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Eisenbahngewerkschaften Deutschlands GdED, Frankreichs CGT, Belgiens CGSP, der
internationalen Transporarbeiter-Föderation ITF und der Schweiz SEV, haben am 21. August
1998 in Bern die Probleme der Atommülltranporte besprochen. Die Gewerkschaften sind sich
einig, dass die Erzeugung von Atomstrom keine Lösung für die Zukunft darstellt. Die
Gewerkschaften sind überzeugt, dass die Transporte von Atommüll auf ein striktes Minimum
zu beschränken sind und auf der Schiene abgewickelt werden müssen. Damit soll eine
grösstmögliche Sicherheit für alle, Menschen und Umwelt, erreicht werden. Folgende Punkte wurden verabschiedet:
- 1. Transporte abgebrannter
Brennelemente und ähnlicher radioaktiver Materialien sind so lange auszusetzen, bis
nachweisbar sichergestellt ist, dass die zur Zeit gültigen Grenzwerte für die
Oberflächenkontamination eingehalten oder unterschritten werden.
- 2. Bei der Wiederaufnahme der
Transporte muss gewährleistet sein, dass die Wagen und Transportbehälter vor der
Entsendung und vor der Ankunft von einer unabhängigen Stelle gemessen werden. Während
des Transportes müssen zudem jederzeit Stichkontrollen durchgeführt werden können. Die
Gewerkschaften verlangen, jeweils über die Transporte detailliert informiert zu werden.
- 3. Die Bediensteten, die in Zukunft
mit den Wagen in Berührung kommen, werden mindestens mit persönlichen Dosimetern
ausgerüstet und regelmässig der Ganzkörpermessung unterzogen, ohne jedoch zu der Gruppe
der beruflich Strahlenexponierten zu zählen. Sie müssen sich auf Wunsch medizinischen
Kontrollen unterziehen können, die dem jeweils neusten wissenschaftlichen Standard
entsprechen.
- 4. Die Grenzwerte sind unter allen
Umständen einzuhalten. Die Strahlendosis muss darüber hinaus mit allen Mitteln auch
unterhalb der geltenden Grenzwerte minimiert werden, ohne Rücksicht auf betriebliche
Aspekte. Für die Errechnung der Dosen und Dosislimiten sind neuste
wissenschaftliche-epidemiologische und strahlenbiologische Erkenntnisse zu
berücksichtigen.
- 5. Alle radioaktiven Sendungen, auch
von schwach radioaktivem Material, müssen gekennzeichnet und von dazu speziell
ausgebildetem und informiertem Personal bearbeitet werden.
- 6. Die Transportbehälter müssen den
internationalen Normen sowie dem Stand der Technik entsprechen und die diesbezüglichen
Tests bestanden haben.
- 7. Die internationale Koordination
aller Gefahrenguttransporte und aller Transportarten muss auf Gewerkschaftsebene
institutionalisiert werden.
GdED Gewerkschaft der Eisenbahner Deutschlands,
Frankfurt
CGT Conf'ederation General du Travail, Paris
CGSP Centrale Generale des Services Publics, Bruxelles
SEV Schweizerischer Eisenbahn- und
Verkehrspersonal-Verband SEV, Bern
ITF Internationale
Transportarbeiter-Federation, London
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