Gorleben Rundschau |
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März/Februar 2004 AUSGABE 2 |
Inhalt:
Terrorattacken gegen AtomanlagenKein Restrisiko, aber auch kein Handlungsbedarf?Ein besonderer zusätzlicher Schutz der Brennelement-Zwischenlager gegen Terror- Attacken aus der Luft ist nicht geplant. Michael Sailer, Chef der Reaktorsicherheitskommission, fügte hinzu, auch ein Vernebeln der Zwischenlager, wie es für die Atomkraftwerke diskutiert wird, sei bisher nicht angedacht. Sailer stellte sich in einer öffentlichen Veranstaltung zusammen mit Wolfgang Renneberg, dem Abteilungsleiter für Reaktorsicherheit im Bundesumweltministerium, am Freitagabend in Berlin zahlreichen Fragen zum Thema Terror gegen Atomanlagen. Eingeladen hatte die Bundesarbeitsgemeinschaft Energie (BAG) der Grünen. Ob Atomanlagen gegen Luftattacken zu schützen sind, war Gegenstand einer Studie der Gesellschaft für Reaktorsicherheit (GRS), die das Ministerium in Auftrag gegeben hatte.Teile der Studie, die im Jahr 2003 den Ländern vorgelegt wurde, wurden in der vergangenen Woche presseöffentlich. Nachdem Zeitungen immer wieder Details preisgegeben hatten, wurde das Resümee in der vergangenen Woche vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschlands (BUND) ins Netz gestellt (www.bund.net). Die Bürgerinitiative Umweltschutz (BI) Lüchow-Dannenberg hatte prompt reagiert und die Frage aufgeworfen, welche Konsequenzen aus der Studie für Gorleben zu ziehen seien. Michael Sailer unterstrich, dass es auf eine Gesamtschau ankäme. Die Studie spräche zwar davon, dass bei einem ungünstigen Auftreffen schnell fliegender harter Trümmerteile die Integrität einzelner Behälter beeinträchtigt sein könne. Eine Leckage von Castorbehältern führe aber bei weitem nicht zu den Folgen, die beim gezielten Aufprall eines Flugzeugs auf ein Atomkraftwerk zu erwarten sein und sei auch beherrschbar. Deshalb fokussiere sich die gesamtpolitische Debatte, welche Konsequenzen aus der GRS-Studie zu ziehen sein, auch nicht auf Zwischenlager als Anschlagsziel von Terroristen. Sailers Einschätzung blieb jedoch nicht unwidersprochen. Schließlich würde ab dem Jahr 2005 der neue Airbus A 380 als Linienflugzeug eingesetzt, mit doppelt soviel Korosin an Bord wie Referenzrechnungen unterstellt haben, und schon würde sich auch in punkto Zwischenlager das Bedrohungsszenario anders darstellen. Bedrohlich sei hingegen das Szenario Luftattacke gegen ein AKW, argumentierte Sailer, weil sich hinter der neutral gehaltenen Formulierungen wie Beherrschung fraglich und massive Freisetzungen von Radioaktivität nichts anderes verberge als eine mögliche Kernschmelze. Michael Sailer: Das heißt im Klartext Tschernobyl. Fünf der verbliebenen 18 Atommeiler in Deutschland seien gegen derartige Attacken nicht ausgelegt, sechs bildeten eine Art Mittelgruppe und bei sieben Kraftwerken sei wegen der starken Betonkuppeln ein solcher Vorgang beherrschbar. Wolfgang Renneberg räumte ein, dass seit dem 11. September 2001 dieses Szenario nicht mehr in den Bereich des Restrisikos einzustufen sei. Das Mehr an Bedrohung jedoch böte keine Handhabe, die sofortige Schließung der AKW´s anzuordnen. Die Bewertung der Sicherheitslage und die Zumutbarkeit für die