
Diskussionsforum zu unserer Seite
| Zum Jahrtausendwechsel : gehen die Atomkraftwerke "aus", oder
etwa "hoch"? Super-GAU, Schnellabschaltung oder "alles normal" in AKWs? |
Wir stellen Ihnen hier die Beiträge zum obigen Thema vor, die uns per eMail erreicht haben.
Von der Lust am Chaos
Kommentar zum Jahr 2000
| Es hat begonnen, das Jahr 2000. Allen vorherigen Befürchtungen zum Trotz
haben wir noch Strom, können einkaufen und die Bankgeschäfte laufen weiter. Kleinere
Probleme konnten gelöst werden. Kein Kernkraftwerk wurde wegen eines Jahr 2000 Fehlers
abgeschaltet oder ist gar "hoch" gegangen. Der GAU blieb aus. Warum, fragt sich der Zeitgenosse, wurde Panik gemacht, das Chaos in allen Tönen beschwört? Gibt es eine Lust zum Chaos? Eine Lust die es zu befriedigen gilt, darin, daß man schwarz malt. Können manche nicht schlafen, ohne vorher das Chaos an die Wand zu malen? Dazu gibt es durchaus auch eine christliche Variante. Die Zustände sind katastrophal, die Moral am Boden, da muß Gott doch mal dreinschlagen! Nein, er muß nicht, er hat mehr Geduld als wir. Sicher gab es in allen Zeiten Menschen, die Gericht angesagt haben. Doch diese haben sich wahrlich nicht darum gerissen. Jona musste von Gott erst einen großen Fisch gesandt bekommen. Drei Tage sperrte Gott ihn im Fisch ein, erst dann machte sich Jona auf den richtigen Weg. Anders unsere chaoslliebenden Zeitgenossen: In unzähligen Artikeln, Beiträgen, Internetseiten wurde das Jahr 2000 Problem mit großer Lust in den schwärzesten Farben ausgemalt. Doch, wozu dient diese sagenhafte Lust am Chaos? Ist sie nicht eher ein: "Haltet-den-Dieb Geschrei", womit von anderen Dingen abgelenkt werden soll? Zum Beispiel von unserer steigenden Unfähigkeit, die Probleme der Welt anzugehen, Lösungen zu entwickeln um allen Menschen zu helfen und dabei dem Auftrag Gottes nachzukommen: "Machet euch die Erde untertan", weil Gott uns diese gab, um sie zu bebauen und zu bewahren? Das Jahr 2000 ist ein geschenktes Jahr. Es gehört noch zum 2. Jahrtausend, trotz aller klingenden Sektgläser, die den Milleniumswechsel ein Jahr zu früh eingeläutet haben. Ein Jahr, das man gewinnbringend verwenden könnte. Mal tief Luft holen, eine Bestandsaufnahme machen und die wirklichen Probleme beim Namen nennen. Diese dann mit neuer Tatkraft ohne falsche ideologischen Tabus angehen. Die Energieversorgung der Welt zum Beispiel: Wegen öko-ideologischer Weichenstellung wurde die Kernenergie auf das Abstellgleis gefahren. Nun wäre es Zeit, sie von dort wieder hervor zu holen. Sie ist umweltfreundlich, effizient und hoch entwickelt. Strom aus Kernenergie ist CO2 frei, in großen Mengen verfügbar und sie kann der drohenden Verknappung der fossilen Ressourcen wirksam begegnen. Ist es nicht auch unpassend die Gentechnologie zu verteufeln? Diabetiker erhalten heute den größten Teil des Insulins von gentechnisch veränderten Bakterien. Liegen hier eventuell doch ungenutzte Chancen, die aus der Lust am Chaos heraus verspielt werden? Das erfordert natürlich wieder Vertrauen in die Fachleute, ein Vertrauen, daß erst wieder neu gelernt werden muß. Aber zeigt der Wechsel zum Jahr 2000 nicht, daß durchaus Grund zu diesem Vertrauen besteht? Man hätte ja schließlich das Thema auch anders angehen können. Zum Beispiel mit der Einstellung: "Das schaffen wir schon, kleinere Pannen tragen wir mit Humor." Das bedeutet natürlich, daß wir uns von der Lust am Chaos verabschieden müssen, das wir neu lernen müssen, die von Gott gegebenen Gaben zu nutzen - zum Wohle aller wohlgemerkt! Diesen Kommentar können sie downloaden aus der Website: http://www.wertkonservativ.de Peter Pioch |
wünschte ein Anti-Atom-Gegner
Prof. Dr. Klaus Brunnstein von der Universität Hamburg, Fachbereich Informatik
fordert von Trittin das
Abschalten der KKWs Unterweser und Neckarwestheim
wegen desY2K-Problems
09.08.1999 Krümmel Patzer bei Probelauf - Jahr-2000-Problem bringt Meiler in Bedrängnis (EJZ)
15.07.1999 Jedes dritte AKW der USA noch nicht bereit fürs Jahr 2000 (AP)
12.07.1999 Belegschaft des AKW Obrigheim "feiert" Silvester vor Ort
Die nachfolgende Nachricht wurde der Castor-Nix-Da Redaktion per Email zugesandt.
