Gorleben Rundschau


republik.gif (10016 Byte)

März/Februar

2004

AUSGABE 2

Inhalt:

 

Terrorattacken gegen Atomanlagen

Kein Restrisiko, aber auch kein Handlungsbedarf?

Ein besonderer zusätzlicher Schutz der Brennelement-Zwischenlager gegen Terror- Attacken aus der Luft ist nicht geplant. Michael Sailer, Chef der Reaktorsicherheitskommission, fügte hinzu, auch ein Vernebeln der Zwischenlager, wie es für die Atomkraftwerke diskutiert wird, sei bisher nicht angedacht. Sailer stellte sich in einer öffentlichen Veranstaltung zusammen mit Wolfgang Renneberg, dem Abteilungsleiter für Reaktorsicherheit im Bundesumweltministerium, am Freitagabend in Berlin zahlreichen Fragen zum Thema „Terror gegen Atomanlagen“. Eingeladen hatte die Bundesarbeitsgemeinschaft Energie (BAG) der Grünen.

Ob Atomanlagen gegen Luftattacken zu schützen sind, war Gegenstand einer Studie der Gesellschaft für Reaktorsicherheit (GRS), die das Ministerium in Auftrag gegeben hatte.Teile der Studie, die im Jahr 2003 den Ländern vorgelegt wurde, wurden in der vergangenen Woche presseöffentlich. Nachdem Zeitungen immer wieder Details preisgegeben hatten, wurde das Resümee in der vergangenen Woche vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschlands (BUND) ins Netz gestellt (www.bund.net).

Die Bürgerinitiative Umweltschutz (BI) Lüchow-Dannenberg hatte prompt reagiert und die Frage aufgeworfen, welche Konsequenzen aus der Studie für Gorleben zu ziehen seien. Michael Sailer unterstrich, dass es auf eine Gesamtschau ankäme. Die Studie spräche zwar davon, dass bei einem ungünstigen Auftreffen schnell fliegender harter Trümmerteile „die Integrität einzelner Behälter beeinträchtigt“ sein könne.

Eine Leckage von Castorbehältern führe aber bei weitem nicht zu den Folgen, die beim gezielten Aufprall eines Flugzeugs auf ein Atomkraftwerk zu erwarten sein und sei auch beherrschbar. Deshalb fokussiere sich die gesamtpolitische Debatte, welche Konsequenzen aus der GRS-Studie zu ziehen sein, auch nicht auf Zwischenlager als Anschlagsziel von Terroristen. Sailers Einschätzung blieb jedoch nicht unwidersprochen. Schließlich würde ab dem Jahr 2005 der neue Airbus A 380 als Linienflugzeug eingesetzt, mit doppelt soviel Korosin an Bord wie Referenzrechnungen unterstellt haben, und schon würde sich auch in punkto Zwischenlager das Bedrohungsszenario anders darstellen.

Bedrohlich sei hingegen das Szenario „Luftattacke gegen ein AKW“, argumentierte Sailer, weil sich hinter der neutral gehaltenen Formulierungen wie „Beherrschung fraglich“ und „massive Freisetzungen von Radioaktivität“ nichts anderes verberge als eine mögliche Kernschmelze. Michael Sailer: „Das heißt im Klartext Tschernobyl“.

Fünf der verbliebenen 18 Atommeiler in Deutschland seien gegen derartige Attacken nicht ausgelegt, sechs bildeten eine Art Mittelgruppe und bei sieben Kraftwerken sei wegen der starken Betonkuppeln ein solcher Vorgang beherrschbar. Wolfgang Renneberg räumte ein, dass seit dem 11. September 2001 dieses Szenario nicht mehr in den Bereich des „Restrisikos“ einzustufen sei. Das Mehr an Bedrohung jedoch böte keine Handhabe, die sofortige Schließung der AKW´s anzuordnen. Die Bewertung der Sicherheitslage und die Zumutbarkeit für die Nachrüstung der Atomkraftwerke seien wesentliche Abwägungsfaktoren und in erster Linie sei es Sache des Innenministeriums, die Sicherheitslage zu betrachten und geeignete Vorschläge zu unterbreiten. Auf gar keinen Fall werde die Studie mit ihren Details und Berechnungen veröffentlicht, um den Vorbereitern möglicher Terroranschläge nicht „sachdienliche Hinweise in die Hand zu spielen“.

Fakt sei allerdings, dass die Länder, denen die Atomaufsicht obliegt, in der Umsetzung von Vorstellungen, wie ein wirksamer Schutz vor Terrorattacken gegen Atomanlagen bewerkstelligt werden könnten, sich träge verhielten. Die Idee, AKW´s zu vernebeln, sei diskutabel und nicht nur „Vernebelungstaktik“. Sailer sekundierte etwas nüchterner: “Der Nebel schadet nichts, aber ob es was nützt, das weiß man nicht“. Die Trennschärfe zwischen Besorgnis und Glosse ging endgültig verloren, als weitere Vorschläge,wie eine Vorsorge aussehen könnte, angerissen wurden: Säulen könnten um die AKW`s errichtet werden, die den unmittelbaren Aufprall eines Flugszeugs auf den Reaktor verhinderten. Attrappen von Atommeilern, gut ausgeleuchtet, in ihrer Nachbarschaft errichtet werden, oder – und derartige Vorschläge gab es tatsächlich – alle Atomanlagen sollten besser unterirdisch errichtet und betrieben werden. Diese Statements sorgten für eine lebhafte Diskussion unter den rund 60 Zuhörerinnen und – hörern aus Umweltverbänden, Bürgerinitiative und Mitstreitern der BAG Energie. „Ob nicht in Wirklichkeit das Stillehalten in der Atomausstiegsfrage darauf zurückzuführen sei, dass man sich mit der Energiewirtschaft nicht weiter anlegen wollte?“

Hartmut Berger, Sprecher der BAG Energie, wartete mit dem Vorschlag auf, wenigstens die Möglichkeiten, die der Atomkonsens der Politik bietet, umzusetzen. Gemeint ist, dass die fraglichen fünf AKW´s sofort abgeschaltet werden, weil ihre Reststrommengen laut Konsensvertrag auf neuere und sichere Anlagen übertragbar seien.