Nachrüstung der Atomkraftwerke seien wesentliche Abwägungsfaktoren und in erster Linie sei es Sache des Innenministeriums, die Sicherheitslage zu betrachten und geeignete Vorschläge zu unterbreiten. Auf gar keinen Fall werde die Studie mit ihren Details und Berechnungen veröffentlicht, um den Vorbereitern möglicher Terroranschläge nicht sachdienliche Hinweise in die Hand zu spielen. Fakt sei allerdings, dass die Länder, denen die Atomaufsicht obliegt, in der Umsetzung von Vorstellungen, wie ein wirksamer Schutz vor Terrorattacken gegen Atomanlagen bewerkstelligt werden könnten, sich träge verhielten. Die Idee, AKW´s zu vernebeln, sei diskutabel und nicht nur Vernebelungstaktik. Sailer sekundierte etwas nüchterner: Der Nebel schadet nichts, aber ob es was nützt, das weiß man nicht. Die Trennschärfe zwischen Besorgnis und Glosse ging endgültig verloren, als weitere Vorschläge,wie eine Vorsorge aussehen könnte, angerissen wurden: Säulen könnten um die AKW`s errichtet werden, die den unmittelbaren Aufprall eines Flugszeugs auf den Reaktor verhinderten. Attrappen von Atommeilern, gut ausgeleuchtet, in ihrer Nachbarschaft errichtet werden, oder und derartige Vorschläge gab es tatsächlich alle Atomanlagen sollten besser unterirdisch errichtet und betrieben werden. Diese Statements sorgten für eine lebhafte Diskussion unter den rund 60 Zuhörerinnen und hörern aus Umweltverbänden, Bürgerinitiative und Mitstreitern der BAG Energie. Ob nicht in Wirklichkeit das Stillehalten in der Atomausstiegsfrage darauf zurückzuführen sei, dass man sich mit der Energiewirtschaft nicht weiter anlegen wollte? Hartmut Berger, Sprecher der BAG Energie, wartete mit dem Vorschlag auf, wenigstens die Möglichkeiten, die der Atomkonsens der Politik bietet, umzusetzen. Gemeint ist, dass die fraglichen fünf AKW´s sofort abgeschaltet werden, weil ihre Reststrommengen laut Konsensvertrag auf neuere und sichere Anlagen übertragbar seien. Die Mehrzahl der Diskussionsteilnehmer wollte sich mit dieser ausweichenden Position nicht abfinden. Susanne Ochse, die für Greenpeace auf dem Podium mitdiskutierte, brachte es als gemeinsame Position der Anti- AKW-Initiative und der Umweltverbände auf den Punkt: Einerseits heißt es, es gäbe keine akute Bedrohung, andererseits werden alle Sicherheitsgesetze als Reaktion auf den 11. September vom Innenminister durchgesetzt. Wenn man dem Innenminister Schily bei der Einschränkung von Freiheitsrechten Glauben schenkt, muss die logische Folge auch die Abschaltung der Atomkraftwerke sein. Wolfgang Ehmke Hanau selber kaufenKlares Signal gegen den Verkauf der Siemens-PlutoniumfabrikBerlin, den 3.3.04. Die Resonanz auf die Aktion Hanau selber kaufen ist überwältigend: in nur sechs Tagen zeichneten 2.500 potenzielle Käuferinnen und Käufer in ihren Kaufbeteiligungserklärungen mehr als eine Viertel Million Euro (253.816,41 Euro), um den Export der Brennelementefabrik nach China zu verhindern. "Das ist eine deutliche politische Aufforderung an die Regierung, das gefährliche Plutonium-Geschäft mit China zu stoppen. Wir ertrinken in Glückwünschen, Kaufbeteiligungen und Anregungen zur Aktion", sagt Ute Watermann, Sprecherin der IPPNW. Peter Sodann, Tatortkommissar und einer der ersten prominenten