GORLEBEN RUNDSCHAU

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Juli

2007

 

AUSGABE 7

Inhalt:

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Vattenfall im nuklearen Brennpunkt

Gehen AKW-Laufzeitverlängerungsträume in Rauch auf?

Bei Vattenfall brennt es nun an allen Ecken und Enden. Die Staatsanwaltschaft verschaffte sich mit einer Razzia Eintritt in Leitstand und Büroräume, weil Einsicht in die Dienstpläne verweigert und der Name des Reaktorfahrers verschwiegen wurde.

Dieser hatte sich mit Gasmaske vor dem Rauchgas schützen müssen, dass die Lüftungsanlage beim Transformatorenbrand am AKW Krümmel von außen ansaugte. Der schlewig-holsteinische Landtag droht Vattenfall mit dem Entzug der Betriebsgenehmigung. Der BUND stellte Strafanzeige gegen Vattenfall, es bestehe der Verdacht, dass das AKW Krümmel nicht ordnungsgemäß betrieben werde. Es ist nicht akzeptabel, dass die mangelhaft Sicherheitskultur des Konzerns eine Gefahr für Millionen Menschen heraufbeschwört. Michael Sailer, Mitglied der Reaktorsicherheitskommission, entnimmt aus dem Vattenfall-Bericht zum Atomkraftwerk Krümmel, dass die Reaktormannschaft nach dem Transformatoren-Brand am 28. Juni einen sehr kritischen Störfall befürchtete: „Offenbar waren sich die Reaktor-Verantwortlichen unsicher, wie die Situation einzuschätzen war“.

Eine erste Alarmstufe sei nach Ausfall des Trafos ausgelöst worden, wodurch weitere Mitarbeiter auf die Leitwarte gerufen wurden. Statt der normalerweise hier diensttuenden 5 Personen hätten sich dort zeitweilig 37 Mitarbeiter befunden. „Man hat offenbar alle Mitarbeiter herangezogen, die zur Behebung des Störfalls hätten beitragen können“.

Die beiden derzeit wegen Störfällen stillgelegten AKW Brunsbüttel und Krümmel gehören zu den ältesten Meilern in Deutschland. Brunsbüttel ist seit 1976 am Netz und damit nach Biblis A (1974) und Neckarwestheim 1 (1976) der drittälteste noch in Betrieb befindliche Atommeiler.

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Krümmel ist seit 1983 am Netz. Nach der Vereinbarung im „Atomkonsens“ kann Brunsbüttel regulär 2009 abgeschaltet werden, vorausgesetzt es wird zunächst einmal bald wieder angefahren... das ist nämlich das nächste Ungeheuerliche an der momentanen Situation. Denn die verbleibenden Laufzeiten für die bestehenden AKW bemessen sich nicht nach Jahren, sondern nach Reststrommengen. Daraus ergeben sich durchschnittliche Laufzeiten von 32 Jahren. Von den jetzt noch produzierenden 17 Atomkraftwerken in fünf Bundesländern dürfte das letzte (Neckarwestheim 2) nach dieser Berechnungsgrundlage etwa 2021 vom Netz gehen.

In diesem und im vergangenen Jahr gab es mehrere Anträge von Energieversorgern, die Laufzeiten der drei ältesten Reaktoren, Biblis A, Neckarwestheim 1 und Brunsbüttel durch Übertragung von Reststrommengen anderer Kraftwerke zu verlängern. Vattenfall will Laufzeiten des Pannenmeilers Brunsbüttel auf den Pannenmeiler Krümmel übertragen. Die angedachte Übertragung aus Brunsbüttel soll aus dem Kontingent erfolgen, das dem stillgelegten Atomkraftwerk Mülheim-Kärlich durch das Atomgesetz zugewiesen wurde. Nach dem Gesetz und nach dem Atomkonsens dürfen Strommengen von Mülheim-Kärlich nur auf bestimmte, im Gesetz aufgeführte Anlagen übertragen werden. Das Atomkraftwerk Brunsbüttel gehört nicht dazu.
RWE möchte seinen Meiler Biblis A länger laufen lassen als nach dem Atomausstiegsgesetz eigentlich vorgesehen, dafür sollen Restlaufzeiten der Reaktoren Mülheim-Kärlich und Lingen (Emsland) auf Biblis A übertragen werden. Ähnliche Laufzeitübertragungen möchten die Betreiber EnBW sowie Vattenfall/E.ON bei ihrem AKW Neckarwestheim vornehmen. Vier Meiler stehen derzeit still, eigentlich eine positive Meldung, aber deren Stilllegungsdatum verschiebt sich nach „Atomkonsens“ dadurch immer weiter nach hinten. Eine verfahrene Situation, die den Betreibern sogar nutzen kann, um ihre AKW über die nächste Bundestagswahl zu retten.

Vattenfall hat nun eingestehen müssen, dass, entgegen vorherigen Behauptungen, die Notstromelektrik in Brunsbüttel in ähnliche Probleme hätte laufen können wie im schwedischen Vattenfall-Reaktor Forsmark, der nur knapp einer Katastrophe entging. Die Sicherheitsanalyse, die eigentlich 2003 hätte beendet sein müssen, dauert nun schon mehr als sechs Jahre. Vattenfall hielt lange über juristische Schritte die Mängelliste geheim. Nach der nun vorliegenden Expertenanalyse sind praktisch alle Kernbereiche der Rektorsicherheit betroffen. Allein bis 21.Juni 2006 sind rund 650 offene Punkte gelistet, von denen 165 einem eindeutigen Sicherheitsnachweisdefizit entsprechen.