Liebe Mitbürger!
In Ihrer Homepage habe ich den Text: "Super-GAU, Schnellabschaltung..."
gedownloaded. Das ist für meine Informationarbeit ein richtig typisches Beispiel
wie man Panik produziert. Nichts ist leichter als Fehlinformationen und Panik zu
verbreiten, nichts ist schwerer als diese alle fachgerecht zu beantworten.
Mein Vorschlag: Ist jemand unter Ihnen, mit dem ich um eine Kiste gutes Mineralwasser
wetten kann, daß am 1.1.2000 kein Kernkraftwerk in
Deutschland wegen eines Systemabsturzes im Kernkraftwerk abschaltet?
Wenn ja, ich gehe die Wette ein. Ich wette nicht um Bier und Sekt, denn ich trinke kein
Alkohol. Wenn jemand in der Nähe von Ulm ist, würde die Sache
einfacher. Gerne werde ich denjenigen mit einer Gruppe von Freunden in mein Ökohaus
einladen zu einem zwanglosen Gespräch. Vorausgesetzt niemand von Ihnen
raucht in meinem Haus. Denn ich möchte keine Schadstoffe in meiner Bude haben.
(Zigarettenrauch enthält Blausäure, Quecksilber etc.)
Nun ernsthaft zu den Fakten:
Die Prozessrechner in Kernkraftwerken sind systemspezifisch entwickelt. Soft- und Hardware
sind aufeinander abgestimmt. Für die sicherheitstechnisch
relevanten Systeme ist das Datum ohne Belang. Die Programme arbeiten sozusagen
zeitlos. Erst nachfolgende Systeme, die z.B. die Verbrauchsabrechnungen tätigen,
arbeiten mit Datum. Dies gilt zumindest für die älteren Systeme. Was die neueren
Kernkraftwerke anbelangt, wird dies sicher genauso sein. Ich habe zu den
Kollegen in der Leittechnik soviel Vertrauen, daß ich hier auch diese Kraftwerke mit in
die Wette einbeziehe.
Leider muß ich feststelen, daß Sie ein vollkommen falsches Bild von der Realität haben.
Wissen Sie wie oft ein Kernkraftwerk wegen technischer Mängel ausfällt?
Nehmen Sie einmal als Vergleich ein Auto. Sie kaufen ein Auto nagelneu. Starten es und
beschleunigen auf 100 % Leistung, z.B. 160 km/h. Nun fahren Sie 7600
Stunden mit Vollgas weiter. Nach nunmehr 1,216 Millionen km halten Sie das erste Mal an.
Zum Tanken und zur Inspektion. So machen Sie das 40 Vollastjahre weiter. Das mit einem
Auto vollkommen unmöglich, bei Kernkraftwerken aber der Auslegungsfall. Tatsächlich
läuft ein Kernkraftwerk etwa 11 von 12 Monaten pro
Jahr, was einer Verfügbarkeit von 91 % entspricht. Politische Querelen senken diesen Wert
um einige Prozent. Wegen technischen Problemen sind die deutschen
Kernkraftwerke in der Regel weit unter 1 % außer Betrieb. Dies nur einmal zur
Veranschaulichung.
