Standort Gorleben ist verbrannt
Betrifft: Artikel »CDU pocht auf zügige Erkundung» in Gorleben (EJZ vom 5. März)
Die Begründung, die Frau Flachsbarth (CDU) im Bundestag dafür liefert, ist der pure Zynismus. Die »Generationengerechtigkeit» muss dafür herhalten.
Wenn bei der Genehmigung der Atomkraftwerke die Verantwortlichen nur einen Gedanken an die zukünftigen Generati-onen verschwendet hätten, wäre nie ein AKW gebaut worden. Jeder, der an unsere Nachkommen denkt, muss die sofortige Stilllegung aller Atomanlagen fordern. Der Atommüll ist länger gefährlich, als die Menschheit wahrscheinlich noch existiert. Alle Generationen nach uns werden am »dicken Ende» des Atomzeitalters hängenbleiben. Entsorgungslüge, Endlagerlüge, Erkundungslüge, Gorleben-Lüge - nur der Atommüll ist leider wahr. Der Standort Gorleben ist verbrannt, er steht für Manipulation, Willkür, Rechtsverbiegung und Fehlurteile. Ein rechtsstaatlich korrektes Verfahren ist nicht mehr möglich. Begründung:
1. Die Standortauswahl erfolgte nicht aus fachlichen Gründen. Der Salzstock war dabei von untergeordneter Bedeutung
2. Den Ausschlag gab die persönliche Willkür Albrechts, der DDR eins »auszuwischen».
3. Dass Gorleben geeignet war, stand schon vor der ersten Bohrung fest, denn es war eine politische Entscheidung, Augen zu und durch.
4. Trotz negativer Untersuchungsbefunde wird aufgrund gezinkter Aktenlage das Bergwerk errichtet.
5. Die Errichtung von Castorlager und PKA werden zum »Standortvorteil» für Gorleben. Dadurch ist auch ein späterer Standortvergleich nicht mehr möglich.
6. Die Castor-Transporte nach Gorleben werden mit dem Hinweis auf das Endlager Gorleben gerechtfertigt. Seit Jahren wird der Öffentlichkeit ein Endlager Gorleben suggeriert. Ein faires Verfahren ist so nicht mehr möglich.
7. Es wurde auch nicht erkundet, dass war ja auch nicht nötig (siehe 3.), sondern gleich ein Teil des Endlagers errichtet. Was die Kosten verdoppelte und den Druck auf die »ergebnisoffene» Eignung erhöhte.
8. Es wurde nach Bergrecht gebaut, obwohl die Baustelle für den Betrieb der AKW als Entsorgungsnachweis einige Jahre herhalten musste. Damit wurde durch das Bergwerk AtommüllProduktion ermöglicht, also ist es eine Atomanlage!
9. Gorleben ist verbrannt, gerade weil immer so verfahren wurde, wie es sich Herr Leitner (EJZ vom 6. März) vorstellt. Denn wenn Atommüll im Salzstock eingelagert ist, brauchen wir keine Bürgerbeteiligung und kein Atomrecht mehr. Dann ist alles zu spät. Genau das ist die Methode der CDU, vollendete Tatsachen schaffen, rücksichtslos am Bürger und jeder Vernunft vorbei. Auch darum ist Gorleben verbrannt.
Wolfgang Kallen,
Molden
Bearbeitet am: 17.03.2010/ad