Sicherheitsnachweisdefizit in 165 Fällen, u.a. mit schweren Sicherheitsmängeln

Diese wurden offensichtlich ausgesessen, statt sie wie für die Betriebsgenehmigung von Atommeilern vorgeschrieben, kurzfristig zu beseitigen. Die Deutsche Umwelthilfe fasst zusammen, man habe nun die Beweise, dass Brunsbüttel seit Jahren mit schweren Sicherheitsmängeln am Netz sei.
Und ähnlich wie im schwedischen Vattenfall-Reaktor Forsmark wurden nun lediglich Mitglieder der Konzernleitung ausgetauscht. Auch mit neuer Geschäftsleitung reißen die gefährlichen Pannen natürlich nicht ab. Automatisch stellt sich ein Deja Vu bei der nächsten Meldung ein, falsche Dübel an der sicherheitsrelevanten Wartungsbühne. 630 dieser Dübel seien insgesamt zu untersuchen. Die unglaubliche Geschichte mit den Dübeln ist lange aus Biblis bekannt, offensichtlich ohne dass alle anderen AKW auf den Fehler überprüft wurden. Was ist eigentlich mit der Atomaufsicht los, die der Bund auf die Länderministerien übertragen hat? Richtig, die dürfen die Pannenmeiler ja noch nicht mal betreten, außer bei polizeilich abgesicherten Razzien. Das alles zeigt wiedereinmal drastisch, wie unvereinbar der Betrieb von Atomanlagen mit einer Demokratie ist. Die Atomaufsicht wird hingehalten, die Öffentlichkeit dreist belogen. Trotz einer Atomgesetzgebung bewegen sich die Betreiber der Atomanlagen in der Grauzone eines rechtsfreien Raums. Atommeiler sind erst dann sicher, wenn sie abgeschaltet sind.

Francis Althoff


Genehmigungsverfahren für Atomanlagen neu überprüfen!

Im Zusammenhang mit der Entlassung des ehemaligen Vattenfall-Geschäftsführers Bruno Thomauske fordern Bürgerinitiativen aus Sicherheitsgründen sämtliche Genehmigungen von Atomanlagen öffentlich nachvollziehbar neu zu überprüfen.

Die Bürgerinitiative Kein Atommüll in Ahaus und die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow Dannenberg untermauern ihre Forderung mit personeller Verfilzung zwischen Atomaufsicht und AKW-Betreibern.
Bruno Thomauskes Karriere begann 1983 bei der Physikalisch Technischen Bundesanstalt, dem Vorläufer des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS). Dort war er zunächst im Bereich des Strahlenschutzes auf dem Gebiet der Endlagerung radioaktiver Abfälle tätig. 1988 wurde er beim BfS Leiter des Projekts Gorleben. Von 1991 bis 1997 leitete er die Abteilung Projektmanagement für Endlagerprojekte und ab 1999 die Abteilung Endlagerprojekte/Betrieb. Nachdem Bruno Thomauske als BfS-Vertreter neue dezentrale Atommüllzwischenlager an AKW-Standorten genehmigte, wechselte er im Jahr 2003 zum daraus nutznießenden Atomstromkonzern Vattenfall. Auch der E.on-Vorläufer RWE war an Thomauske interessiert.
Wie Thomauske seinen Abgang in die Atomwirtschaft vorbereitete zeigt sich daran, dass Tausende Einwände der Bevölkerung gegen die Zwischenlager von ihm als Leiter der Delegation der Antragsteller für den Bau der dezentralen Zwischenlager bei den Anhörungsverfahren ausgesessen wurden. Egal welche Einwände die Bevölkerung vortrug, über unzureichenden Schutz gegen Flugzeugabstürze, keine Filter in den Lüftungsschlitzen, oder kein definierter Zeitpunkt, an dem der abgestellte Atommüll weggebracht werden soll, die Anhörungsverfahren gerieten zur Farce, weil Thomauske knallhart trotzdem für das BFS genehmigte. Eine seiner Argumentationen war, dass Sicherheitseinrichtungen den AKW-Betreibern aus Kostengründen nicht zumutbar seien.

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„Als ehemaliger Verfahrensführer für die Endlager-Planfeststellungsverfahren Schacht Konrad und Gorleben, bergrechtlich verantwortliche Person für das Erkundungsbergwerk Gorleben sowie atom- und bergrechtlich verantwortliche Person für das einsturbedrohte Endlager Morsleben, wurde Thomauske von einem Atomkonzern eingekauft“ erklärt Felix Ruwe für die Ahauser BI. „Alle unter Thomauskes erteilten Genehmigungen, die offensichtlich jahrelang von Konzerninteressen geleitet wurden, gehören deshalb schleunigst neutral und öffentlich nachvollziehbar überprüft“, fordert Francis Althoff, Sprecher der BI Umweltschutz Lüchow Dannenberg. „Die Dankbarkeit von Vattenfall gegenüber Thomauske reichte gerade einmal vier Jahre, obwohl dieser alles im Sinne der Atomkonzerne genehmigte. Die Menschen in Ahaus, Gorleben und vielen anderen Atomstandorten leben schon viel länger in der Sorge, dass seine Aufsichts- und Genehmigungspraxis extrem einseitig und gefährlich war“, fassen die BI-Sprecher zusammen.

