
Audio-CD 62 Minuten
Lilo Wollny ist eine der Schlüsselfiguren des gewaltfreien Widerstands im Wendland
das Engagement gegen das atomare Endlager in Gorleben hat ihr Leben geprägt.
Sicherlich gibt es in ganz Deutschland niemanden, der mit soviel Wissen, Klarheit und
Freundlichkeit sowohl über die Gefahren der Atomtechnik als auch über den Widerstand
gegen Atomanlagen zu berichten weiß.
Mit unerschöpflichem Detailwissen, genährt durch die umfangreichen Recherchen, die
sie als Abgeordnete des deutschen Bundestags betrieben hat, zeigt Lilo Wollny auf, wie
sehr die alltägliche Erzeugung von Atomstrom unsere Leben und unser Land gefährdet. Die
Arrangements der Atomwirtschaft und Politik bergen ein derart zerstörerisches Potential,
dass einem allein schon das Zuhören den Atem nimmt.
Doch Lilo Wollny versteht es ebenso, aus der Fülle des Lebens zu schöpfen und uns zu
zeigen, wie der Widerstand Gemeinschaft stiften und Menschen zu mehr Lebendigkeit anregen
kann.
Mit schmerzlicher Aufrichtigkeit aber auch mit unbezwingbarem Humor berichtet Lilo Wollny
aus Ihrem Leben und aus den internen Kreisen, in denen die Entscheidungen um die atomare
Zukunft Deutschlands getroffen wurden und werden.
Der Inhalt
1. Wie Lilo Wollny zur Bürgerinitiative kam 11:21
2. Die Atommüllmenge wächst täglich 1:37
Die Geschichte von Gorleben
3. Der Verkauf des Geländes 7:14
4. Helmut Schmidt und Ernst Albrecht bringen das Zwischenlager nach Gorleben 6:42
5. Die ungesicherte Leichtbauhalle, in der Deutschlands Atommüll steht, ... 1:55
6. ... wie eine Kartoffelscheune 2:24
7. Warum der Gorlebener Salzstock für Endlagerung nicht geeignet ist 7:54
Die Gefahren der Endlagerung
8. Der Verfall der Behälter 2:12
9. Die Unmöglichkeit geologischer Prognosen 3:02
10. Die Gefährlichkeit von Plutonium 0:36
Das Handeln der Politiker
11. Die Benrather Kamingespräche 4:40
12. Indemnität 0:57
13. Warum handeln Politiker so? 2:40
Über das Engagement
14. Engagement greift Raum 1:43
15. Was kann ich denn tun? 4:35
16. Vom langen Leben der Anti-AKW-Bewegung 1:31
Hörprobe unter:
http://www.blauburg.com/3935550618.html
Lilo Wollny
wurde 1926 in Hamburg geboren.
Nach Schule, Arbeitsdienst und Kriegshilfsdienst bei der Luftwaffe verschlug es sie
1945 nach Vietze im Landkreis Lüchow-Dannenberg, wo sie bis heute zu Hause ist. Sie
heiratete 1948, hat drei Töchter und zwei Söhne, 13 Enkel und zwölf Urenkel. 30 Jahre
Lang war sie als Hausfrau, Geschäftsfrau und Mutter aktiv.

1977 dann wurde sie durch die Benennung von Gorleben als Standort für ein
Nukleares Entsorgungszentrum" - wie sie selbst sagt -.aus dem politischen
Schlaf gerissen". Zunächst engagierte sie sich gegen das Atomprogramm, dann
zunehmend auch gegen die Politik der Bundesregierung im Hinblick auf Rüstung, Arbeits-
und Sozialpolitik, Umweltzerstörung und Abbau demokratischer Rechte. 1986 entschloss sie
sich, als Nichtmitglied für die Partei der Grünen in den Bundestag zu gehen.