Die Mehrzahl der Diskussionsteilnehmer wollte sich mit dieser ausweichenden Position nicht abfinden. Susanne Ochse, die für Greenpeace auf dem Podium mitdiskutierte, brachte es als gemeinsame Position der Anti- AKW-Initiative und der Umweltverbände auf den Punkt: „Einerseits heißt es, es gäbe keine akute Bedrohung, andererseits werden alle Sicherheitsgesetze als Reaktion auf den 11. September vom Innenminister durchgesetzt. Wenn man dem Innenminister Schily bei der Einschränkung von Freiheitsrechten Glauben schenkt, muss die logische Folge auch die Abschaltung der Atomkraftwerke sein“.

Wolfgang Ehmke


Hanau selber kaufen

Klares Signal gegen den Verkauf der Siemens-Plutoniumfabrik

Berlin, den 3.3.04. Die Resonanz auf die Aktion Hanau selber kaufen ist überwältigend: in nur sechs Tagen zeichneten 2.500 potenzielle Käuferinnen und Käufer in ihren Kaufbeteiligungserklärungen mehr als eine Viertel Million Euro (253.816,41 Euro), um den Export der Brennelementefabrik nach China zu verhindern.

"Das ist eine deutliche politische Aufforderung an die Regierung, das gefährliche Plutonium-Geschäft mit China zu stoppen. Wir ertrinken in Glückwünschen, Kaufbeteiligungen und Anregungen zur Aktion", sagt Ute Watermann, Sprecherin der IPPNW. Peter Sodann, Tatortkommissar und einer der ersten prominenten UnterstützerInnen der Aktion, freut sich ebenfalls über die Resonanz: "Jetzt müssen wir noch mehr werden. Ich hoffe, dass jeder Deutsche einen Euro spendet und so die ganze Summe voll wird."

Gezeichnet wurden Anteile von 10 bis 10.000 Euro, Schülerinnen fragten, ob sie als 16jährige mitkaufen dürften, Rentner- Innen entschuldigten sich für den schmalen Betrag der ihnen möglichen Beteiligung. AkademikerInnen, PolitikerInnen und Angestellte machten privat bis zu 5000 Euro locker. "Der Protest gegen den Verkauf der Plutoniumanlage geht quer durch alle gesellschaftlichen und politischen Gruppierungen. Die Anti-Atom- Bewegung ist so lebendig wie nie zuvor", sagt Stephan Kolb, Vorsitzender der IPPNW. Aus Frankreich, der Schweiz, Österreich, Schottland und sogar aus Bethlehem erreichten die IPPNW gezeichnete Kaufbeteiligungen. Zu weiteren prominenten MitstreiterInnen zählen u.a. die Münchner Lach- und Schiessgesellschaft, der Moderator Axel Bulthaupt und der Journalist Franz Alt. Mit Christine Scheel, Undine Kurth, Franziska Eichstädt-Bohlig, Hans-Josef Fell und Josef Winkler (alle Bündnis 90/Die Grünen) erhöht sich die Anzahl der unterstützenden Bundestagsabgeordneten (MdB) von drei auf acht. Dürfte der Bundestag über den Export entscheiden, könnte dies die Regierungsmehrheit gefährden. Insider schätzen sogar, dass achtzig Prozent der SPD-Bundestagsfraktion gegen den Export der gefährlichen Anlage sind.

"Wir werden daher die SPD-Bundestagsabgeordneten persönlich anschreiben und Ihnen ebenso wie Außenminister Joschka Fischer in der vergangenen Woche, den naheliegenden Vorschlag machen, die Initiative "Hanau selber kaufen" mit einem namhaften Betrag zu unterstützten", sagt Ute Watermann. So wie es der Bundesvorstand der grünen Jugend getan hat, der 10.000 Euro zeichnete, die ihm zuvor die Allianz- Versicherung gespendet hatte. "Mit dem bisher zusammen gekommen Finanzpolster können wir nun die Verhandlungen mit Siemens aufnehmen. Die erste Anzahlung ist gesichert", sagt Stephan Kolb. "Vielen Dank allen, die dazu beigetragen haben."

IPPNW-Büro: 030 - 69 80 74-0

www.ippnw.de

www.hanauselberkaufen.de/downloads/kaufbeteiligung.pdf


Stasi und Rossendorf

Verdächtige „Staatsfeinde“ wurden gezielt verstrahlt

Die Version, das Atomforschungszentrum Rossendorf hätte doch „nur“ medizinischen Zwecken gedient, verdeckt ein menschenverachtendes Stasi-Kapitel und verhöhnt deren Opfer. Das Staatssicherheitsministerium war vor allem an dort herstellbaren radioaktiven Substanzen interessiert, die zur gezielten Verfolgung von Oppositionellen eingesetzt wurden.

