| GORLEBEN RUNDSCHAU |
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Juli2007
AUSGABE 7 |
Inhalt:
Ausgabe im
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Vattenfall im nuklearen BrennpunktGehen AKW-Laufzeitverlängerungsträume in Rauch auf?Bei Vattenfall brennt es nun an allen Ecken und Enden. Die Staatsanwaltschaft verschaffte sich mit einer Razzia Eintritt in Leitstand und Büroräume, weil Einsicht in die Dienstpläne verweigert und der Name des Reaktorfahrers verschwiegen wurde. Dieser hatte sich mit Gasmaske vor dem Rauchgas schützen müssen, dass die Lüftungsanlage beim Transformatorenbrand am AKW Krümmel von außen ansaugte. Der schlewig-holsteinische Landtag droht Vattenfall mit dem Entzug der Betriebsgenehmigung. Der BUND stellte Strafanzeige gegen Vattenfall, es bestehe der Verdacht, dass das AKW Krümmel nicht ordnungsgemäß betrieben werde. Es ist nicht akzeptabel, dass die mangelhaft Sicherheitskultur des Konzerns eine Gefahr für Millionen Menschen heraufbeschwört. Michael Sailer, Mitglied der Reaktorsicherheitskommission, entnimmt aus dem Vattenfall-Bericht zum Atomkraftwerk Krümmel, dass die Reaktormannschaft nach dem Transformatoren-Brand am 28. Juni einen sehr kritischen Störfall befürchtete: Offenbar waren sich die Reaktor-Verantwortlichen unsicher, wie die Situation einzuschätzen war. Eine erste Alarmstufe sei nach Ausfall des Trafos ausgelöst worden, wodurch weitere Mitarbeiter auf die Leitwarte gerufen wurden. Statt der normalerweise hier diensttuenden 5 Personen hätten sich dort zeitweilig 37 Mitarbeiter befunden. Man hat offenbar alle Mitarbeiter herangezogen, die zur Behebung des Störfalls hätten beitragen können. Die beiden derzeit wegen Störfällen stillgelegten AKW Brunsbüttel und Krümmel gehören zu den ältesten Meilern in Deutschland. Brunsbüttel ist seit 1976 am Netz und damit nach Biblis A (1974) und Neckarwestheim 1 (1976) der drittälteste noch in Betrieb befindliche Atommeiler.
Krümmel ist seit 1983 am Netz. Nach der Vereinbarung im Atomkonsens kann Brunsbüttel regulär 2009 abgeschaltet werden, vorausgesetzt es wird zunächst einmal bald wieder angefahren... das ist nämlich das nächste Ungeheuerliche an der momentanen Situation. Denn die verbleibenden Laufzeiten für die bestehenden AKW bemessen sich nicht nach Jahren, sondern nach Reststrommengen. Daraus ergeben sich durchschnittliche Laufzeiten von 32 Jahren. Von den jetzt noch produzierenden 17 Atomkraftwerken in fünf Bundesländern dürfte das letzte (Neckarwestheim 2) nach dieser Berechnungsgrundlage etwa 2021 vom Netz gehen. In diesem und im vergangenen Jahr gab es mehrere Anträge von Energieversorgern, die
Laufzeiten der drei ältesten Reaktoren, Biblis A, Neckarwestheim 1 und Brunsbüttel durch
Übertragung von Reststrommengen anderer Kraftwerke zu verlängern. Vattenfall will
Laufzeiten des Pannenmeilers Brunsbüttel auf den Pannenmeiler Krümmel übertragen. Die
angedachte Übertragung aus Brunsbüttel soll aus dem Kontingent erfolgen, das dem
stillgelegten Atomkraftwerk Mülheim-Kärlich durch das Atomgesetz zugewiesen wurde. Nach
dem Gesetz und nach dem Atomkonsens dürfen Strommengen von Mülheim-Kärlich nur auf
bestimmte, im Gesetz aufgeführte Anlagen übertragen werden. Das Atomkraftwerk
