Leserbrief der

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vom 14.11.2007

Eignungsuntersuchung statt eignungshöffig

Betrifft: Sitzung des Atomausschusses (EJZ vom 25. Oktober)

Wichtige neue Erkenntnisse, über die die EJZ aus der Atomausschusssitzung kein Wort berichtet hat, sind:

1. Der geladene Geologe Dr. Detter-Appel erklärte auf Fragen aus dem Publikum, welches der Ausschuss zeitweise in die Diskussion einbezog, dass der zur Täuschung der Öffentlichkeit vorwiegend von Politikern kreierte Begriff „Eignungshöffigkeit" der Atomfetischisten aber auch gar nichts mit einer „Eignungsuntersuchung" zu tun hat. Untersucht wurde, zumindest nach 1984, als vier Tiefbohrungen am Rand der „GorlebenRinne" bis 170 m unterhalb des Salzspiegels hinabreichten und verheerende Sicherheitsmängel aufdeckten, nicht mehr der Salzstock mit seinem Deckgebirge auf eine mögliche Eignung für ein Endlager. Dies bedeutet, dass die gefährlichsten „Schwachstellen", deren Untersuchungen das sofortige „Aus" für Gorleben erwarten ließ, schlichtweg ausgeklammert wurden.

Hauptverantwortlicher bei den PTB und beim BfS, Dr. B. Thomauske, der auf Grund seiner Informationspolitik zu Krümmel sogar vom Stromkonzern „Vattenfall" zum Teufel gejagt wurde, hat es sogar fertiggebracht, den Phantombegriff „Eignungshöffigkeit" in Anlage 4 des Konsenzvertrages mit der Stromwirtschaft vom Juni 2000 als damals Verantwortlicher noch beim BfS hineinzuschmuggeln. Voll unterstützt wurde er dabei von der DBE. Natürlich aus „Hoffnungsgründen" für weitere Aufträge wurde der ursprüngliche „Erkundungsbereich" östlich der beiden Schächte einfach um 1100 m in Nordwestrichtung verschoben. Dort waren nach den elektromagnetischen Resonanzverfahren („EMR") erzielte Ergebnisse über alle Schichten im Salzstock die besten Ergebnisse zu erwarten.

2. Es wurde inzwischen, nachdem ein Bergbaufachmann, dessen Vater Mitarbeiter bei der inzwischen aufgelösten Prakla/ Seismos war, die die Messungen bis 1983 durchführte, bekannt, dass alle Original-Messbänder bzw. -streifen in einer Menge bis eineinhalb Möbelwagen vernichtet sind. Das BfS schreibt dazu auf Anfrage der BI: „Die Daten sind vollständig in Berichten dokumentiert. Die Qualitätssicherung des BfS (damals zuständig Dr. Thomauske) gewährleistet, dass sämtliche Daten sicher und in aktuellen Formaten aufbewahrt werden." Fakt ist nun, dass alle Beweisfakten über die Salzschichten
(immer farbig dargestellt) sowohl des Salzstockes Gorleben, als auch von Schacht Konrad weg sind. Tolle neue Erkenntnisse!

Heinrich Messerschmidt,
Lüchow

Anmerkung der Redaktion:

Heinrich Messerschmidt irrt. Über den Begriff „Eignungshöffigkeit" lässt sich in LüchowDannenberg kaum noch Neues berichten, ebenso wie über Dr. Thomauske, über dessen Tätigkeit die EJZ wiederholt berichtet hat.

Die Behauptung, es seien wichtige Daten der Salzstockuntersuchung verloren, haben Umweltminister Gabriel und BfS-Präsident König - wie berichtet - während der Sitzung des Atomausschusses am 2. November in Lüchow nachdrücklich zurückgewiesen und der BI Akteneinsicht angeboten.

Bearbeitet am: 14.11.2007/ad


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