Wenn wir in Deutschland ein Top-Kernkraftwerk, wie Mühlheim-Kärlich, 10 Jahre aus
juristischen Querelen stillegen, hat dies internationale Konsequenzen. Statt
das Kernkraftwerk, was erwiesenermaßen erdbebensicher ist, laufen zu lassen, bauen wir
Gaskraftwerke. Diese werden mit Gas aus Rußland befeuert. Dafür werden in der GUS z.Z. 2
Reaktoren russischer Bauart neu in Betrieb genommen. Machen Sie sich bitte klar, daß der
Protest gegen Kernenergie in Deutschland dazu geführt hat. Mir ist ein deutsches
Kernkraftwerk in Deutschland lieber als ein russsisches in Rußland. Wenn Sie fordern,
daß weltweit alle Kernkraftwerke ohne
Reaktordruckbehälter oder ohne Sicherheitsbehälter geschlossen werden, ich bin dabei.
Bis jetzt hat aber noch keiner diesbezüglich vor der russischen Botschaft
demonstriert.
Soweit dies. Ich wünsche mir, daß dies die Diskussion etwas versachlicht. Machen Sie uns
Kerntechniker bitte nicht zu Monstern oder Technokraten. Wir sind ganz
normale Leute. Ich selber arbeite zwar in Moment nicht in meinem Beruf, das würde aber
auch nichts daran ändern, daß ich abends meine 4 Kinder ins Bett
bringe, ihnen etwas vorlese, samstags den Rasen mähe und Sonntag mit der Familie zum
Gottesdienst gehe. Also - ganz normale Menschen sind wir.
Herzliche Grüße
Peter Pioch
In Rußland ging man ursprünglich davon aus, etwa 850 Millionen DM zu
benötigen, um die"Jahr 2000"(Y2K) Computerprobleme in den Atomanlagen zu
lösen. Aber nach sorgfältiger Prüfung ist der Verteidigungsminister nun von der
Ansicht, daß zusätzlich 5 Milliarden DM nötig sind, um die Computer-
Kontrollsysteme für das russische Atom-Arsenal zu sichern.
Diese Kosten sind ruinös. Die ökonomische Situation in Rußland ist so schlecht, daß
der diesjährige Haushaltsentwurf für das ganze Land nur um die 36 Milliarden DM
ausweist. Rußland ersucht nun die NATO und das U.S. Verteidigungsministerium um Hilfe. Es
hat zugestimmt , daß NATO Experten die möglichen Gefahren für die Waffensysteme
untersuchen.
Im Energiesektor (Atomkraftwerke) stellte sich heraus, daß sich das Y2K-Problem durch die
weitverbreiteten Raubkopien von Software verschärft. Dennoch
sind manche Analytiker der Meinung, daß weit weniger Computer betroffen sind, da
Rußland, insgesamt gesehen, ein niedrigeres Niveau an Technologie hat.
Obwohl Verteidigungsminister Krupkow wiederholt versicherte, seine Kommission täte alles,
was möglich sei, zweifelte er: "Wer weiß, ob das Land bereit sein
wird... Ich kann keine Garantien abgeben."
Diese Ankündigung fiel zusammen mit einem Bericht, daß China ebenso mit seinen
Anstrengungen zurückliege, um das Y2K-Problem zu lösen. Die amtliche Zeitung,
"Pekinger Morgenpost" berichtete, daß mehr als die Hälfte der wichtigsten
Betriebe in China nicht einmal wissen, wie sie die mögliche Störung
herausfinden können.
MAMA MIA,WAS MACHEN WIR BLOß MIT DEN
ATOMWAFFEN ?
von Dick Mills,September 1998
Das erste offizielle Y2K-Bug-Spray, zu finden unter
|
Hier befindet sich der original Y2K-Bug (Käfer) zum Bestellen: http://www.juneau.com/bugsy/ wer's braucht...
