Leserbrief der

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vom 23.07.2010

Ideologische Scheuklappen einfach zu dicht

Betrifft: Artikel »Entscheidung gefallen» (EJZ vom 9. Juli)

Muss man verblüfft sein, mit welcher Dreistigkeit die CDU- Landtagsabgeordnete, Frau Bertholdes-Sandrock, weiter unbeirrt ihre Meinung zur »Eignungshöffigkeit» des Gorlebener Salzstocks öffentlich macht? Trotz aller Rückschläge, die sie und ihre Atomkumpane im vergangenen Jahr hinnehmen mussten, als da wären das Aufdecken der Kungeleien bei der Standortbennung, das Desaster in der Asse oder die illegalen Schwarzbauaktivitäten in Gorleben. Ich glaube, bei Frau Bertholdes-Sandrocks Statements muss man sich über nichts mehr wundern, denn bei ihr auf Läuterung, Einsicht oder gar Vernunft zu hoffen, ist vergebene Liebesmüh.

Dazu sind ihre ideologischen Scheuklappen einfach zu dicht.

Wundern muss ich mich allerdings, wie wenig ihr die eigene Partei hier im Landkreis entgegenzusetzen willens oder bereit ist. Auch die »einfachen» Mitglieder müssen doch allmählich mitbekommen haben, wie die Menschen hier von der Atommafia und den ihr hörigen Politikern verschaukelt wurden und immer noch verschaukelt werden. Es muss doch auch in der hiesigen CDU noch Menschen geben, die sich nicht durch die Gorlebener Anlagen oder die Schweigegelder bereichert haben. Menschen, die einfach nur Augen und Ohren aufmachen und dann ihren Verstand benutzen. Wo sind die alle? Haben die resigniert oder einfach keinen Mumm in den Knochen? So schwer kann es doch nicht sein, Fehler einzugestehen.

Wenn es nur um Kleinigkeiten ginge, aber hier geht es immerhin um den Versuch, mit legalen Mitteln die größte Umweltkatastrophe für einen unübersehbaren Zeitraum vorzubereiten, und zwar mit unabsehbaren Folgen weit über unsere Region hinaus, wie das Beispiel Asse zeigt. Das kann doch niemandem gleichgültig sein.

Ich teile auch nicht die Ansicht einiger hiesiger Atomkraftgegner, die meinen, es sei nur gut und würde der Sache nützen, wenn die Befürworter sich so schrill und hysterisch wie Frau Bertholdes-Sandrock für den Salzstock stark machen. Immerhin versucht sie auf diese Weise, landes- und bundesweit den Eindruck zu vermitteln, sie repräsentiere die schweigende Minderheit der Gorleben-Befürworter aus Lüchow-Dannenberg. Davon bleibt leider etwas hängen, vor allem, wenn diese Minderheit weiter untätig schweigt. Dazu passt mal wieder mein Lieblingszitat: »Was du auch tust, aber auch, was du unterlässt, wirkt in Ewigkeit!» (Joachim Fritzen)

 

Herbert Waltke,
Jameln

Bearbeitet am: 24.07.2010/ad


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