Felix Ruwe, Francis Althoff


Sicherheitsunterlagen „LKW-weise“ weggeschafft

BI: Atomstandort Gorleben ist nicht mehr durchsetzbar

Die Hiobsbotschaften rund um Atomanlagen reißen nicht ab: Der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow Dannenberg (BI) wurden Informationen zugespielt, dass sicherheitsrelevante Messergebnisse zum Ausbau des in Gorleben geplanten Atommüll-Endlagers „gleich LKW-weise“ weggeschafft und vernichtet, und zum Teil gar nicht erstellt wurden. „Laut der Quelle aus der Atomindustrie-Kreisen wurden zahlreiche Original-Messdaten und Unterlagen zum Gorlebener Untergrund vernichtet, es scheinen nur noch nicht mehr belegbare Abschlussberichte zur Verfügung zu stehen“, fasst BI-Sprecher Francis Althoff die prekäre Situation zusammen.

Nach diesem neuerlichen Skandal sei Gorleben entgültig erledigt. “Dadurch wird es Betreibern unmöglich sein auch nur den Hauch eines begründeten Sicherheitsnachweises für die Endlagerplanung in Gorleben zu erbringen“.

Hintergrund: Zuständig für seismologische Messungen des Gorlebener Salzstocks war lange Jahre der ehemals bundeseigene Betrieb Prakla-Seismos aus Hannover. Für den Vorläufer des Bundesamt für Strahlenschutz (BFS), die Physikalisch Technische Bundesanstalt, unternahm Prakla-Seismos jahrelang hochfrequente elektromagnetische Bohrlochmessverfahren. Später wurden die Messungen für das BFS durchgeführt. Nachdem der Betrieb verkauft und abgewickelt wurde, sind laut Informationen „LKW-weise“ die Unterlagen der Messergebnisse weggeschafft und vernichtet worden. Trotz Nachfrage wollte das BFS als Auftraggeber der Untersuchungen das wichtige Material scheinbar nicht übernehmen. Für ein Genehmigungsverfahren zu Gorleben sind diese seismischen Daten äußerst relevant für den Sicherheitsnachweis. Die wohl jetzt nur noch existierenden Zusammenfassungen sind unbrauchbar, weil nicht mehr zu überprüfen.

„Die Schlampereien im Atombereich nehmen offensichtlich kein Ende und machen auch vor einer Behörde die uns laut Titel vor Strahlung schützen soll nicht halt“, so der BI-Sprecher. In einem Brief an das BFS und das Bundesumweltministerium fragt die BI nun um Einsicht in den Bestand der Unterlagen. „Seit Jahrzehnten warnen Geologen vor der Inbetriebnahme Gorlebens. In diesem Zusammenhang fragen wir uns, warum Massen an Messunterlagen vernichtet wurden. Gorleben muss sofort aufgegeben und kein weiteres Geld in dieses Chaos investiert werden“.

Francis Althoff


Gabriel muss Atomanlagen sofort stilllegen

Auf einem Treffen zahlreicher Anti-Atomkraft-Initiativen aus Nordrhein-Westfalen sowie der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (Gorleben), der Arbeitsgemeinschaft Schacht Konrad und des Bundesverbandes Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) forderten die Atomkraftgegner in Münster von Bundesumweltminister Gabriel die sofortige Stilllegung aller Atomanlagen.

RWE fügt Ihnen und den
Menschen in Ihrer Umgebung
erheblichen Schaden zu

„Der Bundesumweltminister muss nach den schweren Vorfällen in Krümmel und Brunsbüttel sofort handeln. Seine bisherigen Vorschläge reichen nicht aus. Es dürfen zum Beispiel nicht die verbleibenden Restlaufzeiten älterer AKWs auf neuere übertragen werden. Die Atomkraftwerksbetreiber dürfen für die längst fällige sofortige Stilllegung ihrer alten Schrottmeiler nicht auch noch belohnt werden. Wer sein Auto zu Schrott fährt, darf die restliche TÜV-Zeit auch nicht auf sein Zweitauto übertragen,“ so Willi Hesters vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.

EnBW
verursacht Krebs

Vattenfall ist kein Einzeltäter

Die Anti-Atomkraft-Initiativen erinnern daran, dass nicht allein Vattenfall ein unzuverlässiger AKW-Betreiber ist. E.ON zum Beispiel gehören ebenfalls starke Anteile am AKW Krümmel (50%) sowie Brunsbüttel (33,3%). RWE betreibt u. a. die beiden AKWs im hessischen Biblis, die seit Monaten wegen schwerer Sicherheitsdefizite vom Netz sind. EnBW schließlich betreibt u. a. die beiden sehr störanfälligen AKWs in Phillipsburg und Neckarwestheim. Es geht also um die ganze Atomindustrie, die sich in der Vergangenheit immer wieder durch Vertuschungen, Verharmlosungen und glatte Lügen als Sicherheitsrisiko erwiesen hat.