Brunsbüttel gehört nicht dazu. Vattenfall hat nun eingestehen müssen, dass, entgegen vorherigen Behauptungen, die Notstromelektrik in Brunsbüttel in ähnliche Probleme hätte laufen können wie im schwedischen Vattenfall-Reaktor Forsmark, der nur knapp einer Katastrophe entging. Die Sicherheitsanalyse, die eigentlich 2003 hätte beendet sein müssen, dauert nun schon mehr als sechs Jahre. Vattenfall hielt lange über juristische Schritte die Mängelliste geheim. Nach der nun vorliegenden Expertenanalyse sind praktisch alle Kernbereiche der Rektorsicherheit betroffen. Allein bis 21.Juni 2006 sind rund 650 offene Punkte gelistet, von denen 165 einem eindeutigen Sicherheitsnachweisdefizit entsprechen. Sicherheitsnachweisdefizit in 165 Fällen, u.a. mit schweren Sicherheitsmängeln Diese wurden offensichtlich ausgesessen, statt sie wie für die Betriebsgenehmigung von
Atommeilern vorgeschrieben, kurzfristig zu beseitigen. Die Deutsche Umwelthilfe fasst
zusammen, man habe nun die Beweise, dass Brunsbüttel seit Jahren mit schweren
Sicherheitsmängeln am Netz sei. Francis Althoff Genehmigungsverfahren für Atomanlagen neu überprüfen!Im Zusammenhang mit der Entlassung des ehemaligen Vattenfall-Geschäftsführers Bruno Thomauske fordern Bürgerinitiativen aus Sicherheitsgründen sämtliche Genehmigungen von Atomanlagen öffentlich nachvollziehbar neu zu überprüfen. Die Bürgerinitiative Kein Atommüll in Ahaus und die Bürgerinitiative Umweltschutz
Lüchow Dannenberg untermauern ihre Forderung mit personeller Verfilzung zwischen
Atomaufsicht und AKW-Betreibern.
Als ehemaliger Verfahrensführer für die Endlager-Planfeststellungsverfahren Schacht Konrad und Gorleben, bergrechtlich verantwortliche Person für das Erkundungsbergwerk Gorleben sowie atom- und bergrechtlich verantwortliche Person für das einsturbedrohte Endlager Morsleben, wurde Thomauske von einem Atomkonzern eingekauft erklärt Felix Ruwe für die Ahauser BI. Alle unter Thomauskes erteilten Genehmigungen, die offensichtlich jahrelang von Konzerninteressen geleitet wurden, gehören deshalb schleunigst neutral und öffentlich nachvollziehbar überprüft, fordert Francis Althoff, Sprecher der BI Umweltschutz Lüchow Dannenberg. Die Dankbarkeit von Vattenfall gegenüber Thomauske reichte gerade einmal vier Jahre, obwohl dieser alles im Sinne der Atomkonzerne genehmigte. Die Menschen in Ahaus, Gorleben und vielen anderen Atomstandorten leben schon viel länger in der Sorge, dass seine Aufsichts- und Genehmigungspraxis extrem einseitig und gefährlich war, fassen die BI-Sprecher zusammen. Felix Ruwe, Francis Althoff Sicherheitsunterlagen LKW-weise weggeschafftBI: Atomstandort Gorleben ist nicht mehr durchsetzbarDie Hiobsbotschaften rund um Atomanlagen reißen nicht ab: Der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow Dannenberg (BI) wurden Informationen zugespielt, dass sicherheitsrelevante Messergebnisse zum Ausbau des in Gorleben geplanten Atommüll-Endlagers gleich LKW-weise weggeschafft und vernichtet, und zum Teil gar nicht erstellt wurden. Laut der Quelle aus der Atomindustrie-Kreisen wurden zahlreiche Original-Messdaten und Unterlagen zum Gorlebener Untergrund vernichtet, es scheinen nur noch nicht mehr belegbare Abschlussberichte zur Verfügung zu stehen, fasst BI-Sprecher Francis Althoff die prekäre Situation zusammen. Nach diesem neuerlichen Skandal