Als Endlager ausgebaut
Betrifft: Artikel »CDU pocht auf zügige Erkundung» (EJZ vom 5. März)
Herr Fuchs, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU-Bundestagsfraktion, hat Albträume: Wenn der Termin Ende März für den Antrag auf Verlängerung des Rahmenbetriebsplans für das Salzbergwerk Gorleben von 1983 versäumt werde, müsse ein völlig neuer Rahmenbetriebsplan aufgelegt werden, und das nun gültige neue Recht (nein, nicht Atom-, Bergrecht!) sähe umfangreiche Bürgerbeteiligung vor. Kaum aufgewacht, schreit er seinen Parteifreund Röttgen an: »Ich fordere das Umweltministerium ausdrücklich auf, die Verlängerung jetzt sicherzustellen».
Aber beruhigen Sie sich, Herr Fuchs, Bürgerbeteiligung gab»s noch nie! Kann er ja nicht wissen, ist ja schon eine Weile her. Kann er ja auch nicht wissen, dass es seit 1972 bis zur Standortbenennung Gorlebens 1977 nie um die sichere Beseitigung von radioaktivem Müll ging, sondern um den Standort einer Wiederaufarbeitungsanlage mit Grube für den Abfall, sozusagen eine WAA mit eigenem Plumpsklo. Da war wichtiger, nicht mehr als 30 Rindviecher auf den Quadratkilometer anzutreffen.
Und nun kriegen Sie mal alle erstmal die Kurve, Herr Röttgen, Herr Fuchs, Frau Bertholdes-Sandrock, Frau Katharina Reiche, Frau Flachsbarth, aus diesen KEWA-Studien und Al-brechts Finger auf der Landkarte eine geeignete Lagerung für über Jahrmillionen strahlenden, giftigen Atommüll zu konstruieren. Sie haben ja die Argumente: Das Bergwerk ist schon als Endlager ausgebaut. Ihre Generation stellt sich der Verantwortung, Platz für neuen Atommüll zu schaffen. Die nächsten Generationen haben es auszubaden, aber für die brauchen wir ja heute keine Bürgerbeteiligung.
Gerhard Has,
Gartow