UnterstützerInnen der Aktion, freut sich ebenfalls über die Resonanz: "Jetzt müssen wir noch mehr werden. Ich hoffe, dass jeder Deutsche einen Euro spendet und so die ganze Summe voll wird." Gezeichnet wurden Anteile von 10 bis 10.000 Euro, Schülerinnen fragten, ob sie als 16jährige mitkaufen dürften, Rentner- Innen entschuldigten sich für den schmalen Betrag der ihnen möglichen Beteiligung. AkademikerInnen, PolitikerInnen und Angestellte machten privat bis zu 5000 Euro locker. "Der Protest gegen den Verkauf der Plutoniumanlage geht quer durch alle gesellschaftlichen und politischen Gruppierungen. Die Anti-Atom- Bewegung ist so lebendig wie nie zuvor", sagt Stephan Kolb, Vorsitzender der IPPNW. Aus Frankreich, der Schweiz, Österreich, Schottland und sogar aus Bethlehem erreichten die IPPNW gezeichnete Kaufbeteiligungen. Zu weiteren prominenten MitstreiterInnen zählen u.a. die Münchner Lach- und Schiessgesellschaft, der Moderator Axel Bulthaupt und der Journalist Franz Alt. Mit Christine Scheel, Undine Kurth, Franziska Eichstädt-Bohlig, Hans-Josef Fell und Josef Winkler (alle Bündnis 90/Die Grünen) erhöht sich die Anzahl der unterstützenden Bundestagsabgeordneten (MdB) von drei auf acht. Dürfte der Bundestag über den Export entscheiden, könnte dies die Regierungsmehrheit gefährden. Insider schätzen sogar, dass achtzig Prozent der SPD-Bundestagsfraktion gegen den Export der gefährlichen Anlage sind. "Wir werden daher die SPD-Bundestagsabgeordneten persönlich anschreiben und Ihnen ebenso wie Außenminister Joschka Fischer in der vergangenen Woche, den naheliegenden Vorschlag machen, die Initiative "Hanau selber kaufen" mit einem namhaften Betrag zu unterstützten", sagt Ute Watermann. So wie es der Bundesvorstand der grünen Jugend getan hat, der 10.000 Euro zeichnete, die ihm zuvor die Allianz- Versicherung gespendet hatte. "Mit dem bisher zusammen gekommen Finanzpolster können wir nun die Verhandlungen mit Siemens aufnehmen. Die erste Anzahlung ist gesichert", sagt Stephan Kolb. "Vielen Dank allen, die dazu beigetragen haben." IPPNW-Büro: 030 - 69 80 74-0 www.hanauselberkaufen.de/downloads/kaufbeteiligung.pdf Stasi und RossendorfVerdächtige Staatsfeinde wurden gezielt verstrahltDie Version, das Atomforschungszentrum Rossendorf hätte doch nur medizinischen Zwecken gedient, verdeckt ein menschenverachtendes Stasi-Kapitel und verhöhnt deren Opfer. Das Staatssicherheitsministerium war vor allem an dort herstellbaren radioaktiven Substanzen interessiert, die zur gezielten Verfolgung von Oppositionellen eingesetzt wurden. Die von der Stasi angeforderten Radionuklide wurden ab den 70er Jahren konspirativ vom Atomforschungszentrum zur Verfügung gestellt. Flüssigpräparate, u.a. Scandium 46, wurden für die Stasi in Ampullen abgefüllt. Diente das in der Natur ausschließlich in Skandinavien und Madagaskar vorkommende Scandium 46 international als Markierungsmittel zur Beobachtung von Seesandbewegungen an Erdöllagerstätten, wurden von der DDRStaatssicherheit kritische Mitbürger damit zu Observationszwecken markiert. Das ehemalige DDR-Amt für Atomsicherheit erlaubte dem MfS sogar, sich bei der Einhaltung von Strahlenschutzrichtlinien selber kontrollieren zu dürfen. Verdächtigte Personen