Drittens zu Y2K: Wen es schon immer interessiert hat, mit welcher Software
Kernenergitechnische Einrichtungen (schönes Wort) so betrieben
werden, dem sei folgender Link empfohlen: http://www.radwaste.org/software.htm
Beste Grüße, Mirek
Mirek
Mirek <BinStoC@gmx.de>
Darmstadt, Deutschland - Tuesday, December 29, 1998 at 03:29:13 (CET)
Hallo nochmal, falls unter einem von Euch eine Y2K-Paranoia ausbricht und
er schnell noch die letzten Sachen packen will, dem sei hiermit
geholfen: http://members.tripod.com/~mdavis19/y2k/index.html
Dort gibt es für 10$ eine Y2K-Survivalbroschüre, wahlweise auch auf Disk (falls
der Rechner dann noch läuft), in der verschiedenste Themen wie Wasseraufbereitung,
Generatorwartung, Ackerbau und regenerative
Energiequellen behandelt werden sowie eine Packliste für's richtige
Überlebenszeug...wer's braucht....Ich persönlich denke ja, daß man es
kaum noch übertreiben kann...Für eine Diskussion hier bin ich gerne bereit :) Beste
Grüße, Mirek
Mirek
Mirek <BinStoC@gmx.de>
Darmstadt, Deutschland - Tuesday, December 29, 1998 at 02:23:57 (CET)
Hallo, eine Aktionsidee zu Y2K: Unter http://www.y2k-ok.com/ kann man als
Developer seine Hard- und Software zum Testen hinschicken, ob
sie Jahr-2000-tauglich ist. Es wird nur einmal getestet, und das reicht ja dann schon wie
immer aus...Als Belohnung gibt es einen
wunderschönen international anerkannten Aufkleber, den man dann auf sein Produkt bappen
darf. Wäre das nichts für die Atomlobby? Nur ein
kleiner Schritt für die, aber ein großer Schritt für die Menschheit ! Und außerdem
macht sich doch so ein schöner Aufkleber ganz passabel auf
einem AKW-Kühlturm, vielleicht noch in Oversize und nachts "angestrahlt" ???
Die sollten mal drüber nachdenken, vielleicht hat ja auch einer
Lust, der Atomlobby per E-Mail ein Schreiben zu schicken mit besagter URL, damit sie ihre
Produkte testen lassen. Die Firma sagt ja selbst,
daß jedes System Jahr-2000-kompatibel sein soll, und wie man als Hersteller wissen solle,
welches System Y2K-OK sei? Außerdem sei der
Test schnell und sicher (kein Zweifel bei PC's !!!) und würde Zeit und Geld sparen, und
wer will das nicht, liebe Atomlobby ??! In diesem
Sinne....... Hier noch einmal der Originaltext: "Every system must be Year 2000
compliant. How will you know which of your systems are
Y2K-OK?? "The official label for the new millennium" Y2K-OK, Inc., has developed
Year 2000 status labels for computer systems and
hardware. After each piece of equipment is tested for compliance, the Y2K-OK sticker is
applied on the outside for visibility. These stickers
enable your company to: Quickly assess theYear 2000 status of all equipment. Create a
corporate-wide awareness of your Y2K progress. Save
time and money. (test and verify equipment only once.) Convey due diligence. Testing and
labeling must be a part of your procedures to ensure
all systems are Year 2000 Compliant. The Year 2000 status labels from Y2K-OK are
compatible with all computer systems and hardware, and
are becoming the labeling standard for Y2K project managers. For more information or to
order: Y2K-OK, Inc. 2301 Locust Street, Suite 102
St. Louis, MO USA 63103 314-231-8070 314-241-8189 fax email: info@y2k-ok.com"
Mirek
Mirek <BinStoC@gmx.de>
Darmstadt, Deutschland - Tuesday, December 29, 1998 at 02:01:46 (CET)
Hallo, Neuigkeiten zum Y2K-Problem: Die PTB Braunschweig weist auf
den Jahreswechsel 99-00 hin, da das
Zeitsignal DCF77 nur zweistellig gesendet wird. Es wird hier von Seiten der PTB keine
Probleme geben, vielmehr die
Funkuhrenhersteller müssen auf die korrekte Umstellung achten. Also, Funkuhr und -wecker
überprüfen nach
Hersteller und informieren! Näheres dazu unter http://www.heise.de/newsticker/data/js-17.12.98-000/
Desweiteren hat das Magazin iX ein Diskussionsboard eingerichtet, um
sich über Y2K in Bezug auf Hard- und Software zu unterhalten.
Der Link hierzu lautet http://www.heise.de/ix/y2k
Gutes Informieren!
Mirek
Mirek <BinStoC@gmx.de>
Thursday, December 17, 1998 at 17:38:43 (CET
Die
berichtete in Ihrer Ausgabe vom 30.11.1998 auführlich zu
diesem Thema. Leider wurde das Problem mit AKW-Rechner nicht angesprochen, deshalb hoffen
wir, daß der Leser dies zum Anlaß nimmt um in die Diskussion mit einzusteigen.