sei Gorleben entgültig erledigt. Dadurch wird es Betreibern unmöglich sein auch nur den Hauch eines begründeten Sicherheitsnachweises für die Endlagerplanung in Gorleben zu erbringen. Hintergrund: Zuständig für seismologische Messungen des Gorlebener Salzstocks war lange Jahre der ehemals bundeseigene Betrieb Prakla-Seismos aus Hannover. Für den Vorläufer des Bundesamt für Strahlenschutz (BFS), die Physikalisch Technische Bundesanstalt, unternahm Prakla-Seismos jahrelang hochfrequente elektromagnetische Bohrlochmessverfahren. Später wurden die Messungen für das BFS durchgeführt. Nachdem der Betrieb verkauft und abgewickelt wurde, sind laut Informationen LKW-weise die Unterlagen der Messergebnisse weggeschafft und vernichtet worden. Trotz Nachfrage wollte das BFS als Auftraggeber der Untersuchungen das wichtige Material scheinbar nicht übernehmen. Für ein Genehmigungsverfahren zu Gorleben sind diese seismischen Daten äußerst relevant für den Sicherheitsnachweis. Die wohl jetzt nur noch existierenden Zusammenfassungen sind unbrauchbar, weil nicht mehr zu überprüfen. Die Schlampereien im Atombereich nehmen offensichtlich kein Ende und machen auch vor einer Behörde die uns laut Titel vor Strahlung schützen soll nicht halt, so der BI-Sprecher. In einem Brief an das BFS und das Bundesumweltministerium fragt die BI nun um Einsicht in den Bestand der Unterlagen. Seit Jahrzehnten warnen Geologen vor der Inbetriebnahme Gorlebens. In diesem Zusammenhang fragen wir uns, warum Massen an Messunterlagen vernichtet wurden. Gorleben muss sofort aufgegeben und kein weiteres Geld in dieses Chaos investiert werden. Francis Althoff Gabriel muss Atomanlagen sofort stilllegenAuf einem Treffen zahlreicher Anti-Atomkraft-Initiativen aus Nordrhein-Westfalen sowie der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (Gorleben), der Arbeitsgemeinschaft Schacht Konrad und des Bundesverbandes Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) forderten die Atomkraftgegner in Münster von Bundesumweltminister Gabriel die sofortige Stilllegung aller Atomanlagen.
Der Bundesumweltminister muss nach den schweren Vorfällen in Krümmel und Brunsbüttel sofort handeln. Seine bisherigen Vorschläge reichen nicht aus. Es dürfen zum Beispiel nicht die verbleibenden Restlaufzeiten älterer AKWs auf neuere übertragen werden. Die Atomkraftwerksbetreiber dürfen für die längst fällige sofortige Stilllegung ihrer alten Schrottmeiler nicht auch noch belohnt werden. Wer sein Auto zu Schrott fährt, darf die restliche TÜV-Zeit auch nicht auf sein Zweitauto übertragen, so Willi Hesters vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.
Vattenfall ist kein Einzeltäter Die Anti-Atomkraft-Initiativen erinnern daran, dass nicht allein Vattenfall ein unzuverlässiger AKW-Betreiber ist. E.ON zum Beispiel gehören ebenfalls starke Anteile am AKW Krümmel (50%) sowie Brunsbüttel (33,3%). RWE betreibt u. a. die beiden AKWs im hessischen Biblis, die seit Monaten wegen schwerer Sicherheitsdefizite vom Netz sind. EnBW schließlich betreibt u. a. die beiden sehr störanfälligen AKWs in Phillipsburg und Neckarwestheim. Es geht also um die ganze Atomindustrie, die sich in der Vergangenheit immer wieder durch Vertuschungen, Verharmlosungen und glatte Lügen als Sicherheitsrisiko erwiesen hat.