wurden einer bis zu 16 mal höheren Strahlenbelastung als gesetzlich für zumutbar gehalten ausgesetzt. Persönliche Papiere, Manuskripte, Kleidung und Fahrzeuge wurden für eine Erleichterung der Observation kontaminiert. Die Gegenstände wurden mit dem Inhalt der Rossendorfer Ampullen getränkt, um aus gebührendem Abstand die so markierten Personen mit Geigerzählern orten zu können. Auch die Wege kritischer Schriften konnten auf diese Art rekonstruiert werden. An den Grenzstellen durchleuchteten MfSMitarbeiter unauffällig Fahrzeuge nach flüchtenden Personen. So entdeckte ein Bürgerkomitee in der Untersuchungshaftanstalt Gera 1989 in einem Fotoraum ein Röntgengerät hinter einem Vorhang. Der Stasi-Gefangene und 1999 an Leukämie verstorbene Schriftsteller Jürgen Fuchs äußerte den Verdacht, Inhaftierte seien gezielt mit später nicht nachweisbaren Strahlenbehandlungen krank gemacht worden.Wegen der hohen Geheimhaltungsstufe ist es fraglich, ob dieses menschenverachtende Kapitel der Stasi-Vergangenheit noch komplett aufzudeckenist. Francis Althoff |
| Ansprechpartner: BI Kein Atommüll in Ahaus: Nix fährt mehr: |
Aktionsbündnis Castor-Stopp Dresden: Andreas Eckert, BI Umweltschutz Lüchow Dannenberg WigA Münster c/o Umweltzentrum e.V., |
![]() Autobahn-Aktionstag 28.02.04, Wendland Soli-Aktion bei Dannenberg |
Internet-Adressen: www.bi-ahaus.de
www.castorstopp-dresden.de www.nixfaehrtmehr.de www.wigatom.de
www.aktionsbuendnis-muensterland.de |
Termine:
An jedem 3. Sonntag finden in Ahaus seit vielen Jahren die traditionellen Sonntagsspaziergänge um das Brennelemente-Zwischenlager (BZA) statt. Damit soll immer wieder auf den Widerstand gegen die Atommülllagerung in Ahaus aufmerksam gemacht werden.
Am 21. März gibt es um 15 Uhr am Forschungszentrum Rossendorf den nächsten Sonntagsspaziergang, Ihr seid herzlich eingeladen! Treff ist Haltestelle Siedlung Rossendorf, hin kommt Ihr mit dem Bus 261, 14:15 ab DD Hbf Infos, Rat und Tat zum Rossendorf-Ahaus Transport

Gewaltfreie Blockade des Gorleben- Castors bei Heilbronn
Am 10. November 2003 überquerte der Castor-Transport nach Gorleben um 16.10 Uhr die französisch-deutsche Grenze. Er setzte seine Fahrt zwei Stunden später über Karlsruhe und Heilbronn fort, bis er gegen 20.30 Uhr zwischen Siglingen und Züttlingen unfreiwillig anhalten musste.
Eine Gruppe von etwa 20 Anti-Atom- AktivistInnen war an einer Aktion beteiligt, bei der sich ein 19-jähriger Brite und ein 28-jähriger Odenwälder in einem Stahlrohr unter den Gleisen festketten. Durch die Ankettaktion konnte der Castor über zwei Stunden aufgehalten werden.

Mehrere Beobachtungs- und Zugstopp- Gruppen sicherten die Aktion in beide Richtungen ab, so kam der Zug etwa drei Kilometer vor den Angeketteten zum Stehen. Der BGS-Hubschrauber flog daraufhin die Strecke ab und entdeckte die Angeketteten und ihre UnterstützerInnen. Bis aber wirklich Polizisten kamen, dauerte es trotzdem eine geschlagene _ Stunde. Der BGS musste schweres Gerät einsetzen um die Blockade aufzulösen, bis der Castor seine stockende Fahrt gegen 23.00 Uhr fortsetzen konnte. Der zweite Castor-Stopp im Süden innerhalb eines Jahres ist ein eindeutiges politisches Zeichen, dass der Widerstand auch außerhalb Gorlebens erstarkt!