Die von der Stasi angeforderten Radionuklide wurden ab den 70er Jahren konspirativ vom Atomforschungszentrum zur Verfügung gestellt. Flüssigpräparate, u.a. Scandium 46, wurden für die Stasi in Ampullen abgefüllt. Diente das in der Natur ausschließlich in Skandinavien und Madagaskar vorkommende Scandium 46 international als Markierungsmittel zur Beobachtung von Seesandbewegungen an Erdöllagerstätten, wurden von der DDRStaatssicherheit kritische Mitbürger damit zu Observationszwecken markiert. Das ehemalige DDR-Amt für Atomsicherheit erlaubte dem MfS sogar, sich bei der Einhaltung von Strahlenschutzrichtlinien selber kontrollieren zu dürfen.

„Verdächtigte Personen“ wurden einer bis zu 16 mal höheren Strahlenbelastung als gesetzlich für zumutbar gehalten ausgesetzt. Persönliche Papiere, Manuskripte, Kleidung und Fahrzeuge wurden für eine Erleichterung der Observation kontaminiert. Die Gegenstände wurden mit dem Inhalt der Rossendorfer Ampullen getränkt, um aus „gebührendem Abstand“ die so markierten Personen mit Geigerzählern orten zu können. Auch die Wege kritischer Schriften konnten auf diese Art rekonstruiert werden. An den Grenzstellen durchleuchteten MfSMitarbeiter unauffällig Fahrzeuge nach flüchtenden Personen. So entdeckte ein Bürgerkomitee in der Untersuchungshaftanstalt Gera 1989 in einem Fotoraum ein Röntgengerät hinter einem Vorhang. Der Stasi-Gefangene und 1999 an Leukämie verstorbene Schriftsteller Jürgen Fuchs äußerte den Verdacht, Inhaftierte seien gezielt mit später nicht nachweisbaren „Strahlenbehandlungen“ krank gemacht worden.Wegen der hohen Geheimhaltungsstufe ist es fraglich, ob dieses menschenverachtende Kapitel der Stasi-Vergangenheit noch komplett aufzudeckenist.

Francis Althoff


ausge2.gif (17778 Byte)

Zusammenfassende Betrachtung zum geplanten

Castortransport von Rossendorf nach Ahaus!

Es gab einmal einen Arbeitskreis Auswahlverfahren Endlagerstandorte (AkEnd), der die gesellschaftlichen Probleme der Atommülllagerung in Deutschland bearbeitete. Dieser Kreis sollte u.A. Umgangsbedingungen zwischen der Politik, Aufsichtsbehörden, gesellschaftlich relevanten Gruppen und der interessierten Öffentlichkeit erarbeiten. Es ist ein Beteiligungsverfahren mit Dialog, Glaubwürdigkeit, Fairness,Transparenz und gesellschaftlichem Konsens beabsichtigt.

Was ist für die Münsterländer und Ahauser aus der Arbeit dieses Kreises geblieben?

Zufällig erhielten Mitglieder der BI-Ahaus auf einer Berlinfahrt Informationen über geplante Atommüll-Transporte nach Ahaus.

ausg02b.jpg (11056 Byte) A u t o b a h n - A k t i o n s t a g : A u t o b a h n b l o c k a d e b e i Ahaus , 2 8 . 0 2 . 0 4

Nachdem sie zuvor entsprechende Fragen schriftlich eingereicht hatten, wurde ihnen mitgeteilt, dass der Atommüll aus allen Forschungsreaktoren und aller Atommüll aus der Wiederaufarbeitung aus La Hague (Frankreich) in das Transport- Behälter-Lager - Ahaus (TBL- A) eingelagert wird! Die Art und Weise, wie diese Informationen den Ahausern zugetragen wurden hatten rein gar nichts mit den Ergebnissen des AkEnd gemein.

Es gab keinen Dialog, keine Transparenz und auch keinen gesellschaftlichen Konsens. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit unter der Leitung von Jürgen Trittin hatte klammheimlich eine Entsorgungs- und Zwischenlager-Strategie entworfen und den Ahausern dieses als unvermeidbares Handeln nach Recht und Gesetz dargestellt. Die Entscheidung zur Entsorgung der Forschungsreaktoren ist sinnlos und kaum zu begründen. Es gibt einige Forschungsreaktoren, die über ein eigenes genehmigtes Zwischenlager verfügen. Die Sicherheit des TBL- Ahaus gegen gezielte Flugzeugabstürze von Großflugzeugen wurde auf administrative Art und Weise rein theoretisch ermittelt und bestätigt. Die Halle in Ahaus ist nach dem WTI-Konzept erstellt. Für diese Hallen bestehen national und erst recht international erhebliche Bedenken bezüglich der Sicherheit!

Der Castor MTR-2 gilt als besonderer Problemfall. Im Jahr 2000 wurde für den Castor nur ein Sicherheitsnachweis für 15 Jahre von 40 geforderten Jahren erbracht. Getreu der Devise, „dass nicht sein kann, was nicht sein darf“, wurde genau wie bei der Hallensicherheit auch die Sicherheit des MTR-2 Behälters mit Manipulationen am Hallendach des BZA und geänderter Überwachungssoftware auf 40 Jahre ausgeweitet!