30.11.1998 Abwarten oder vorbereiten - wie reagieren Deutschlands Firmen? - Ausgaben in Millionenhöhe und Testläufe
Parlamentarische Anfrage der Grünen im Niedersächsischen Landtag
Datumsprobleme bei Computern in niedersächsischen Atomkraftwerken beim Übergang zum Jahr 2000
11.11.1998 08:00 Kraftwerks-Panik WDR-Sendung:
Simulierter Kraftwerksbetrieb setzte trotz Schnellabschaltung Radioaktivität frei
Y2K und die Glockenkurve
Der Artikel stammt von Michael S. Hyatt, einem amerikanischen Jahr-2000-Fachmann
(siehe http://www.michaelhyatt.com ). Den
englischen Original-Artikel findet
man unter: http://www.y2ktimebomb.com/Economy/Predictions/hyatt9842.htm
Musterbrief der AgV an die Stromversorger zum Thema !
Der Brief war per Anzeige in der FR bei der AgV abzufordern.
October 21, 1998 Y2K in Russia: A View From the Trenches
Deutschlandfunk
In der Sendung " Aus Wissenschaft und Technik" vom 03.10.1998 berichtete der
Deutschlandfunk über das y2k-problem in einer irischen Großstadt.
Dort habe man in der vergangenen Woche versucht die Ampelanlagen auf dieses Problem hin zu
untersuchen. Die Ampelsteuerung wurde dann nicht mehr vom Zentralrechner aus vorgenommen
sondern jede Anlage wurde einzeln für jede Kreuzung durch einen Rechner verwaltet.
Dies führte dazu, daß das gesamte Verkehrsnetz in dieser Großstadt zusammenbrach.
Da AKW-Steuerung mit Sicherheit wesentlich komplexer wie Ampelanlagen sind, ist ebenso sicher damit zu rechnen, daß der Großrechner im Kernkraftwerk auch zusammenbricht.
Albert Doninger, Ganse 05.10.1998 eMail: 05843619@t-online.de
Überlegungen zum Thema von der Castor-Nix-Da Redaktion
An die Castor-Nix-Da Kampange
den artikel habe ich mit grossen interesse gelesen. das y2k-problem ist bereits lange
bekannt und seit jahren wird versucht, altersschwache software für das jahr 2000 fit zu
machen. aus fachlich-technischer sicht ist die these gerechtfertigt, dass
die zentralcomputer der akws auf den jahrtausendwechsel nicht vorbereitet sind. was
die folgen davon sind, ist schwer abzuschaetzen. aber wenn selbst in london die
stadtverwaltung bzw. der engl. verkehrsminister eingesteht, dass das londoner
verkehrsleitsystem am 1.1.2000 wahrscheinlich fehlerhaft funktionieren wird, dann
frage ich mich, was passiert mit der steuerungssoftware eines akws.
ich hoffe, dass auf euren aufruf schon viel resonanz gekommen ist und dass dieses
thema weiterhin in der oeffentlichkeit diskutiert wird.
denn als informatiker weiss ich, es wird nie ein programm geschrieben werden, das
fehlerfrei ist.
zu empfehlen in diesem zusammenhang ist der artikel "absturzgefahr - die
bug-story" in
c't 19/1998, S. 156ff.
torsten friebe
_______________________________________________________________
Torsten Friebe | E-Mail: tfriebe@compuserve.com
Re: Computerumstellung auf das Jahr 2000 bei AKW's
Datum: Tue, 1 Sep 1998 14:46:39 +0100
Von: "Anti-Atom-Plenum DO" aap-do@free.de
Firma: Anti-Atom-Plenum Dortmund
Abschalten - sofort!
Stellungnahmen zur
"Jahr-2000-Problematik" bei Atomkraftwerken
In der Sylvesternacht 1999 werden die inneren Uhren der Computer auf das im BIOS
einprogrammierte Jahr 0, naemlich 1970 zurueckspringen.
Durch diese unverhoffte Verjuengungskur ergibt sich eine neue Berechnungsgrundlage fuer
Restlaufzeiten. Wie das SPD-Praesidium mitteilte, sei unter Beruecksichtigung der
neuen Situation mit Restlaufzeiten von 40+30=70 Jahren zu rechnen...
Dass diese Umstellung glimpflich ablaeuft, koennen wir nur hoffen. Insgesamt wird das
"Jahr 2000 Problem" aber deutlich ueberschaetzt.
13.09.1998 FIFF-Buero wrote:
Liebe Castor-Nix-Da Redaktion,
das Y2K-Problem ist in der Tat ein sehr grosses und besonders bei Kernkraftwerken
sehr besorgniserregendes Problem. Wir sind aber keine Informatiker, die DV fuer
Kernkraftwerke entwickeln. Wir koennen daher nur grundsaetzliche Aussagen machen.