Bei der Aktion wurden zehn Personen in Gewahrsam genommen. Wir rechnen mit juristischen Folgen und hohen Geldbußen, die den Widerstand einschüchtern sollen, Auch Schadenersatzforderungen der Bahn sind nicht auszuschließen. Deswegen brauchen wir Ihre Unterstützung!
Genau einen Monat nach dem Castor- Transport nach Gorleben wurde nun Atommüll in die Plutoniumfabrik La Hague transportiert. Am 10. Dezember 2003 wurden insgesamt sechs Castor-Behälter aus vier Atomkraftwerken in Norddeutschland abtransportiert: Aus Stade, Brokdorf, Unterweser und Grohnde. Weitere zwei Behälter rollten aus dem bayrischen Ohu durchs Land.
Proteste wurden diesmal von der Polizei wohl nicht wirklich erwartet. Um so überraschender war es dann, als der Transport aus dem Norden gegen 16.15 Uhr bei Kaiserslautern zwischen Rockenhausen und Imsweiler gestoppt wurde.
Etwa 20 AtomkraftgegnerInnen sicherten die Aktion ab, bei der sich wie schon beim Gorleben- Castor einen Monat zuvor ein 28-jähriger Odenwälder und ein 19-jähriger Brite an die Gleise ketteten. Der Transport konnte für fast zweieinhalb Stunden aufgehalten werden, daher wurde ion den Medien ausführlich darüber berichtet. Der BGS war dieses Mal deutlich länger damit beschäftigt, die in Geschenkpapier gewickelten Rohrkonstruktionen zu öffnen. Die BGS-Techniker zeigten sich von der Qualität des Rohrs regelrecht beeindruckt. Außer den zwei Angeketteten wurde nur ein Kameramann des SWR in Gewahrsam genommen. Diese Aktionen haben deutlich gezeigt: es wird weiterhin viele Menschen geben, die atomare Verseuchung durch den Betrieb von Atomanlagen anprangern und sogar aktiv Widerstand leisten. Doch nach der Aktion geht die Arbeit weiter.Wir werden politische Gerichtsprozesse führen müssen. Und das kostet Geld.
Spenden für die juristische Nachbereitung: Odenwälder Friedensforum
Stichwort HP
Volksbank Odenwald
BLZ: 508 635 13
Kto: 19 14 50
Infos u.Kontakt:Anti-Atom-Gruppe Heidelberg
fon: 06221-978927,
mail: anti-atom-heidelberg@gmx.de
Internet: www.aetsch.org

Eindruckvolle Bilder bleiben in unserer Erinnerung und setzen sich fest. Über tausend Menschen seit Stunden der Kälte ausgesetzt, mit aberhunderten Polizisten konfrontiert und von Ihnen malträtiert, von diversen Wasserwerfern bedroht und eingekesselt auf beschlagnahmten Privatgelände, skandieren bei der morgendlichen Vorbeifahrt der Castorbehälter : " Wir kommen wieder! Wir kommen wieder!" Keine Resignation trotz Ohnmachtgefühlen. Was gab denen diese Kraft?
Um das in Ansätzen uns und auch Leuten, die nicht dabei sein konnten oder wollten, verständlich zu machen, haben wir diese Broschüre gemacht. Sie holt weit aus, berichtet über Aktivitäten exemplarisch, die über das ganze Jahr 2003 liefen.