Den Ahausern hatte Trittin schriftlich bestätigt, dass der Müll aus der Wiederaufarbeitung an die Verursacher- AKW’s zurück sollte. Diese Bestätigung war glaubhaft, da die sog. „Dezentralen Zwischenlager“ an den AKW’s für die genehmigten Restlaufzeiten viel zu groß sind.

Nachdem die Transportabsichten bekannt wurden, hat die BIAhaus in mühevoller Kleinarbeit die Schwachstellen und Ungereimtheiten dieser Entsorgungsabsichten offen gelegt. Die mangelhafte Sicherheit des TBL- A, die erheblichen Sicherheitsprobleme mit dem Castor MTR-2 und die mangelhafte Glaubwürdigkeit ministerieller Aussagen haben jeglichen angestrebten oder zumindest propagierten gesellschaftlichen Konsens in Ahaus und auch bundesweit zerstört. Es gibt keinen Grund, den Atommüll von Rossendorf nach Ahaus zu transportieren, sagte 1999 J. Trittin in Ahaus. Im Januar 2004 verlangte Trittin zur Transportabsage einen Offenbarungseid vom NRW – Innenminister. IM- Behrens sollte einfach nur gestehen, dass er die Absicherung des Transportes nicht gewährleisten könne; und schon würde Trittin den Transport absagen.

Im Februar 2004 versuchte Trittin die Verantwortung an die Sächsische Staatsregierung abzutreten. Das Argument war nun, dass es durchaus möglich sei, für Rossendorf eine Genehmigung als Zwischenlager nach §6 Atomgesetz zu erlangen und somit die geplanten Transporte abzusagen.

Fest steht aber, dass Trittin die Option der Transportvermeidung in den Händen hält, dass sein bisheriges Taktieren und Handeln nicht im Geringsten an den hehren Aussagen des AkEnd oder B90/GRÜNER Wahlversprechen orientiert ist.

Felix Ruwe BI-Ahaus, 3. März 2004

Daher werden wir die geplanten Transporte mit eurer Hilfe ausbremsen und die Politik zum sofortigen Ausstieg aus der Kernenergie drängen.


ausg02c.jpg (4990 Byte)

Radioaktive Altlasten in Rossendorf

Seit Anfang diesen Jahres häufen sich in den Medien die Nachrichten, dass noch in der ersten Jahreshälfte 2004 mehrere Castortransporte vom Atomforschungszentrum Rossendorf bei Dresden quer durch Deutschland nach Ahaus in Nordrhein- Westfalen rollen.Worum geht es dabei und warum wehrt sich die Anti-Atom-Bewegung so vehement gegen diese Transporte?

Im Atomforschungszentrum Rossendorf, ca. 12 km vom Dresdner Stadtzentrum entfernt, wurde seit 1957 ein Forschungsreaktor betrieben; ein Entsorgungskonzept für den anfallenden Atommüll gab es natürlich nicht. Daneben existierte ein vielfältiger Umgang mit radioaktiven Stoffen, z.B. in der Isotopenproduktion. Nach der Wende, 1991, wurden die industriemäßige Isotopenproduktion und der Reaktorbetrieb eingestellt.

ausg02d.jpg (7840 Byte) Robin Wood Kran-Besetzung an der Dresdner Autobahn, 28.02.04

1993 musste die Sächsische Staatsregierung die endgültige Stillegung des Reaktors beschließen: der Reaktor war nach neuem gesamtdeutschen Recht nicht mehr genehmigungsfähig. Sämtliche jemals in Rossendorf genutzten Brennelemente der 34-jährigen Betriebszeit des Reaktors sind bis heute in Rossendorf verblieben – 951 Stück. Diese abgebrannten Brennelemente lagern seit 1999 in 18 Castor-Behältern vom Typ MTR-2 in einer eigens dafür errichteten Transportbereitstellungshalle.

Diese 20 Mio. Euro teure Halle ist Bestandteil des sogenannten Hochsicherheitstraktes in Rossendorf, wo neben den Castoren auch noch bis zu 2000 kleinere Posten an hochradioaktiven und kernbrennstoffhaltigen Materialien gelagert und bewacht werden. Darunter sind auch 4,5 Tonnen (!) Thorium, das als nicht selbstschützendes Kernmaterial streng bewacht werden muss. Desweiteren gibt es auf dem Gelände des Rossendorfer Forschungszentrums noch mittelradioaktive Rückstände aus Betrieb und Abriss der Isotopenproduktion und die Landessammelstelle für schwachradioaktive Abfälle der Bundesländer Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt. Auch die mittel- und schwachradioaktiven Abfälle vom noch durchzuführenden Reaktor-Abriss sollen in Rossendorf gelagert werden.

Rossendorf kann keine "Grüne Wiese" werden!

Nach internen Planungen gehen die Betreiber des Rossendorfer Forschungszentrums von einem Abtransport der radioaktiven Hinterlassenschaften im Hochsicherheitstrakt bis zum Jahr 2010 aus. Bisher gibt es aber in Deutschland kein genehmigtes Endlager für radioaktive Abfälle. Daher kann überhaupt nicht davon die Rede sein, dass die geplanten Castor- Transporte nach Ahaus den Rossendorfer Forschungsstandort zur "Grünen Wiese" machen würden! Durch die fehlenden Endlager für die in Rossendorf schon vorhandenen und noch entstehenden radioaktiven Abfälle wird das Forschungszentrum auf Jahrzehnte hinaus für entsprechende Lagerung und Bewachung sorgen müssen. Der jetzt diskutierte Abtransport der 18 Castor-Behälter ist also mehr ein Prestige- Objekt der sächsischen Staatsregierung als eine tatsächliche Notwendigkeit und widerspricht außerdem dem Verursacher- Prinzip, nachdem entstandener Atommüll auch dort (zwischen-)gelagert werden soll, wo er angefallen ist. Transport- und Einlagerungsgenehmigungen stehen bisher noch aus.

