Leserbrief der

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vom 28.08.2010

Die Wahrheit ohne Bedenken verbogen

Betrifft: Artikel »Ex-Atommanager Gorleben-Berater» (EJZ, 5. August)

Unser neuer, regierungsamtlich mit allen Vorschusslorbeeren ausgestatteter Sicherheitsexperte fürs gewollte Endlager Gorleben, Bruno Thomauske, war Atomindustrie-Manager bei Vattenfall. In dieser Funktion hat er die Wahrheit angesichts gemeingefährlicher Unfälle in Atomkraftwerken seines Hauses so bedenkenlos verbogen, dass ihn selbst die eigene Firma von der Gehaltsliste streichen musste, im Licht einer wachen, an der Wahrheit interessierten Öffentlichkeit.

Danach fiel der »Experte» weich: »Professor» an der Technischen Hochschule Aachen, finanziert vom Elektrokonzern RWE mit denselben Profitinteressen (EJZ berichtete mehrfach).

Seit den Brüdern Humboldt im 19. Jahrhundert war selbst in den damaligen deutschen Mo-narchien eine gewisse Selbstverwaltung der Hochschulen erkämpft worden. »Professor» heißt ja übersetzt »Bekenner», und zwar der Wahrheit, nicht zum Nutzen irgendwelcher Obrigkeit oder der Rendite. »Kommilitonen», gleich »Mitkämpfer» bei der Wahrheitsfindung, heißen bis heute die Studierenden. So gesehen, werden heute alle Demokraten zu »Kommilitonen», die gekauftes Lehrpersonal schnellstmöglich dahin zurückbefördern helfen, wohin die gehören: in die Reihen der gutbezahlten Wahrheitsverschleierer der Konzerne. Fehlt es an akademischem Brimborium, geht deren Einfluss auf die öffentliche Meinung den Bach runter.

Dieter Krause,
Gorleben

Bearbeitet am: 28.08.2010/ad


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