Atommüll verhindern, bevor er entsteht: Internationale Urankonferenz
Außerdem unterstützen die Anti-Atom-Initiativen die Demonstrationen in Gorleben am 1. September sowie in Salzgitter am Schacht Konrad am 13. Oktober gegen die jeweiligen Endlagerprojekte und rufen zur Teilnahme auf. Diese Erklärung wird unterstützt von: Gemeinsame Erklärung der Atommüll-Endlager-StandorteAtommüllendlagerung Sicher ist nur das Risiko!Unser vielfältiger und bunter Protest gegen Castortransporte richtete sich in der Konsequenz immer gegen Gorleben als Atommüll-Endlagerstandort. Dieses Jahr wird kein hochradioaktiver Transport rollen. Wir lehnen uns aber nicht zurück, sondern nutzen die castorfreie Zeit, um unüberhörbar auf die Entsorgungsmisere aufmerksam zu machen. Denn obwohl nirgendwo eine auch nur annähernd sichere Entsorgung in Sicht ist, laufen die Atomanlagen weiter. Die Bundesregierung schützt das reine Profitinteresse der Atom-industrie an ihren atomaren Gelddruckmaschinen regelmäßig mit zig Tausenden Polizisten. Die atomaren Gefahren für uns und die nachfolgenden Generationen werden dabei genauso billigend in Kauf genommen, wie die faktische Außerkraftsetzung der Grundrechte. Seit über 30 Jahren setzen wir uns fantasievoll, kreativ und kontinuierlich gegen ein Endlager im Gorlebener Salzstock zur Wehr. Seit Anfang der 80er Jahre ist bekannt, dass der Salzstock auf einer Fläche von über 6 kmÇ kein schützendes Deckgebirge hat. Über Wasserwege würden die radioaktiven Isotope unausweichlich an die Oberfläche gelangen und Mensch und Umwelt tödlich verseuchen. Gorleben wäre ein Atomklo mit Spülung nach oben. Der bisherige Baustopp (Moratorium) droht nun aufgegeben zu werden und es besteht die Gefahr, dass ein unterirdisches Versuchslabor eingerichtet wird. Damit würde Gorleben nicht nur mehr durch jeden Castortransport als Endlager zementiert. Wir fordern die sofortige Aufgabe des untauglichen Standorts und die Schließung aller Atomanlagen! Katastrophen-Endlager Wie katastrophal die Lage um die sogenannte Entsorgung ist, zeigt ein Blick auf die bereits bestehenden Endlager: Die Betreiber des mit 126.000 strahlenden Fässern gefüllten Salzbergwerks Asse II bei Wolfenbüttel gestehen öffentlich die Gefahr des weiteren Absaufens und damit die mögliche Verseuchung des Grundwassers einer Großregion ein. Der mit fast 40.000 m? Atommüll gefüllte Salzstock in Morsleben bei Helmstedt droht weiter einzustürzen und vollzulaufen. Trotzdem wird der Bevölkerung vorgegaukelt, das Atommüllproblem sei lösbar. Gorleben und Schacht Konrad - Atommüllmilliarden einkassieren...Für Atomanlagen-Abriss- und Entsorgungskosten müssen die Betreiber aufkommen. Über einen Aufschlag auf ihre Stromrechnungen, den die Stromkunden bezahlen müssen, bilden sie dafür steuerfreie Rückstellungen. Zur Zeit sind rund 35 Milliarden Euro angehäuft. Diese Rückstellungen werden aber nicht cash für zukünftige Entsorgungskosten bereitgehalten, sondern das Atommüllgeld wird in Machterweiterung auf dem Markt investiert. Aufkäufe in der Wasser-, Gas-, Müllverbrennungs- oder Verpackungswirtschaft werden damit finanziert. Eine gigantische Wettbewerbsverzerrung zum Nachteil der regenerativen Energieerzeugung. Auch die Atomstromer sind vor Pleiten nicht sicher. Das Geld für Entsorgungskosten wäre dann futsch und die Bevölkerung müsste nochmals, dann über Steuern, doppelt für das atomare Abenteuer blechen. Wir fordern die sofortige Überführung der Rückstellungsmilliarden in einen öffentlich rechtlichen Fonds. Das politische Gerede um eventuelle alternative Endlagerstandorterkundungen ist erst ernst zu nehmen, wenn die Finanzierung geklärt ist. Atom(bomben)anlagen stoppen 1.September Antikriegstag Atomwaffen abschaffen,