Die Genehmigungen zum Transport nach und zur Einlagerung in Ahaus könnten schon im März diesen Jahres erteilt sein. Diese Genehmigungen liegen im Zuständigkeitsbereich des Bundesumweltministeriums und des ihm nachgeordneten Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS). Bisher hat die Transportbereitstellungshalle in Rossendorf eine zeitlich unbefristete "Genehmigung zum Umgang mit bestrahlten Kernbrennstoffen". Dies jedoch ist keine Genehmigung "für die nächsten 100 Jahre"! Aus diesem Konflikt können nur zwei Dinge helfen: ein Abtransport – das wollen der Rossendorfer Betreiber und die sächsische Landesregierung - oder die Beantragung einer Aufbewahrungsgenehmigung nach § 6 Atomgesetz für die Rossendorfer Halle als Brennelemente-Zwischenlager - das fordert die Anti-Atom-Bewegung. Daran hat der Freistaat Sachsen aber offensichtlich kein Interesse und das BfS hat kein Recht auf aktive Vorwegnahme dieser Beantragung!

Neuester Skandal in diesem Zusammenhang ist die angebliche Lagerfähigkeit der Rossendorfer Castor-Behälter MTR-2 für 40 Jahre. Zuerst wurden diesen Behältern nur ein Sicherheitsnachweis für 15 Jahre bescheinigt, u.a. wegen Problemen mit Korrosionsschutz der Außenhaut. Der MTR-2 hatte aber angeblich schon in der relativ neuen, trockenen Halle in Rossendorf erhebliche Korrosionsprobleme. Der Behältertyp hat zudem nie einen echten Falltest bestanden. Nun hat das BfS festgelegt, dass mit wenigen Änderungen an der Hallen- Belüftung und der Installation von verbesserten Kontrolleinrichtungen in Ahaus der Sicherheitsnachweis der MTR-2 für 40 Jahre erbracht werden kann - wie kommt es, dass eine Bauart-Zulassung von Behältern durch ihre Lagerbedingungen plötzlich verändert werden kann? Hier ist politisches Kalkül und nicht technischer Sachverstand am Werke!

Die Anti-Atom-Bewegung wird diesem CASTOR-Transport ebenso entgegentreten wie schon bisher in Gorleben und Ahaus. Wir haben ein breites Bündnis aufgebaut, um unseren Forderungen Nachdruck zu verleihen. Sonntagsspaziergänge vor den Toren des Rossendorfer Forschungszentrums und dem Ahauser Zwischenlager sowie der kürzlich stattgefundene, bundesweite Autobahn- Aktionstag belegen die Entschlossenheit der Anti-Atom-Bewegung, den geplanten Castor- Transporten entgegenzutreten!

Ralf Tiede, Dresden 01.März 2004. Sprecher vom "Arbeitskreis gegen Atomanlagen Dresden" in der Grünen Liga Sachsen e.V.


ausg02c.jpg (4990 Byte) ausge2.gif (17778 Byte)

DRESDNER ERKLÄRUNG

Keine Atomtransporte von Dresden nach Ahaus!

Für den sofortigen Ausstieg aus der Atomenergie!

1. Das Aktionsbündnis Castor-Stopp Dresden und die Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Ahaus" fordern, dass die 18 CASTOR-Behälter (Typ MTR-2) mit 951 abgebrannten Brennelementen aus dem ehemaligen Forschungsreaktor Dresden- Rossendorf nicht nach Ahaus transportiert werden. Für uns ist jeder Atommüll-Transport ein Transport zu viel, weil er neue unkalkulierbare Risiken mit sich bringt.

2. Sollten die Bundesregierung und die Landesregierungen in Sachsen und Nordrhein-Westfalen die Transporte doch wie geplant durchführen wollen, werden wir gemeinsam in Dresden und Ahaus entschlossen Widerstand leisten. Wir rufen die Menschen bundesweit dazu auf, entlang der 600 km langen Autobahn-Transportstrecke gegen die CASTORTransporte zu protestieren.

ausg02e.jpg (11195 Byte) A u t o b a h n - A k t i o n s t a g i n B r a u n s c h w e i g , 2 8 . 0 2 . 0 4

3. Der Castor MTR-2 ist für den sicheren Einschluss der Brennelemente nicht geeignet! Dieser Behältertyp erhielt nur einen Sicherheitsnachweis für 15 Jahre - von 40 geforderten Jahren. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) versucht nun mit einer geänderten Überwachung und Verschluss von Lüftungsöffnungen am Dach des Atommüll-Lagers in Ahaus die Behältersicherheit auf 40 Jahre auszudehnen. Der MTR-2 hatte aber schon in der neuen, trockenen Halle in Rossendorf erhebliche Korrosionsprobleme. Der Behältertyp hat zudem keinen Falltest bestanden.Wir fordern deshalb, dass für die Rossendorfer Brennelemente ein völlig neuer Behältertyp zur Lagerung entwickelt und eingesetzt wird.