E.on in der Schwanger-
schaft schadt Ihrem Kind

Atommüll verhindern, bevor er entsteht: Internationale Urankonferenz
Die Vertreter der Bürgerinitiativen an den geplanten Endlagerstandorten Gorleben und Schacht Konrad (Salzgitter) kritisierten zudem, dass die Bundesregierung weiterhin an den Endlagerprojekten festhalte, obwohl es ein sicheres Endlager niemals geben könne. „Die Situation in den existierenden Endlagern Morsleben und Asse II ist katastrophal. Das lässt für Gorleben und Konrad Schlimmes befürchten. Wir werden die Endlagerprojekte auch in Zukunft massiv bekämpfen,“ so Peter Dickel von der AG Schacht Konrad.
Gemeinsam einigten sich die Initiativen darauf, mit der Urananreicherung und den dazugehörigen Urantransporten den Beginn der Atomspirale noch stärker als bisher ins Visier zu rücken. So soll am 22. September in Dortmund unter dem Motto „Atommüll verhindern, bevor er entsteht“ eine internationale Urankonferenz stattfinden. „Die Urananreicherungsanlage Gronau produziert genau den AKW-Brennstoff, der erst den Betrieb der Reaktoren ermöglicht. Wer wirklich aus der Atomenergie aussteigen will, muss die Urananreicherung sofort einstellen. Eine sichere Entsorgung des Gronauer Uranmülls ist nicht machbar. Die Lagerung unter freiem Himmel neben der UAA Gronau ist ebenso gefährlich und unverantwortlich wie der häufige Abtransport durch die Betreiberfirma Urenco in die unter Stalin gebauten Atomstädte Russlands,“ so Udo Buchholz vom Arbeitskreis Umwelt Gronau.

Vattenfall
kann tödlich sein

Außerdem unterstützen die Anti-Atom-Initiativen die Demonstrationen in Gorleben am 1. September sowie in Salzgitter am Schacht Konrad am 13. Oktober gegen die jeweiligen Endlagerprojekte und rufen zur Teilnahme auf.

Diese Erklärung wird unterstützt von:
Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen
Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) e.V.
Arbeitskreis Umwelt Gronau, Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“
Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V.
Arbeitsgemeinschaft Schacht Konrad e.V., SOFA (Sofortiger Atomausstieg) Münster
Bürgerinitiative Umweltschutz Hamm, MEGA (Menschen gegen Atomanlagen) Waltrop
Natur- und Umweltschutzverein Gronau (NUG) e.V.


Gemeinsame Erklärung der Atommüll-Endlager-Standorte


„Atommüllendlagerung“ – Sicher ist nur das Risiko!

Unser vielfältiger und bunter Protest gegen Castortransporte richtete sich in der Konsequenz immer gegen Gorleben als Atommüll-Endlagerstandort. Dieses Jahr wird kein hochradioaktiver Transport rollen. Wir lehnen uns aber nicht zurück, sondern nutzen die „castorfreie Zeit“, um unüberhörbar auf die Entsorgungsmisere aufmerksam zu machen. Denn obwohl nirgendwo eine auch nur annähernd sichere „Entsorgung“ in Sicht ist, laufen die Atomanlagen weiter. Die Bundesregierung schützt das reine Profitinteresse der Atom-industrie an ihren atomaren Gelddruckmaschinen regelmäßig mit zig Tausenden Polizisten. Die atomaren Gefahren für uns und die nachfolgenden Generationen werden dabei genauso billigend in Kauf genommen, wie die faktische Außerkraftsetzung der Grundrechte.

Seit über 30 Jahren setzen wir uns fantasievoll, kreativ und kontinuierlich gegen ein „Endlager“ im Gorlebener Salzstock zur Wehr. Seit Anfang der 80er Jahre ist bekannt, dass der Salzstock auf einer Fläche von über 6 kmÇ kein schützendes Deckgebirge hat. Über Wasserwege würden die radioaktiven Isotope unausweichlich an die Oberfläche gelangen und Mensch und Umwelt tödlich verseuchen. Gorleben wäre ein Atomklo mit Spülung nach oben. Der bisherige Baustopp (Moratorium) droht nun aufgegeben zu werden und es besteht die Gefahr, dass ein unterirdisches „Versuchslabor“ eingerichtet wird. Damit würde Gorleben nicht nur mehr durch jeden Castortransport als „Endlager“ zementiert. Wir fordern die sofortige Aufgabe des untauglichen Standorts und die Schließung aller Atomanlagen!

Katastrophen-„Endlager“ –
doch Atommüll
wird weiter produziert ...

Wie katastrophal die Lage um die sogenannte „Entsorgung“ ist, zeigt ein Blick auf die bereits bestehenden „Endlager“: Die Betreiber des mit 126.000 strahlenden Fässern gefüllten Salzbergwerks Asse II bei Wolfenbüttel gestehen öffentlich die Gefahr des weiteren Absaufens und damit die mögliche Verseuchung des Grundwassers einer Großregion ein. Der mit fast 40.000 m? Atommüll gefüllte Salzstock in Morsleben bei Helmstedt droht weiter einzustürzen und vollzulaufen. Trotzdem wird der Bevölkerung vorgegaukelt, das Atommüllproblem sei lösbar.

