Leserbrief der

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vom 28.06.2010

In die Vuvuzela der Atommafia geblasen

Betrifft: Artikel »Demagogie statt Geologie» (EJZ vom 17. Juni)

Die beiden CDU-Politiker besuchen den Salzstock Gorleben. Der Obmann der CDU/CSU im Gorleben-Untersuchungsausschuss, Reinhard Grindel, belehrt uns, dass der Salzstock in Gorleben auf keinen Fall mit Asse verglichen werden darf.

Warum denn nicht? Weil dann die Wahrheit ans Tageslicht käme? Beides sind Lagerstätten für Atommüll beziehungsweise sollen es werden. Bei der Asse haben die Geologen die Politiker davon »überzeugt», dass alles total sicher sei. Hätten die verantwortlichen Politiker sonst dafür gestimmt?

Herr Pols, unser CDU-Bundestagsabgeordneter, steigt in den Salzstock hinab, weiß alles, von Zweifeln ungetrübt, und betreibt Demagogie statt Geologie, denn er ist ja Handwerksmeister und kein Geologe. Wenn er Geologe wäre, würde er Geologie betreiben. Kein Wort dazu, dass die Solarförderung gekürzt wird - auf Betreiben seiner Partei. Anstatt dass er sich für die Handwerkerschaft einsetzt und für die Förderung der erneuerbaren Energien stark macht und Politik für die Sicherung von Arbeitsplätzen im Handwerk macht.

Stattdessen wird laut getutet und in die Vuvuzela der Atommafia geblasen. Neunmalklug wird über den Salzstock Gorleben schwadroniert. Unter dem Titel »Eckhard Pols, mein Leben für die Atommafia». Herr Grindel redet von einem »unverritzten» Salzstock, doch wie schnell ist er »verritzt». Sie kriegen doch alles kaputt. Wenn dann die kleinen oder großen Katastrophen eintreten, wenn was in die Hose geht - BPisst quasi -, dann sagen sie, die Politiker aller Couleur unisono: »Da habe ich mich voll und ganz auf den wissenschaftlichen Rat verlassen - woran soll ich mich denn sonst orientieren?»

Die Erfahrung hat uns doch gelehrt, wenn man eine Technik einsetzt und es läuft ohne Zwischenfälle nach Plan, ist ja alles klar, doch wehe, es passiert einmal etwas Unvorhergesehenes, dann Gnade dir Gott. Kein Plan B ist in der Schublade. Es wird agiert, stümperhaft bis zum bitteren Ende. Dennoch: Dann erdreisten sie sich, die Entscheidungsträger, eine Garantie von ein paar 100000 Jahren zu geben, wie es im Falle der Endlagerung von Atommüll der Fall wäre. Noch mal zu der Katastrophe vor der amerikanischen Küste: Wie kann es sein, dass heutzutage die technischen Möglichkeiten zur Verfügung stehen, um auf dem Mond zu landen, jedoch nicht ausreichen, ein leckes Rohr abzudichten? Herr Pols sollte mal darüber nachdenken. Ich bezweifle es trotzdem, dass er zur Vernunft kommt.

 

Hans-Joachim Bohlmann,
Breustian

Bearbeitet am: 28.06.2010/ad


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