4. Das als Transportbereitstellungshalle deklarierte Atommüll- Lager in Dresden-Rossendorf und die Atommüll-Lager Ahaus und Gorleben sind in etwa baugleich. Ein Abtransport der Brennelemente von Dresden nach Ahaus bietet deshalb keinerlei Sicherheitsgewinn. Wir halten es für unverantwortlich, der Bevölkerung aus gänzlich fadenscheinigen Motiven zusätzliche Risiken zuzumuten.

5. Das Entsorgungskonzept der Bundesregierung für Atommüll ist gescheitert. Weder bieten die gewählten Transport-Behälter eine ausreichende Sicherheit, noch die gewählten Atommüll-Lager. Ein sicheres Endlager ist überhaupt noch nicht in Sicht.Wir fürchten deshalb, dass die zentralen Zwischenlager zu Endlagern werden könnten. Das planlose Verschieben von Atommüll quer durch die Republik ist für die gescheiterte Entsorgung ein deutliches Beispiel.

6. Die Atommüll-Lager Ahaus, Gorleben und Dresden- Rossendorf sind u. a. nicht gegen Flugzeugabstürze gesichert. Die Erkenntnisse, die aus dem 11. September 2001 gewonnen wurden, werden aus Kostengründen nicht umgesetzt. Diese Atommüll- Lager, die vor dem 11. September 2001 genehmigt wurden, sollen nach Ansicht des BfS nicht gegen gezielte Flugzeugabstürze abgesichert werden! Mit weiteren Einlagerungen steigt das Gefährdungspotenzial weiter an. Dies ist absolut unverantwortlich! Wir fordern deshalb für Ahaus und Gorleben einen sofortigen und endgültigen Einlagerungsstopp für Atommüll. Für Dresden- Rossendorf, wie für Ahaus und Gorleben, muss dringend ein neues Sicherheitsund Entsorgungs-Konzept unter Beteiligung der Öffentlichkeit erstellt werden.

7. Die Unzumutbarkeit der Nutzung der Atomenergie beginnt bei den Verseuchungen der Umwelt durch den Uranabbau, sie betrifft die Urananreicherung, die Brennelementefertigung, sämtliche Atomtransporte, die Unmöglichkeit einer über 100.000 Jahre sicheren Endlagerung und geht soweit, dass Millionen von Menschen dem täglichen Risiko einer Reaktorkatastrophe ausgesetzt sind. Damit wird permanent und eklatant gegen unser Grundrecht auf Leben und Unversehrtheit verstoßen.

Aufgrund dieser Tatsachen fordern wir die sofortige Stilllegung aller Atomanlagen!

Diese Erklärung unterstützen:

Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen, Grüne Liga Sachsen e. V., Arbeitskreis gegen Atomanlagen Dresden, BI Umweltschutz Lüchow- Dannenberg, Münsteraner Bündnis "Stopp Atomtransporte!", WIGA (Widerstand gegen Atomanlagen) Münster, AKU (Arbeitskreis Umwelt) Gronau, Natur- und Umweltschutzverein Gronau, Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) e.V.

Kontakt: Felix Ruwe (BI Ahaus),Tel. 02561/6577

Andreas Eckert (Aktionsbündnis Castor-Stopp Dresden) Tel. 0162/4135828

Francis Althoff (BI Lüchow-Dannenberg),Tel. 05841/4684


Info's, Rat & Tat zum Rossendorf-Ahaus Transport

Ansprechpartner:

BI Kein Atommüll in Ahaus:
Bahnhofstr. 51, D-48661 Ahaus
Fon: 02561/961791,Fax: 02561/961792
INFOLINE: 02561/961799
Bürozeiten: Di und Do 17.00 - 19.00 Uhr
Spenden: Kto: 59 564 021, BLZ: 401 545 30

Nix fährt mehr:
Infotelefon: 0162/7752056

Aktionsbündnis Castor-Stopp Dresden:

Andreas Eckert,
Tel. 0162/4135828,
mail:info@castorstopp-dresden.de

BI Umweltschutz Lüchow Dannenberg
Fon: 05841/4684
mail: bi-luechow@t-online.de

WigA Münster c/o Umweltzentrum e.V.,
Scharnhorststr. 57, 48151 Münster, Tel:
0251/521112
mail:wigatom@web.de

 

ausg02f.jpg (9049 Byte)

Autobahn-Aktionstag 28.02.04, Wendland Soli-Aktion bei Dannenberg

Internet-Adressen: www.bi-ahaus.de www.castorstopp-dresden.de www.nixfaehrtmehr.de www.wigatom.de www.aktionsbuendnis-muensterland.deatomkraft.gif (9894 Byte)

Termine:

An jedem 3. Sonntag finden in Ahaus seit vielen Jahren die traditionellen Sonntagsspaziergänge um das Brennelemente-Zwischenlager (BZA) statt. Damit soll immer wieder auf den Widerstand gegen die Atommülllagerung in Ahaus aufmerksam gemacht werden.

Am 21. März gibt es um 15 Uhr am Forschungszentrum Rossendorf den nächsten Sonntagsspaziergang, Ihr seid herzlich eingeladen! Treff ist Haltestelle Siedlung Rossendorf, hin kommt Ihr mit dem Bus 261, 14:15 ab DD Hbf Info’s, Rat und Tat zum Rossendorf-Ahaus Transport

ausg02g.jpg (17169 Byte)


Castor-Blockaden in Süddeutschland

Gewaltfreie Blockade des Gorleben- Castors bei Heilbronn

Am 10. November 2003 überquerte der Castor-Transport nach Gorleben um 16.10 Uhr die französisch-deutsche Grenze. Er setzte seine Fahrt zwei Stunden später über Karlsruhe und Heilbronn fort, bis er gegen 20.30 Uhr zwischen Siglingen und Züttlingen unfreiwillig anhalten musste.