Gorleben und Schacht Konrad -
so sicher wie die absaufenden und
einstürzenden „Endlager“
Asse und Morsleben ...

Atommüllmilliarden einkassieren...Für Atomanlagen-Abriss- und Entsorgungskosten müssen die Betreiber aufkommen. Über einen Aufschlag auf ihre Stromrechnungen, den die Stromkunden bezahlen müssen, bilden sie dafür steuerfreie Rückstellungen. Zur Zeit sind rund 35 Milliarden Euro angehäuft. Diese „Rückstellungen“ werden aber nicht cash für zukünftige Entsorgungskosten bereitgehalten, sondern das Atommüllgeld wird in Machterweiterung auf dem Markt investiert. Aufkäufe in der Wasser-, Gas-, Müllverbrennungs- oder Verpackungswirtschaft werden damit finanziert. Eine gigantische Wettbewerbsverzerrung zum Nachteil der regenerativen Energieerzeugung. Auch die Atomstromer sind vor Pleiten nicht sicher. Das Geld für Entsorgungskosten wäre dann futsch und die Bevölkerung müsste nochmals, dann über Steuern, doppelt für das atomare Abenteuer blechen. Wir fordern die sofortige Überführung der Rückstellungsmilliarden in einen öffentlich rechtlichen Fonds. Das politische Gerede um eventuelle alternative Endlagerstandorterkundungen ist erst ernst zu nehmen, wenn die Finanzierung geklärt ist.

Atom(bomben)anlagen stoppen –
Erneuerbare Energien ausbauen!

1.September – Antikriegstag
Der 1. September ist auch Antikriegstag, an dem jährlich an den Beginn des Zweiten Weltkrieges am 1.9.1939 erinnert wird. Gleichzeitig wird gegen Kriege und Milita-rismus weltweit demonstriert. Wir prangern nicht nur an, dass in Deutschland Atombomben stationiert sind. Regierungen mutieren zu Kriegsausführenden, um die Interessen der Energiewirtschaft an Rohstoffen in fernen Ländern zu sichern. Vieles deutet darauf hin, dass die US-Regierung einen Krieg gegen den Iran führen will. Die Situation ist ähnlich wie die im Jahr 2003. Damals bereitete die Regierung Bush mit Lügen über angebliche Massenvernichtungswaffen den Krieg gegen den Irak vor. Hunderttausende unschuldige Menschen fanden den Tod. Der Terrorismus, den man zu bekämpfen vorgab, wurde durch diesen Angriffskrieg gestärkt.
Ähnliches bahnt sich in Afghanistan an, wo die deutsche Bundeswehr inzwischen durch die Tornado-Einsätze in Kriegshandlungen einbezogen wird. Heute wird dem Iran unterstellt, Atomwaffen bauen zu wollen und damit den Frieden zu gefährden. Wer verhindern will, dass sich das Regime in Teheran Atomwaffen verschafft, muss sich auf völkerrechtlicher Grundlage friedlich mit dem Iran verständigen und darf nicht ein weiteres Land mit einem Krieg überziehen. Ein Raketenabwehrsystem in Polen und Tschechien dient nicht dem Frieden, sondern gefährdet ihn. Die Atommächte müssen abrüsten! Kein Krieg gegen den Iran! Deutschland darf sich auf keinen Fall an einem solchen Krieg beteiligen, weder durch Soldaten, noch durch Waffen, die Gestattung von Überflugrechten oder die Benutzung deutscher Einrichtungen! Keine Raketenabwehrsysteme in Polen und Tschechien! Der völkerrechts- und verfassungswidrige Einsatz deutscher Tornados in Afghanistan ist sofort zu beenden!

Atomwaffen abschaffen,
Uran- und Wiederaufarbeitungsanlagen
sofort stoppen!

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ErstunterzeichnerInnen:
Arbeitsgemeinschaft Schacht KONRAD - Morsleben Netzwerk - Asse II Koordination www.asse2.de - Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz - Komitee für Grundrechte und Demokratie - EUROSOLAR Deutschland - ROBIN WOOD - WISE Amsterdam - Gesellschaft für Strahlenschutz - Gewaltfreie Aktion Atomwaffen abschaffen - BI Kein Atommüll in Ahaus - Bürger gegen Atomreaktor Garching – Lüneburger Initiative gegen Atomanlagen - Antimilitaristische Gruppe Münster - Widerwelle Rheinland Pfalz - Arbeitskreis Umwelt Gronau - BUND Südlicher Oberrhein - Trinationaler Atomschutzverband AU/CH/D - Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen - Anti Atom Gruppe Bonn Südwestdeutsche Anti Atom Initiativen - Kölner Gegenstrom gegen Atomanlagen - Arbeitskreis gegen Atomanlagen Frankfurt - Anti Atom Gruppe Mannheim - Ökologiereferat AstA FH Düsseldorf - WiderSetzen - FMKK Schweden - x-tausendmalquer - Heidelberger Friedensratschlag - Anti Atom Plenum Braunschweig - ECODEFENSE Russia - Frauen gegen Atomkraft Finnland - Women for Peace Finland - No More Nuclear Power Finland - SOFA Münster Delfina - Initiative 60 - Solar Wind Wendland - Atomplenum Hannover - Urangruppe Nirgendwo - Gorlebener Gebet Carambolage - Reseau Sortir du Nucleair


Atommüll verhindern, bevor er entsteht!

