Leserbrief der

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vom 30.11.2006

Nicht vergessen

Betrifft: Salzstock-Erkundung

Nur noch einen Monat - und wir werden unter anderem singen: „Wisst ihr noch, wie es geschehen?" Hier und heute frage ich anders: Schon vergessen oder gar nicht gewusst? Wie war denn der Anfang der „Gesundbeterei" mit dem Gorlebener Salzstock vor nunmehr bald 30 Jahren? Wie hat die „demokratische Willensbildung" für einen Endlagerbau begonnen?

Autokratisch hat einer der Vorgänger des jetzigen Ministerpräsidenten entschieden, dass aus den 280 (!) im Norden Deutschlands befindlichen Salzstöcken der Gorlebener als mögliches nukleares Endlager benannt wird. Im März 1997, nach 20 Jahren also, berichtet die EJZ, wie Prof. Dr. Lüttig das Zustandekommen dieses katastrophalen Entschlusses im Interview mit Karl-F Kassel schildert.

Nicht der mit der Vorauswahl demokratisch gewählte Fachprofessor mit seiner Crew macht sachlich argumentiv den Vorschlag, Gorleben als Standort zu benennen. Nein, wissenschaftliche Kriterien sind nicht gefragt. Herr Albrecht entscheidet einstimmig und politisch. Dass Gorlebens 'Salzstock nur in einer zweiten Reihe von Vorschlägen zu stehen kommt, interessiert den Politiker nicht.

Wisst ihr noch, wie es geschehen? O-Ton Albrecht: „Ich möchte einen Salzstock haben, der möglichst dicht an der Zonengrenze liegt." Und als weiteres „politisches" autokratisches Argument: „Ich möchte jetzt die Ostzonalen mal richtig ärgern. Nehmen wir Gorleben als Gegengewicht (Albrecht meint es zu Morsleben), mal sehen, was herauskommt." Der Ratgeber hierzu war ein pensionierter Bergwerksdirektor. Er erwidert: Einen Salzstock an der Zonengrenze? Na, dann nehmen Sie doch Gorleben.

Das ist also so passiert, und alles Weitere folgte dieser politischen Entscheidung. Und da moniert Herr Wulff, dass die Minderheit (woher er das hat?) solchem widersinnigen, strafbaren Entschluss und seinen Folgen widersteht? Es geht uns nicht um Spielchen, nicht um Sport oder Spaß an der Freud. Es geht um ernsten Widerstand gegen Entscheidungen, die das Leben missachten. Mindestens war der Anfang leichtfertig bei der Standortbennenung. Und deshalb kann und wird alles Nachfolgende unter dem falschen Vorzeichen stehen. Wisst ihr noch, wie es geschehen? Vergesst den Anfang nicht!

Egon Maierhofer,
Hitzacker

Bearbeitet am: 30.11.2006/ad


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