Eine Gruppe von etwa 20 Anti-Atom- AktivistInnen war an einer Aktion beteiligt, bei der sich ein 19-jähriger Brite und ein 28-jähriger Odenwälder in einem Stahlrohr unter den Gleisen festketten. Durch die Ankettaktion konnte der Castor über zwei Stunden aufgehalten werden.

ausg02h.jpg (4398 Byte)

Mehrere Beobachtungs- und Zugstopp- Gruppen sicherten die Aktion in beide Richtungen ab, so kam der Zug etwa drei Kilometer vor den Angeketteten zum Stehen. Der BGS-Hubschrauber flog daraufhin die Strecke ab und entdeckte die Angeketteten und ihre UnterstützerInnen. Bis aber wirklich Polizisten kamen, dauerte es trotzdem eine geschlagene _ Stunde. Der BGS musste schweres Gerät einsetzen um die Blockade aufzulösen, bis der Castor seine stockende Fahrt gegen 23.00 Uhr fortsetzen konnte. Der zweite Castor-Stopp im Süden innerhalb eines Jahres ist ein eindeutiges politisches Zeichen, dass der Widerstand auch außerhalb Gorlebens erstarkt!

Bei der Aktion wurden zehn Personen in Gewahrsam genommen. Wir rechnen mit juristischen Folgen und hohen Geldbußen, die den Widerstand einschüchtern sollen, Auch Schadenersatzforderungen der Bahn sind nicht auszuschließen. Deswegen brauchen wir Ihre Unterstützung!

Genau einen Monat nach dem Castor- Transport nach Gorleben wurde nun Atommüll in die Plutoniumfabrik La Hague transportiert. Am 10. Dezember 2003 wurden insgesamt sechs Castor-Behälter aus vier Atomkraftwerken in Norddeutschland abtransportiert: Aus Stade, Brokdorf, Unterweser und Grohnde. Weitere zwei Behälter rollten aus dem bayrischen Ohu durchs Land.

Proteste wurden diesmal von der Polizei wohl nicht wirklich erwartet. Um so überraschender war es dann, als der Transport aus dem Norden gegen 16.15 Uhr bei Kaiserslautern zwischen Rockenhausen und Imsweiler gestoppt wurde.

Etwa 20 AtomkraftgegnerInnen sicherten die Aktion ab, bei der sich – wie schon beim Gorleben- Castor einen Monat zuvor – ein 28-jähriger Odenwälder und ein 19-jähriger Brite an die Gleise ketteten. Der Transport konnte für fast zweieinhalb Stunden aufgehalten werden, daher wurde ion den Medien ausführlich darüber berichtet. Der BGS war dieses Mal deutlich länger damit beschäftigt, die in Geschenkpapier gewickelten Rohrkonstruktionen zu öffnen. Die BGS-Techniker zeigten sich von der Qualität des Rohrs regelrecht beeindruckt. Außer den zwei Angeketteten wurde nur ein Kameramann des SWR in Gewahrsam genommen. Diese Aktionen haben deutlich gezeigt: es wird weiterhin viele Menschen geben, die atomare Verseuchung durch den Betrieb von Atomanlagen anprangern und sogar aktiv Widerstand leisten. Doch nach der Aktion geht die Arbeit weiter.Wir werden politische Gerichtsprozesse führen müssen. Und das kostet Geld.

Spenden für die juristische Nachbereitung: Odenwälder Friedensforum

Stichwort HP

Volksbank Odenwald

BLZ: 508 635 13

Kto: 19 14 50

Infos u.Kontakt:Anti-Atom-Gruppe Heidelberg
fon: 06221-978927,
mail: anti-atom-heidelberg@gmx.de
Internet: www.aetsch.org

ausg02i.jpg (6330 Byte)


Castor 2003 - Eine subjektive Sicht des Widerstandes

Eindruckvolle Bilder bleiben in unserer Erinnerung und setzen sich fest. Über tausend Menschen seit Stunden der Kälte ausgesetzt, mit aberhunderten Polizisten konfrontiert und von Ihnen malträtiert, von diversen Wasserwerfern bedroht und eingekesselt auf beschlagnahmten Privatgelände, skandieren bei der morgendlichen Vorbeifahrt der Castorbehälter : " Wir kommen wieder! Wir kommen wieder!" Keine Resignation trotz Ohnmachtgefühlen. Was gab denen diese Kraft?

Um das in Ansätzen uns und auch Leuten, die nicht dabei sein konnten oder wollten, verständlich zu machen, haben wir diese Broschüre gemacht. Sie holt weit aus, berichtet über Aktivitäten exemplarisch, die über das ganze Jahr 2003 liefen.

Die Beteiligten selbst kommen hier zu Wort. Ideen, Ziele und deren Umsetzungen vermitteln sich über die Schilderungen des Erlebten. Viele kommen zu Wort die wieder zahlreich dieses Jahr zum ersten Mal dabei waren. Vor allem viele junge Menschen. Gorleben ist immer noch, auch 27 Jahre nach der Standortbestimmung, ein sozialer Ort voller Kreativität und Phantasie vieler Beteiligter gegen Betonköpfe und ihre grünen Garden. Immer wieder gelingt es Schnippchen zu schlagen und die eine oder andere Mut machende Aktion durchzuziehen. Trotz des Besatzungszustandes und der auch hier wieder einmal praktizierten Außerkraftsetzung angeblich vorhandener demokratischer Spielregeln. Und dies nicht nur auf das Wendland bezogen, sondern angefangen in Frankreich und während der ganzen Fahrt des Zuges Richtung Verladekran Dannenberg. Auch nicht zu vergessen sind die Aktionen an anderen Orten abseits des Transportgeschehens.