Internationale Urankonferenz am 22. September in Dortmund

Zahlreiche Anti-Atom-Initiativen aus dem gesamten Bundesgebiet laden für Samstag, den 22. September zu einer internationalen Urankonferenz nach Dortmund ein.

Unter dem Motto „Atommüll verhindern, bevor er entsteht“ sollen die vielfältigen Widerstandsansätze auf lokaler, regionaler, bundesweiter und internationaler Ebene weiterentwickelt werden, um die Urananreicherungsanlagen der Urenco stillzulegen und die internationalen Urantransporte zu stoppen. So soll die Vernetzung und inhaltliche Schlagkraft des Uranwiderstands vorangetrieben werden.

Auf einem Vorbereitungstreffen Mitte Juli in Münster einigten sich Anti-Atom-Initiativen aus dem Münsterland, dem Ruhrgebiet, dem Wendland und von Schacht Konrad auf das inhaltliche Gerüst für die eintägige Konferenz: In einem ersten Block soll es zwei Einleitungsreferate zu den Gefahren der Urananreicherung und der Urantransporte geben. Zugesagt hat bereits der Uranexperte Peter Diehl. Danach sollen Delegierte aus Russland, den Niederlanden, Frankreich und dem Münsterland über die aktuelle Situation und den Widerstand vor Ort berichten.

Am Nachmittag werden dann in Arbeitsgruppen folgende Themen vertieft: „internationale Vernetzung“, „Widerstandsaktivitäten“, „militärische Dimension der Urananreicherung“, „abgereichertes Uran: Wertstoff oder Atommüll?“, „Widerstand in den Kommunen“. Abreise soll gegen Abend sein. Wir hoffen, dass sich möglichst viele Menschen bei den angesprochenen Themen wiederfinden und dass sich der Uranwiderstand auf möglichst vielen Ebenen weiterentwickelt.

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In den letzten 12 Monaten hat es dazu einige vielversprechende Ansätze gegeben: Erstens kooperieren deutsche, niederländische und russische Initiativen inzwischen sehr eng bei den Uranmülltransporten von Gronau nach Russland. Zweitens ist es gelungen, die Liefertransporte von Natururan aus Pierrelatte nach Gronau zum öffentlichen Thema zu machen. Im Winter wurden erste Transporte entdeckt, im Mai kam es an der dt.-franz. Grenze zu einer grenzüberschreitenden Aktion gegen die Urantransporte. Drittens wurden in Deutschland und den Niederlanden Strafanzeigen von russischer Seite gegen die Urenco wegen illegalen Atommüllexport nach Russland eingereicht. Diese juristischen Schritte unterstützen wir. Viertens gelang es erstmals in einigen Kommunen Unterstützung gegen Urantransporte von offizieller Seite zu bekommen. Fünftens konnte die Verantwortung der deutschen Urenco-Aktionäre EON und RWE öffentlich deutlich gemacht werden.

Doch der Kampf ist noch lang, denn die Urenco baut ihre Urananreicherungsanlagen in Gronau und Almelo drastisch aus. In den USA wird in New Mexico eine neue UAA gebaut. Diese Entwicklung wollen wir stoppen. Dazu müssen wir aber noch viel stärker werden.

Die Urankonferenz am 22. September soll ein weiterer Schritt sein, um den Kampf gegen die Urananreicherung und die Urantransporte zu intensivieren. Der Kampf lohnt sich – auch Urenco ist verletzbar!

Bisher laden folgende Gruppen zu der Konferenz ein: AKU Gronau, Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen, BI Lüchow-Dannenberg, AG Schacht Konrad e.V., Nirgendwo, SOFA Münster, BI Umweltschutz Hamm, MEGA Waltrop, Anti-Atom-Gruppe Bonn, Gegenstrom Köln, BI Dortmund-Lünen sowie Initiativen aus Trier und dem Südwesten.

Es werden dringend Spenden gebraucht für die Durchführung der Konferenz:

Aktionsbündnis Münsterland, Stichwort „Urankonferenz“, Konto 357 730 701, BLZ 401 646 18, Volksbank Wettringen

Weitere Infos: www.aku-gronau.de
www.sofa-ms.de www.urantransport.de

 


Bürgerinitiativen schockiert:Trauer um ermordeten russischen Atomkraftgegner

(Bonn / Gronau, 22.7.2007): Anti-Atomkraft-Initiativen in Deutschland sind schockiert über die Ermordung eines jungen russischen Atomkraftgegners. Der Ermordete war Bewohner eines Protestcamps im Bereich des Atomzentrums von Angarsk (Sibirien), das am Samstag (21.7.) brutal überfallen wurde. Bei dem Überfall wurde er tödlich verletzt, weitere Personen im Camp wurden ebenfalls verletzt. Die russische Umweltorganisation Ecodefense vermutet, dass es sich bei den Angreifern um Mitglieder faschistischer Organisationen gehandelt hat. In einer ersten Stellungnahme fragt Ecodefense: „Wenn die Polizei die Sicherheit der Bevölkerung nicht garantieren kann, wie kann dann die Sicherheit der Urananreicherungsanlage und des nuklearen Materials garantiert werden?“ Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) e. V., der seit Jahren den Widerstand gegen Uranmülltransporte von der Urananreicherungsanlage im westfälischen Gronau in russische Atomzentren unterstützt, fordert von den zuständigen russischen Behörden die Aufklärung aller Hintergründe des Überfalls und die Bestrafung der Täter.