Die Beteiligten selbst kommen hier zu Wort. Ideen, Ziele und deren Umsetzungen vermitteln sich über die Schilderungen des Erlebten. Viele kommen zu Wort die wieder zahlreich dieses Jahr zum ersten Mal dabei waren. Vor allem viele junge Menschen. Gorleben ist immer noch, auch 27 Jahre nach der Standortbestimmung, ein sozialer Ort voller Kreativität und Phantasie vieler Beteiligter gegen Betonköpfe und ihre grünen Garden. Immer wieder gelingt es Schnippchen zu schlagen und die eine oder andere Mut machende Aktion durchzuziehen. Trotz des Besatzungszustandes und der auch hier wieder einmal praktizierten Außerkraftsetzung angeblich vorhandener demokratischer Spielregeln. Und dies nicht nur auf das Wendland bezogen, sondern angefangen in Frankreich und während der ganzen Fahrt des Zuges Richtung Verladekran Dannenberg. Auch nicht zu vergessen sind die Aktionen an anderen Orten abseits des Transportgeschehens.
Auffrischen wollen wir mit der Broschüre die Erlebnisse all derjenigen die mit dabei waren. Ermuntern wollen wir diejenigen, die sich noch nicht trauten sich an dieser Auseinandersetzung zu beteiligen. Aufgerüttelt werden sollen die tausende von ehemaligen Mitstreiter/innen, die jetzt abseits standen aus unterschiedlichsten Gründen. An sie die Aufforderung, sich einzubringen mit ihren Erfahrungen, denn nicht alles muss wiederholt werden oder neu erfahren werden. Die Zeiten nicht nur in diesem Land werden immer härter und wir brauchen uns in den Auseinandersetzungen für unsere Lebensinteressen an jedem Punkt und an jedem Ort.
Deshalb ist es wichtig zusammenzukommen, sich auszutauschen und auch voneinander zu lernen (auch im Streit). Einer dieser Orte wird jedes Jahr das Wendland zu den alljährlichen Castortransporten sein.Auf ein widerständiges Leben, bis dann.
Wolfgang Taubitz
Zu Bestellen über das BI Büro oder im Buchhandel. 88 Seiten, incl. Audio CD "transport 03" - eine Hör-Dokumentation des Radio Freies Wendland, 6 Euro, ISBN 3-928117-14-9
Neuer Film:
Ein neuer Film der Video-Gruppe der BI Umweltschutz Lüchow-Dannenberg mit dem Titel Aufstehen und Widersetzen dokumentiert die Ereignisse vor und während des 7. Castor-Transports nach Gorleben im November 2003.
Der auch als DVD erhältliche Film wurde ausschließlich aus bisher nicht gezeigtem Amateurmaterial zusammengestellt. Die komplexe Bandbreite wurde durch die Zusammenarbeit von sieben Filmern gewährleistet, die teilweise zeitgleich an verschiedenen Orten Aufnahmen machten.
Der Erlös aus dem Verkauf der 80minütigen zeitgeschichtlichen Dokumentation geht an die BI Umweltschutz Lüchow - Dannenberg. Erhältlich ist der Film als Video für 12 E und als DVD für 15 Eim Lüchower BI-Büro. Die Video-Gruppe dankt allen, die an diesem Projekt mitgewirkt haben! Inhalt unter anderem:
Die "Gorleben-Rundschau" erscheint 8-10mal jährlich und wird herausgegeben von der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V. Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers wieder. Für Neuerungen und produktive Anregungen sind wir immer ansprechbar. Es ist erwünscht, eigene Texte zum Thema Atomkraft, Gorleben und erneuerbare Energien einzubringen; sie werden gerne veröffentlicht, sofern sie in den Kontext der Ausgabe passen.
BI-Büro,
Drawehner Str. 3,
29439 Lüchow
Tel.: 05841 / 46 84 Fax: 05841 / 31 97
Öffnungszeiten: Mo, Mi, Fr, Sa: 9-12 Uhr, Di, Do: 15-18 Uhr.
Spendenkonto der BI: KSK Lüchow BLZ 258 513 35 Konto 2 060 721
Anmerkung der Castor-Nix-Da Redaktion:
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Bearbeitet am:15.02.2004 /ad