission bei der Helmholtz-Gesellschaft
in München in Auftrag gegeben hat. Klar sei, dass die Helmholtzgesellschaft in den
letzten Jahren im Auftrag der Kommission auch zur Situation im sibirischen Majak und zu
den Tschernobyl-Folgen Gutachten erstellt habe. Rebecca Harms Neue Probebohrungen geplantBerlin- Wilmersdorf bewirbt sich als Endlagerstandort - Gesellschaft zur Förderung von Akzeptanzproblemen zeigt sich zuversichtlichAm letzten Oktoberwochenende veranstaltet die Münchenhausen- Gesellschaft zur Förderung von Akzeptanzproblemen erneut eine groß angelegte Probebohrung, diesmal hat der Salzstock Berlin- Wilmersdorf das Rennen um die alternative Standortsuche gewonnen. Zeitlich begleitet wird die rein wissenschaftlich angelegte Aktion vom Endlagersymposion des Bundesumweltministerium im Logenhaus. Während die Umweltabteilung der Bundesregierung auf den theoretischen Teil setzt, wird die Münchhausen- Gesellschaft zur Förderung von Akzeptanzproblemen einmal mehr praktisch Hand anlegen, und mithilfe eines Bohrturmes den Berliner Teil des Zwillingssalzstockes Sperenberg- Wilmersdorf auf seine Tauglichkeit für ein atomares Endlager untersuchen. Das 10- jährige Moratorium (die Denkpause/ Wie schon die Probebohrungen in Hamburg Altona im August diesen Jahres belegen, steht der prompten Einlagerung von Atommüllfässern noch während der Erkundungsphase nichts im Wege. Hierzu werden noch Spediteure mit Sackkarren gesucht, die fleißig- an dem Tag sogar kostenlos- Atommüllfässer anliefern. Hierzu sind die Berliner Öffentlichen Verkehrsmittel bestens geeignet.Wir bitten jedoch die Kennzeichnungspflicht zu beachten,Atommüllfässer müssen gelb sein und mit deutlich sichtbaren Radioaktivitätszeichen versehen. Zusätzlich ist ein Strahlenschutzanzug aus weißem Papier zu tragen. Auch Baufachkräfte zur Aufstellung des Bohrturmes, jedoch mit Helmen ausgestattet,werden noch für diesen Tag gesucht, der uns der sicheren Endlagerung von Atommüll hoffentlich einen Schritt näher bringt, frohlockt die Münchhausen- Gesellschaft zur Förderung von Akzeptanzproblemen. AnwohnerInnen der Asse, von Schacht Konrad, Morsleben und Gorleben und diverse weitere Menschen, die sich darin kompetent fühlen, Erfahrung über Akzeptanzprobleme beizusteuern, haben bereits ihre Teilnahme zugesagt. Bewerbungen als Atommüllspedition und Baufachkraft bitte an das BI- Büro: 05841- 4684 Kerstin Rudek
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Bearbeitet am:03.10.2008/ad