Auf Listenplatz 1 der niedersächsischen Grünen zog die in der Partei bis dahin
unbekannte Lilo Wollny für vier Jahre in den Bundestag ein. Nach ihrer Rückkehr aus Bonn
wurde sie Mitglied im Lüchow-Dannenberger Kreistag und im Samtgemeinderat Gartow, seit
1996 war sie auch im Gemeinderat aktiv. 1998 trat sie als Samtgemeinderatsmitglied
zurück, nachdem die CDU-Mehrheit mit Unterstützung einiger SPD-Mitglieder einen
Unterwerfungsvertrag mit den Betreibern der Atomanlagen abgeschlossen hatte - was die
Atombetreiber im Gegenzug mit Millionenbeträgen belohnten.
Seit 1978 betreiben Lilo Wollny und ihr Mann Obst- und Gemüseanbau auf biologischer
Grundlage. Heute hat sie alle politischen Ämter niedergelegt.
Endlager gesucht
Wohin mit dem Atommüll? Diese Frage ist bis heute nicht geklärt.
Seit 30 Jahren läuft die Suche nach einem geeigneten Endlager-erfolglos. Lange Zeit
hofften Politiker und Atomkraftbetreiber, im Salzstock Gorleben im Wendland ihren
Strahlenmüll auf lange Sicht lagern zu können. Doch bezweifelten Wissenschaftler immer
wieder die Eignung des Standorts: Das Bergwerk ist durch frühere Bohrungen und eine
Verbindung zum Grundwasser längst nicht so hermetisch abgeschlossen, wie das für die
dauerhafte Einlagerung hochradioaktiven Materials notwendig wäre. Die vom
Bundesumweltministerium begonnene Suche nach einem alternativen Standort stockt, weil sich
die Atomwirtschaft weigert, die Rechnung für neuerliche Erkundungen zu zahlen. Sie
hätten, so argumentieren die AKW-Betreiber. schließlich schon 1.3 Milliarden Euro in
Gorleben investiert. Für Susanne Ochse. Atomexpertin von Greenpeace. ist das nicht
haltbar: Die Stromkonzerne müssen für die Standortsuche zahlen, bis ein geeignetes
Endlager gefunden ist: So steht es im Gesetz."
Derweil wird das Problem immer dringlicher: Schon jetzt sind 7500 Tonnen hoch radioaktiver
Müll angefallen. Und auch wenn nun die ersten deutschen AKWs im Zuge des so genannten
abgeschaltet werden, kommen Jahr für Jahr aus den restlichen Anlagen weitere 420 Tonnen
hinzu. Außerdem schickt ab Juni 2005 die französische Wiederaufarbeitungsanlage La Hague
sämtlichen dort gelagerten deutschen Atommüll zurück an den Absender. Bis 2021, dem
Jahr des endgültigen Atomausstiegs, wird der hoch radioaktive Müllberg auf rund 14800
Tonnen angewachsen sein.
Woanders ist die Lage auch nicht besser. 29 Staaten suchen derzeit nach einem Verbleib
für ihren jeweiligen Atommüll - ein geeignetes Endlager existiert bislang nirgends. Am
weitesten scheinen die USA zu sein, die ihren Strahlenmüll ab 2010 im in der Wüste
Nevadas vergraben wollen. Ob das sicher ist, darf bezweifelt werden: Das Gebiet gilt als
erdbebengefährdet.

©© blauburg verlag. 2004
Foto: ,Lilo Wollny" mit Dank von © Kai-Uwe Knoth. 2004
Foto..Castor: © Argus. 2004
Der Text "Endlager gesucht" von Tonja Schaffeld wurde mit freundlicher
Genehmigung dem Greenpeace Magazin 5/03 entnommen:
www.greenpeace-magazin.de
Die CD ist zu beziehen bei:
Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg
oder
blauburg verlag
Wippertstr 2
79100 Freiburg
Tel. 0761.40140934
info@btauburg.com
Weitere Informationen: www.blauburg.com
ISBN 3-935550-61-8 |