Leserbrief der

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vom 06.11.2007

Gabriel verdient Respekt

Betrifft: Umweltminister Gabriel in Gorleben

Vor wenigen Tagen war unser Minister für Umwelt und Reaktorsicherheit, Sigmar Gabriel, in Gorleben. Da musste ich daran denken, wie vor einigen Jahren seine Amtsvorgängerin Angela Merkel die Endlagerbaustelle und das Zwischenlager besuchte. Sie kam mit dem Hubschrauber und verließ Gorleben auch wieder mit dem Hubschrauber. Was allerdings bezeichnend war für ihr Kommunikationsverhalten, war die Tatsache, dass sie sogar in den Hubschrauber stieg, um die Straße zwischen Endlagerbaustelle und Zwischenlager zu überqueren. Sie scheute die-Menschen, die dort standen, um ihr Interesse am Erhalt einer gesunden Umwelt zu bekunden, wie der Teufel das Weihwasser.

Und hier zolle ich Herrn Gabriel Respekt. Nicht nur, dass er ohne Polizei im Konvoi anreiste. Er stieg aus, als sich ihm die Atomkraftgegner in den Weg stellten und redete mit ihnen. Nach einer halben Stunde Diskussion ging er zu Fuß (!) weiter zum Schacht, nur um 100 Meter weiter noch mal für 20 Minuten Rede und Antwort zu stehen. Nicht freiwillig, aber ohne großen Protest!

Dafür hat er Respekt verdient. Große Fortschritte „in der Sache" werden diese Gespräche nicht gebracht haben. Gabriel machte nicht den Eindruck wie einer, der vorhat, die GorlebenProblematik in seiner Amtszeit zu lösen, Gorleben ist für ihn klar definiert, zumindest eine Option, und inwieweit er hierzu bzw. zu den maroden Zuständen und bestehenden Lagerproblemen von Asse und Co. auf der internationalen Atomlager-Tagung diese Woche in Braunschweig Stellung nehmen wird, wäre vielleicht Thema für einen anderen Leserbrief. Aber vom menschlichen Verhalten her und im Vergleich zum im wahrsten Sinne des Wortes „abgehobenen" Gebaren seiner Vorgängerin möchte ich sagen: Hut ab und danke für das Gespräch.

Willem Wittstamm, Clenze

Bearbeitet am: 06.11.2007/ad


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