Der Widerstand gegen die Urananreicherung muss weiter gehen, in Deutschland, in Russland und auch anderswo!“

Wir sind wütend und trauern mit den Angehörigen um den ermordeten russischen Atomkraftgegner Ilya Borodaenko der als Teilnehmer bei einem Protestcamp gegen den Betrieb der Atomfabrik im sibirischen Angarsk in der Nähe des Baikalsees sowie gegen Uranmüllimporte aus Deutschland durch den Angriff von Rechtsradikalen sein Leben verloren hat. Die Bürgerinitiative ruft zu Spenden für die Angehörigen und Opfer in Angarsk auf.

Spendenkonto: Aktionsbündnis Münsterland, Stichwort „Angarsk“, Konto 357 730 701, BLZ 401 646 18, Volksbank Wettringen.

Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V.

 

Generation move ab 15 Uhr, bis in den frühen Morgen

Hallo, jemand da? Zeigt euch mal. Und zeigt vor allem, dass Widerstand auch euer Ding ist. 30 Jahre Anti-Atom Marathon!
Zeit, den Staffelstab weiter zu geben.
An dich? Komm zur Party in Gorleben!
Nachmittags: Action, spritfreie Cocktails, klare Ansagen, Snacks und Freunde treffen, Info von Fachleuten, Abhängen in der Natur.
Danach Varieté, Zauberer, Clowns, Akrobaten.
Ab 20 Uhr: one man jam Rico Loop
Ab 23 Uhr: sound system Rockers train
zwischendurch Feuerspiele und Platz für mehr. Hast du Ideen? Bring dich ein!!!
Campmöglichkeit ab 31.August in Gedelitz ( 2 km von den Gorlebener Atomanlagen )


Uranmüllexport nach Russland stoppen nächster Uranzug schon im August?

Bis zum 5. August ist die Bahnstrecke Gronau-Münster wegen Bauarbeiten geschlossen. Damit ist in den NRW-Sommerferien kein Uranmüllexport von Gronau nach Russland möglich. Doch nach Informationen der regionalen Anti-Atom-Inis besitzt die UAA-Betreiberin Urenco noch die Genehmigung für zwei weitere Uranmüllzüge bis Oktober.

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Die Inis rechnen deshalb damit, dass noch im August der nächste Uranmüllzug Gronau verlassen wird. Die Transportstrecke verläuft von dort über die eingleisige Strecke Gronau-Burgsteinfurt-Münster, dann über Rheine und Bad Bentheim nach Hengelo/NL, Almelo, Amersfoort und Utrecht zum Hafen von Rotterdam. Von dort geht es per Schiff rund um Dänemark und quer durch die Ostsee nach St. Petersburg und dann weiter per Bahn an Moskau vorbei nach Novouralsk bei Ekaterinburg am Ural. Der letzte Urantransport im Mai konnte von Gronau bis St. Petersburg lückenlos verfolgt werden.

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Frisch gestärkt durch die Sommerpause rufen die regionalen Anti-Atom-Initiativen zusammen mit der BI Lüchow-Dannenberg sowie niederländischen und russischen Initiativen zu Protest und Widerstand gegen den nächsten Uranmüllzug auf.

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Unser Ziel ist es, den Export des Uranmülls gänzlich zu stoppen. Momentan stehen die Chancen dafür nicht schlecht, weil die russische Atomenergiebehörde Rosatom nach den vielfältigen Protesten in Russland vor wenigen Wochen ein Auslaufen der Verträge für 2009/10 ankündigte. Selbst in Finnland berichtete im Mai schon das Fernsehen.

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Doch verlassen können wir uns darauf nicht und 2010 ist noch lange hin. Allein bis dahin will Urenco weitere 20 000 t Uranmüll nach Russland verschieben. Deshalb ist der Widerstand vor Ort – vor und während der Abfahrt des Zuges – besonders wichtig, um die billige Entsorgungsroute für den Urenco-Dreck zu stoppen. Auf ins Münsterland!

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Urananreicherungsanlagen stilllegen – Urantransporte stoppen!

Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen, SOFA Münster


UAA Almelo soll massiv ausgebaut werden

Schon seit einigen Jahren will die internationale Urananreicherungsfirma Urenco die niederländische Urananreicherungsanlage in Almelo massiv auf 4500 t Urantrennarbeit pro Jahr ausbauen.

Damit könnten 35 große Atomkraftwerke weltweit mit Uranbrennstoff versorgt werden. Auch die Partneranlage im 35 km entfernten Gronau soll auf 4500 t ausgebaut werden. Damit will die Urenco ihren weltweiten Marktanteil auf 30% steigern. Nun liegen in Almelo die Antragsunterlagen aus und es können bis zum 8. August Einwendungen beim niederländischen Umweltministerium erhoben werden. Niederländische und deutsche Anti-Atom-Inis haben deshalb eine grenzüberschreitende Einspruchskampagne gestartet.