Die konkreteste Aussage von KKW-Leuten ist, dass die Steuerung nicht automatisch bzw. computerkontrolliert ablaufe. Selbst wenn das stimmt, geben diese Leute jedoch zu, dass Sensoren, Pumpen und Messtandkontrolle etc. sehr wohl ueber Prozessrechner gesteuert werden. Bei einem Y2K-Problem in diesen Prozessrechnern sind daher zuverlaessige Angaben ueber die Ablaeufe im Kernbereich nicht mehr moeglich. Derzeit bemueht sich z.B. die KWU erst darum, Auftraege fuer ein Upgrade/Erneuerung der Prozessrechner zu erhalten.
Von den bundesdeutschen KKW's aus dem Hause Siemens wurde noch keins Upgegraded. Die
Bundesregierung erklaert dazu, dass Untersuchungen
eingeleitet seien (Schriftliche Frage des Gruenen MdB Dr. Kiper;
email: manuel@kiper.bn.eunet.de
Fuer eine Loesung des Problems ist damit unter realistischen Bedingungen keine Zeit
mehr. Wir werden Eure Fragen auf jeden Fall noch an unsere FIfF-
Mailingliste weiterleiten.
Eine aehnliche Diskussion zum Y2K laeuft z.B. auf der Mailingliste unserer US-amerikanischen Schwesterorganisation CPSR (Computer Professionals for Social Responsibility) (genaue Adresse zu erfragen bei: cpsr@cpsr.org und auch unter http://y2ktimebomb.com/Tip/Lord/lord9836.htm
Viele Gruesse
Ute Bernhardt
* * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * *
Forum InformatikerInnen fuer Frieden und FFFF I ff FFFF gesellschaftliche Verantwortung
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E-mail: fiff@fiff.gun.de F I f F
Tel.:xx49-228-219548
Fax: -214924 F I f F
CL/GRUPPEN/FIFF und
http://hyperg.uni-paderborn.de/~FIFF
Meine "kurze" Stellungnahme zum Y2K-Problem in AKW's: T E I L 2 ^^^^^^^^^
Konsequenzen: Der russische Premier-Minister Sergei Kiriyenko an, dass die
Computer-Experten des Landes bis zum Ende dieses Jahres Lösungen für das
Jahr-2000-Problem in Russland entwickeln sollen. Das Ministerium für Atomenergie ist
offenbar nicht der Meinung, dass die Sache so eilig ist. In einer Pressemitteilung vom 19.
Juni, wurde von diesem Ministerium folgendes bekanntgegeben: "Wir haben noch keine
Probleme. Wir werden uns mit der Sache im Jahr 2000 befassen." Überzeugend. Rußland
hat 29 AKW's davon 11 vom Typ Tschernobyl. In Amerika überwacht die "U.S.Nuclear
Regulatory Commission" (NRC)seit dem Three Miles Iland Unglück von 79 streng über
die Sicherheit der Atomkraftwerke im Land. Sie hat Anfang Mai einen Brief an alle
Betrieber der 108 Kraftwerke geschickt,der Fragen zum Status der Umstellung auf das Jahr
2000 sowie schon bekannte Probleme enthält. Sogenannte Deadline ist der 1.Juli 1999, bis
dahin müssen sämtl. Atomkraftwerke nachweisen, daß sie "Jahr2000-kompatibel"
sind. Geschieht dies bei einem Kraftwerk nicht,so muß die NRC vom Gesetz her dieses Werk
stillegen. Bis jetzt hat noch kein amrikanisches AKW öffentlich bekanntgegeben, daß es
für 2000 gerüstet ist. Die europäische Seite hält sich im Energiesektor mit
Informationen bedeckt. Zumal die USA ihren Handelspartnern rasche Hilfe beim Lösen des
Y2K-Problems zugesagt hat, könnte man mehr Offenheit erwarten. Ein Super-GAU durch die
Millenium-Wanze ist nicht zu befürchten, jedoch könnte das eine oder andere AKW seinen
Geist aufgeben und abschalten. Für uns Atomkraftgegner ist dies wunderbar, jedoch werden
genauso das eine oder andere Kohle- oder Solarkraftwerk betroffen sein - oder auch nicht,
denn dies zeigt sich erst 2000, aber Vorbeugen ist auf jeden Fall der richtigere Weg.