ErstunterzeichnerInnen: Atommüll verhindern, bevor er entsteht!Internationale Urankonferenz am 22. September in DortmundZahlreiche Anti-Atom-Initiativen aus dem gesamten Bundesgebiet laden für Samstag, den 22. September zu einer internationalen Urankonferenz nach Dortmund ein. Unter dem Motto Atommüll verhindern, bevor er entsteht sollen die vielfältigen Widerstandsansätze auf lokaler, regionaler, bundesweiter und internationaler Ebene weiterentwickelt werden, um die Urananreicherungsanlagen der Urenco stillzulegen und die internationalen Urantransporte zu stoppen. So soll die Vernetzung und inhaltliche Schlagkraft des Uranwiderstands vorangetrieben werden. Auf einem Vorbereitungstreffen Mitte Juli in Münster einigten sich Anti-Atom-Initiativen aus dem Münsterland, dem Ruhrgebiet, dem Wendland und von Schacht Konrad auf das inhaltliche Gerüst für die eintägige Konferenz: In einem ersten Block soll es zwei Einleitungsreferate zu den Gefahren der Urananreicherung und der Urantransporte geben. Zugesagt hat bereits der Uranexperte Peter Diehl. Danach sollen Delegierte aus Russland, den Niederlanden, Frankreich und dem Münsterland über die aktuelle Situation und den Widerstand vor Ort berichten. Am Nachmittag werden dann in Arbeitsgruppen folgende Themen vertieft: internationale Vernetzung, Widerstandsaktivitäten, militärische Dimension der Urananreicherung, abgereichertes Uran: Wertstoff oder Atommüll?, Widerstand in den Kommunen. Abreise soll gegen Abend sein. Wir hoffen, dass sich möglichst viele Menschen bei den angesprochenen Themen wiederfinden und dass sich der Uranwiderstand auf möglichst vielen Ebenen weiterentwickelt.
In den letzten 12 Monaten hat es dazu einige vielversprechende Ansätze gegeben: Erstens kooperieren deutsche, niederländische und russische Initiativen inzwischen sehr eng bei den Uranmülltransporten von Gronau nach Russland. Zweitens ist es gelungen, die Liefertransporte von Natururan aus Pierrelatte nach Gronau zum öffentlichen Thema zu machen. Im Winter wurden erste Transporte entdeckt, im Mai kam es an der dt.-franz. Grenze zu einer grenzüberschreitenden Aktion gegen die Urantransporte. Drittens wurden in Deutschland und den Niederlanden Strafanzeigen von russischer Seite gegen die Urenco wegen illegalen Atommüllexport nach Russland eingereicht. Diese juristischen Schritte unterstützen wir. Viertens gelang es erstmals in einigen Kommunen Unterstützung gegen Urantransporte von offizieller Seite zu bekommen. Fünftens konnte die Verantwortung der deutschen Urenco-Aktionäre EON und RWE öffentlich deutlich gemacht werden. Doch der Kampf ist noch lang, denn die Urenco baut ihre Urananreicherungsanlagen in Gronau und Almelo drastisch aus. In den USA wird in New Mexico eine neue UAA gebaut. Diese Entwicklung wollen wir stoppen. Dazu müssen wir aber noch viel stärker werden. Die Urankonferenz am 22. September soll ein weiterer Schritt sein, um den Kampf gegen die Urananreicherung und die Urantransporte zu intensivieren. Der Kampf lohnt sich auch Urenco ist verletzbar! Bisher laden folgende Gruppen zu der Konferenz ein: AKU Gronau, Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen, BI Lüchow-Dannenberg, AG Schacht Konrad e.V., Nirgendwo, SOFA Münster, BI Umweltschutz Hamm, MEGA Waltrop, Anti-Atom-Gruppe Bonn, Gegenstrom Köln, BI Dortmund-Lünen sowie Initiativen aus Trier und dem Südwesten. Es werden dringend Spenden gebraucht für die Durchführung der Konferenz: Aktionsbündnis Münsterland, Stichwort Urankonferenz, Konto 357 730 701, BLZ 401 646 18, Volksbank Wettringen Weitere Infos: www.aku-gronau.de
Uranmüllexport nach Russland stoppen nächster Uranzug schon im August?Bis zum 5. August ist die Bahnstrecke Gronau-Münster wegen Bauarbeiten geschlossen. Damit ist in den NRW-Sommerferien kein Uranmüllexport von Gronau nach Russland möglich. Doch nach Informationen der regionalen Anti-Atom-Inis besitzt die UAA-Betreiberin Urenco noch die Genehmigung für zwei weitere Uranmüllzüge bis Oktober.
