Leserbrief der

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vom 08.07.2010

Gesamte Region würde unbewohnbar

Betrifft: Artikel »Demagogie statt Geologie» (EJZ vom 17. Juni)

Wenn man das sachkenntnislose Gerede des CDU/CSU-Obmanns im Gorleben-Untersuchungssausschuss liest, kann einem schlecht werden. Er hat offensichtlich erstmals einen Salzstock von innen gesehen und spielt sich ohne Kenntnisse der Chemie, der Physik, der Geologie und des Fließverhaltens von Wasser und von Laugen als Fachmann auf.

Eigentlich müsste man auf derartigen Stuss nicht antworten.

Man muss sich aber fragen: Warum macht sich Grindel derartig lächerlich? Bekommt er von zahllosen Lobbyisten der Atommafia in seiner Partei Geld für seine Holzereien gegen Salzstock-Kritiker? Lebt die meines Erachtens völlig regierungs- unfähige und die Republik zerstörende Bundesregierung nur noch von den Parteispenden dieser Lobbyisten, auch wenn sie gerade noch unter der Veröffentlichungsgrenze liegen?

In dem Bericht über den Gorleben-Besuch behauptet Grindel in hetzerischer Weise, dass die Opposition Gorleben skandalisieren wolle, um die Kernkraft zu torpedieren. Den Skandal hat er doch schon in Asse II. Offensichtlich weiß er nicht einmal, dass es dort vergleichbare Salzformationen gibt. Der Unterschied zu Gorleben besteht aus den großen Hohlräumen aus dem früheren Kalisalzabbau. Deshalb die Instabilität und die Notwendigkeit, den einlagernden schwach- und mittelaktiven Atommüll schnellstens wieder herauszuholen, um die Bevölkerung vor schweren Strahlenschäden, zum Teil mit Todesfolgen, zu bewahren.

Die Herren müssten doch inzwischen wissen: Wenn Laugen mit Gaseinschlüssen aus dem »Rotliegenden» unter dem Salzstock mit hohen Erdgasanteilen zugetreten sind, gibt es auch Laugeneinschlüsse. Nach den Bohrungen unter der Sohle von Schacht I haben sie nach Überprüfung der Atom-Zuarbeiterfirma Colenco sogar eine Größe von 100000 Kubikmetern. In Gorleben dürfte die Katastrophe einige Jahre länger auf sich warten lassen. Durch die enormen Mengen stark wärmeentwickelnden Atommülls, der nicht mehr rückholbar ist, wird die gesamte Region »Löcknitz», »Jeetzel und Elbtal» unbewohnbar gemacht.

Dass die BRD das letzte Land mit Atomkraft ist, welches noch im Salz forscht, weiß Grindel vielleicht noch nicht. US-Präsident Obama hat vor einiger Zeit jegliche Forschungen für Endlagerungen in Salzformationen untersagt, um der riesigen Kapitalverschwendung Einhalt zu gebieten. Die derzeitige Bundesregierung will nun für den größten Unfug aller Zeiten in einem vor 25 Jahren bereits als völlig ungeeignet erkannten Salzstock mit Milliarden-Aufwand weiterforschen und schränkt gleichzeitig die Förderung alternativer Energien und Energieffizienz ein. Sie will der Atommafia noch einige Jahre Milliarden Verdienste gönnen. Vielleicht solange, bis Deutschland wieder ein technologisches Entwicklungsland ist.

Meines Erachtens ist dies das größte in Vorbereitung befindliche Kapitalverbrechen, welches nach dem Zweiten Weltkrieg geplant wird.

Heinrich Messerschmidt,
Lüchow

Bearbeitet am: 08.07.2010/ad


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