Also, Brennholz horten und den Abacus abstauben.... PS: Die von mir gefundenen
Informationen werden bald auf einer Linkliste stehen. Ich bitte um etwas Geduld :)
Mirek <BinStoC@gmx.de>
Deutschland - Tuesday, September 08, 1998 at 13:47:50 (CEST)
Hallo Leute,
Einen kommentierte Link von mir zum Y2K-Problme und AKW's:
Unter "Versorgungsunternehmen" Punkt 2 und "Y2K und eingebettete
Steuerungen in der Stromindustrie - ein Problem des Ausmaßes" von Rick
Cowles: "Darin stellt er die Bentley Nevada Corporation vor, der in Nordamerika
führende Hersteller von Systemen zur Überwachung der Echtzeitvibration von
Rotationsmaschinen (wie Pumpen, Turbinen, Kompressoren, Motoren, etc.). Er schreibt: Die
Vibration von Hochgeschwindigkeitsturbinen wird aus zwei Gründen überwacht:
1. um Leistungen über Zeitperioden zu überwachen (performance trending),
2. um die Turbine automatisch auszuschalten, falls sie aus irgendeinem Grund zu
Unausgewogenheiten kommt (z.B. Kugellagerfehler), damit sie
sicherheitshalber nicht auseinanderfliegt. Fehlerhafte Turbinenvibrationsmonitoren
schalten eine Turbine anstandslos aus, mit der Folge, daß ein ganzes Kraftwerk
stillsteht. (Dies habe ich persönlich in einem Atomkraftwerk zweimal miterlebt. Ich habe
sogar die Ereignisberichte damals selber geschrieben.)
Solche Turbinen können erst wieder in Gang gesetzt werden, wenn das Überwachungssystem
repariert ist. Meistens verbieten Werkversicherungsregeln die Wiederinbetriebnahme solcher
Anlagen ohne Vibrationsüberwachung. "
Im Original nachzulesen unter
http://www.y2ktimebomb.com/PP/RC/rc9819.htm (Englisch)!
Mirek Hanc, 09.09.1998l
1.Prinzipiell ist für die korrekte Funktion eines Anwendungsprogramms natürlich
entscheidend, wie die Anwendung mit den vom
Betriebssystem gelieferten Daten (mit / ohne Jahrhundert) umgeht.
2.Bei etwas "philosopherischer" Betrachtungsweise handelt es sich beim
Jahrtausend- bzw. Jahrhundertwechsel lediglich um einen
Nulldurchgang, der z.B. auch beim Wechsel von einen auf den nächsten Tag bei der
Stundenzahl stattfindet.
3.Für die meisten Steuerungssysteme erscheint mir am wichtigsten die korrekte Bildung
von Zeitintervallen zu sein, nicht jedoch das
Zur-Verfügung-Stellen eines absoluten Zeitpunkts (mit Jahrhundertangabe).
4.Wenn ein Programm mit Werten geordnet nach "Sekunden seit 1970" rechnet,
ergeben sich beim Jahrtausendwechsel meines
Ermessens keinerlei Probleme, da sich dieser Zeitpunkt innerhalb des gültigen
Wertebereichs befindet. Kritisch wird es nur, wenn die
Berechnungen in der Form TTMMJJ (mit leditlich zweistelliger Jahreszahl) durchgeführt
werden.
5.Obwohl ein Betriebssystem evtl. nur zwei Jahreszahlen liefert, kann ein
Anwendungsprogramm durch eigene "Intelligenz" richtig
funktionieren, wenn es den Nulldurchgang "miterlebt", was für die meisten
Steuerungsprogramme wohl zutrifft.
Beispiel: 98à 99: 99>98 à alles o.k.
99à 0: 0>99 à hoppla, jetzt muß ich wohl 'ne Pulle Sekt aufmachen! Mach
ich aber nicht, sondern heb ich auf, da weiß ich, ich bin im neuen
Jahrhundert. 0à 1: 1>0 à alles ok. Sekt ist da, also 1 entspr. 101
6.Mir ist nicht klar, warum ein Steuerungsprogramm aufgrund eines Datumsproblems einen
GAU auslösen sollt. Eher glaube ich an eine Abschaltung des Reaktors, weil ein System
nicht ordnungsgemäß funktioniert. Und das kann uns doch nur recht sein!
Peter Nicoleit, Berlin
Bearbeitet am: 07.09.1998/ad