Auffrischen wollen wir mit der Broschüre die Erlebnisse all derjenigen die mit dabei waren. Ermuntern wollen wir diejenigen, die sich noch nicht trauten sich an dieser Auseinandersetzung zu beteiligen. Aufgerüttelt werden sollen die tausende von ehemaligen Mitstreiter/innen, die jetzt abseits standen aus unterschiedlichsten Gründen. An sie die Aufforderung, sich einzubringen mit ihren Erfahrungen, denn nicht alles muss wiederholt werden oder neu erfahren werden. Die Zeiten nicht nur in diesem Land werden immer härter und wir brauchen uns in den Auseinandersetzungen für unsere Lebensinteressen an jedem Punkt und an jedem Ort.

Deshalb ist es wichtig zusammenzukommen, sich auszutauschen und auch voneinander zu lernen (auch im Streit). Einer dieser Orte wird jedes Jahr das Wendland zu den alljährlichen Castortransporten sein.Auf ein widerständiges Leben, bis dann.

Wolfgang Taubitz

Zu Bestellen über das BI Büro oder im Buchhandel. 88 Seiten, incl. Audio CD "transport 03" - eine Hör-Dokumentation des „Radio Freies Wendland“, 6 Euro, ISBN 3-928117-14-9


Neuer Film:

Castor 2003

Ein neuer Film der Video-Gruppe der BI Umweltschutz Lüchow-Dannenberg mit dem Titel „Aufstehen und Widersetzen“ dokumentiert die Ereignisse vor und während des 7. Castor-Transports nach Gorleben im November 2003.

Der auch als DVD erhältliche Film wurde ausschließlich aus bisher nicht gezeigtem Amateurmaterial zusammengestellt. Die komplexe Bandbreite wurde durch die Zusammenarbeit von sieben Filmern gewährleistet, die teilweise zeitgleich an verschiedenen Orten Aufnahmen machten.

Der Erlös aus dem Verkauf der 80minütigen zeitgeschichtlichen Dokumentation geht an die BI Umweltschutz Lüchow - Dannenberg. Erhältlich ist der Film als Video für 12 E und als DVD für 15 Eim Lüchower BI-Büro. Die Video-Gruppe dankt allen, die an diesem Projekt mitgewirkt haben! Inhalt unter anderem:


Termine + Service

Die Termine entnehmen Sie bitte den aktuellen Termin-Seiten

 

Impressum

Die "Gorleben-Rundschau" erscheint 8-10mal jährlich und wird herausgegeben von der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V. Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers wieder. Für Neuerungen und produktive Anregungen sind wir immer ansprechbar. Es ist erwünscht, eigene Texte zum Thema Atomkraft, Gorleben und erneuerbare Energien einzubringen; sie werden gerne veröffentlicht, sofern sie in den Kontext der Ausgabe passen.

Redaktion:
Horst Eckert und Francis Althoff
Bildmaterial:
Anti-Atom-Gruppe Heidelberg,BI
Ahaus, Robin Wood,AAA Redaktion,
I+W.Lowin, BI Video-Gruppe
Mitarbeit:
Wolfgang Ehmke,Anti-Atom-Gruppe
Heidelberg, BI Ahaus,Aktionsbündnis
Castor-Stopp Dresden,IPPNW,
Wolfram Taubitz

Auflage: 1000

Sonderteil: 2000

 

BI-Büro,
Drawehner Str. 3,
29439 Lüchow
Tel.: 05841 / 46 84 Fax: 05841 / 31 97

Öffnungszeiten: Mo, Mi, Fr, Sa: 9-12 Uhr, Di, Do: 15-18 Uhr.

Spendenkonto der BI: KSK Lüchow BLZ 258 513 35 Konto 2 060 721

Anmerkung der Castor-Nix-Da Redaktion:

Bitte bestellen Sie die Gorleben-Rundschau schriftlich beim BI-Büro oder Drucken Sie diesen Abschnitt zum versenden per Post aus:

Ich abonniere die

Gorleben -Rundschau

ab der nächsten Ausgabe

( ) Bitte schickt mir jeweils ein Exemplar (EUR 15 pro Jahr)
( ) Bitte schickt mir jeweils 10 Exemplare (EUR 50 pro Jahr)
( ) Bitte schickt mir jeweils 100 Exemplare (EUR 120 pro Jahr)
( ) Ich erteile hiermit der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V. eine
Einzugsermächtigung für mein Konto.

Konto-Nr.:............................................................

BLZ.......................................................................

Geldinstitut:..........................................................

Das Abo kann jederzeit zum Jahresende gekündigt werden.

Name:..................................................................

Adresse:..............................................................

Datum, Unterschrift..............................................

Ausschneiden und abschicken an:
BI-Büro, Drawehner Str. 3, Lüchow, Konto der BI: KSK Lüchow, BLZ 25851335, Konto: 2060721


Bearbeitet am:15.02.2004 /ad

zurück zur Homepage der Castor-Nix-Da Kampagne

zurück zur Homepage der BI