Es geht darum, auch weiterhin international Widerstand gegen die Atomfirma Urenco zu leisten. Denn erst die Urananreicherung ermöglicht den Betrieb der AKWs. Ohne UAAs keine Pannen wie in Krümmel oder Brunsbüttel - denn AKWs könnten schlicht nicht laufen. Nicht zu vergessen natürlich auch die militärische Komponente der Urananreicherung, die uns ja fast täglich am Beispiel Iran eingehend in den Medien erläutert wird.

Die Urenco will in Almelo übrigens nicht nur ihre Kapazität drastisch ausbauen, sondern bei der Gelegenheit auch einen Gleisanschluss basteln. Was dann passiert, ist am Beispiel Gronau deutlich zu erkennen: Das internationale Verschieben von Natururan aus Südfrankreich und Großbritannien Richtung Almelo und der Abtransport des Atommülls nach Russland wird drastisch zunehmen. Dort würde sich also noch mehr Uranmüll am Ural und in Sibirien ansammeln. Das ist uns nicht in Gronau egal, und es sollte uns auch nicht im benachbarten Almelo egal sein.

Deshalb rufen die Anti-Atom-Initiativen im Münsterland zu einer Einspruchskampagne gegen die UAA-Erweiterung in Almelo auf.

Ein Sammeleinspruch auf Deutsch kann unter www.urantransport.de runtergeladen werden.

Auch wenn klar ist, dass Einwendungen alleine keine Atomanlage aufhalten, sehen wir diese Aktion doch als Zeichen der Solidarität mit unseren niederländischen FreundInnen sowie als einen Schritt öffentlich unseren Widerstand zu dokumentieren. Und wer mehr will, für den gibt es bald schon Gelegenheit: Am 5. August wird die Bahnstrecke Gronau-Münster nach den Sommerbauarbeiten wieder eröffnet. Wie aus gut informierten Kreisen verlautete, ist schon kurz danach mit dem nächsten Uranmülltransport nach Russland zu rechnen. Die Urenco hat bis Oktober noch die Lizenz für zwei solcher Urantransporte. Es ist also für reichlich Unterhaltung im Münsterland gesorgt, damit es nicht alleine bei Unterschriften bleiben muss.

Und da es vielleicht noch nicht alle mitbekommen haben: Seit März fährt nicht mehr die Ahaus-Alstätter-Eisenbahn von und nach Gronau/Ahaus, sondern die Bentheimer Eisenbahn. Die Privatbahn betreibt in Nordhorn auch einen Umschlagsplatz für den Wechsel von Straße auf Schiene, kann für die UAA Gronau also sogar LKW-Transporte ermöglichen.

UAAs und sämtliche Atomanlagen sofort stilllegen!

SOFA Münster

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Der zehnte Castor-Transport nach Gorleben
Eine Videodokumentation des Castortransports im November 2006

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Zum zehnten Castortransport nach Gorleben im November 2006 ist nun über die BI Umweltschutz Lüchow Dannenberg ein Film erhältlich.

Sein Tenor: Nach insgesamt 30 Jahren Widerstand sind die Menschen im Wendland noch längst nicht müde, sich gegen den atomaren Wahn aufzulehnen. In zahlreichen Interviews,Aktionsbildern und Momentaufnahmen hinterlässt der 43minütige Film einen vielfältigen Eindruck des unbeugsamen Widerstands gegen die Atomanlagen in Gorleben. Der Film handelt von den Menschen, die sich auf Schiene oder Strasse setzen und beleuchtet, woher sie den Mut und die Motivation dafür nehmen.Aber auch ihre Ängste und ihre Ohnmacht, immer wieder Widerstand zu leisten angesichts einer Armada von 16.000 Polizisten und der alljährlichen Militarisierung einer ganzen Region werden thematisiert. Produziert wurde die DVD vom Medienkollektiv „Cine Rebelde“ der Umwelt- und Projektwerkstatt Freiburg.

Francis Althoff

Impressum

Die "Gorleben-Rundschau" erscheint 10-12mal jährlich und wird herausgegeben von der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V.

Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers wieder.

Für Neuerungen und produktive Anregungen sind wir immer ansprechbar. Es ist erwünscht, eigene Texte zum Thema Atomkraft, Gorleben und erneuerbare Energien einzubringen; sie werden gerne veröffentlicht, sofern sie in den Kontext der Ausgabe passen.

 Redaktion: H. Eckert, W. Taubitz, F. Althoff
Bildmaterial: SOFA Münster, D Metk
Mitarbeit: W. Wittstamm, SOFA Münster, F. Ruwe, Francis Althoff, U. Buchholz
Auflage: 2'000

BI-Büro, Drawehner Str. 3, 29439 Lüchow Tel.: 05841 / 46 84 Fax: 05841 / 31 97

Öffnungszeiten: Mo, Mi, Fr, Sa: 9-12 Uhr, Di, Do: 15-18 Uhr.

Spendenkonto der BI: KSK Lüchow BLZ 258 513 35 Konto 2 060 721

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Bearbeitet am:14.01.2007 /ad

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