Die Inis rechnen deshalb damit, dass noch im August der nächste Uranmüllzug Gronau verlassen wird. Die Transportstrecke verläuft von dort über die eingleisige Strecke Gronau-Burgsteinfurt-Münster, dann über Rheine und Bad Bentheim nach Hengelo/NL, Almelo, Amersfoort und Utrecht zum Hafen von Rotterdam. Von dort geht es per Schiff rund um Dänemark und quer durch die Ostsee nach St. Petersburg und dann weiter per Bahn an Moskau vorbei nach Novouralsk bei Ekaterinburg am Ural. Der letzte Urantransport im Mai konnte von Gronau bis St. Petersburg lückenlos verfolgt werden.
Frisch gestärkt durch die Sommerpause rufen die regionalen Anti-Atom-Initiativen zusammen mit der BI Lüchow-Dannenberg sowie niederländischen und russischen Initiativen zu Protest und Widerstand gegen den nächsten Uranmüllzug auf.
Unser Ziel ist es, den Export des Uranmülls gänzlich zu stoppen. Momentan stehen die Chancen dafür nicht schlecht, weil die russische Atomenergiebehörde Rosatom nach den vielfältigen Protesten in Russland vor wenigen Wochen ein Auslaufen der Verträge für 2009/10 ankündigte. Selbst in Finnland berichtete im Mai schon das Fernsehen.
Doch verlassen können wir uns darauf nicht und 2010 ist noch lange hin. Allein bis dahin will Urenco weitere 20 000 t Uranmüll nach Russland verschieben. Deshalb ist der Widerstand vor Ort vor und während der Abfahrt des Zuges besonders wichtig, um die billige Entsorgungsroute für den Urenco-Dreck zu stoppen. Auf ins Münsterland!
Urananreicherungsanlagen stilllegen Urantransporte stoppen! Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen, SOFA Münster UAA Almelo soll massiv ausgebaut werdenSchon seit einigen Jahren will die internationale Urananreicherungsfirma Urenco die niederländische Urananreicherungsanlage in Almelo massiv auf 4500 t Urantrennarbeit pro Jahr ausbauen. Damit könnten 35 große Atomkraftwerke weltweit mit Uranbrennstoff versorgt werden. Auch die Partneranlage im 35 km entfernten Gronau soll auf 4500 t ausgebaut werden. Damit will die Urenco ihren weltweiten Marktanteil auf 30% steigern. Nun liegen in Almelo die Antragsunterlagen aus und es können bis zum 8. August Einwendungen beim niederländischen Umweltministerium erhoben werden. Niederländische und deutsche Anti-Atom-Inis haben deshalb eine grenzüberschreitende Einspruchskampagne gestartet. Es geht darum, auch weiterhin international Widerstand gegen die Atomfirma Urenco zu leisten. Denn erst die Urananreicherung ermöglicht den Betrieb der AKWs. Ohne UAAs keine Pannen wie in Krümmel oder Brunsbüttel - denn AKWs könnten schlicht nicht laufen. Nicht zu vergessen natürlich auch die militärische Komponente der Urananreicherung, die uns ja fast täglich am Beispiel Iran eingehend in den Medien erläutert wird. Die Urenco will in Almelo übrigens nicht nur ihre Kapazität drastisch ausbauen, sondern bei der Gelegenheit auch einen Gleisanschluss basteln. Was dann passiert, ist am Beispiel Gronau deutlich zu erkennen: Das internationale Verschieben von Natururan aus Südfrankreich und Großbritannien Richtung Almelo und der Abtransport des Atommülls nach Russland wird drastisch zunehmen. Dort würde sich also noch mehr Uranmüll am Ural und in Sibirien ansammeln. Das ist uns nicht in Gronau egal, und es sollte uns auch nicht im benachbarten Almelo egal sein. Deshalb rufen die Anti-Atom-Initiativen im Münsterland zu einer Einspruchskampagne gegen die UAA-Erweiterung in Almelo auf. Ein Sammeleinspruch auf Deutsch kann unter www.urantransport.de runtergeladen werden. Auch wenn klar ist, dass Einwendungen alleine keine Atomanlage aufhalten, sehen wir diese Aktion doch als Zeichen der Solidarität mit unseren niederländischen FreundInnen sowie als einen Schritt öffentlich unseren Widerstand zu dokumentieren. Und wer mehr will, für den gibt es bald schon Gelegenheit: Am 5. August wird die Bahnstrecke Gronau-Münster nach den Sommerbauarbeiten wieder eröffnet. Wie aus gut informierten Kreisen verlautete, ist schon kurz danach mit dem nächsten Uranmülltransport nach Russland zu rechnen. Die Urenco hat bis Oktober noch die Lizenz für zwei solcher Urantransporte. Es ist also für reichlich Unterhaltung im Münsterland gesorgt, damit es nicht alleine bei Unterschriften bleiben muss. Und da es vielleicht noch nicht alle mitbekommen haben: Seit März fährt nicht mehr die Ahaus-Alstätter-Eisenbahn von und nach Gronau/Ahaus, sondern die Bentheimer Eisenbahn. Die Privatbahn betreibt in Nordhorn auch einen Umschlagsplatz für den Wechsel von Straße auf Schiene, kann für die UAA Gronau also sogar LKW-Transporte ermöglichen. UAAs und sämtliche Atomanlagen sofort stilllegen! SOFA Münster
Der
zehnte Castor-Transport nach Gorleben
Zum zehnten Castortransport nach Gorleben im November 2006 ist nun über die BI Umweltschutz Lüchow Dannenberg ein Film erhältlich. Sein Tenor: Nach insgesamt 30 Jahren Widerstand sind die Menschen im Wendland noch längst nicht müde, sich gegen den atomaren Wahn aufzulehnen. In zahlreichen Interviews,Aktionsbildern und Momentaufnahmen hinterlässt der 43minütige Film einen vielfältigen Eindruck des unbeugsamen Widerstands gegen die Atomanlagen in Gorleben. Der Film handelt von den Menschen, die sich auf Schiene oder Strasse setzen und beleuchtet, woher sie den Mut und die Motivation dafür nehmen.Aber auch ihre Ängste und ihre Ohnmacht, immer wieder Widerstand zu leisten angesichts einer Armada von 16.000 Polizisten und der alljährlichen Militarisierung einer ganzen Region werden thematisiert. Produziert wurde die DVD vom Medienkollektiv Cine Rebelde der Umwelt- und Projektwerkstatt Freiburg. Francis Althoff |
Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers wieder.
Für Neuerungen und produktive Anregungen sind wir immer ansprechbar. Es ist erwünscht, eigene Texte zum Thema Atomkraft, Gorleben und erneuerbare Energien einzubringen; sie werden gerne veröffentlicht, sofern sie in den Kontext der Ausgabe passen.
BI-Büro, Drawehner Str. 3, 29439 Lüchow Tel.: 05841 / 46 84 Fax: 05841 / 31 97
Öffnungszeiten: Mo, Mi, Fr, Sa: 9-12 Uhr, Di, Do: 15-18 Uhr.
Spendenkonto der BI: KSK Lüchow BLZ 258 513 35 Konto 2 060 721
Anmerkung der Castor-Nix-Da Redaktion:
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Bearbeitet am:14.01.2007 /ad