Tausende von Menschen protestieren auf unterschiedlichste Art gegen den Transport und die Lagerung des Tod bringenden Atommülls in einer Halle. Wir harren aus bei Kälte und Regen, protestieren friedlich. Bei den Sitzblockaden am Verladekran sehe ich viele Familien mit Oma, Opa und Kindern. Drei Generationen stellen sich quer und übernehmen Verantwortung für die Zukunft, gemeinsam mit vielen Jugendlichen.
In der EJZ am 14. November erscheint ein Bericht über die Pressekonferenz mit Herrn Niehörster (Präsident der Polizeidirektion Lüneburg). Die Ankettaktionen an die Betonpyramiden nennt er (Zitat) eine Fortsetzung der Bundesjugendspiele". Mir verschlägt es die Sprache. Es kommt aber einige Sätze weiter noch dicker (Zitat): Es sei ein toller Sport, so Niehörster, den man aber besser nicht auf der Transportstrecke treiben sollte."
In mir steigt Fassungslosigkeit über soviel Menschenverachtung auf. Tausende haben Angst um ihre Zukunft und die ihrer Nachfahren. Landwirte haben Angst um ihr Obst und Gemüse, ihr Vieh und die Milch, die sie, wenn verstrahlt und verseucht, nicht mehr verkaufen können. Und Niehörster sieht alles als eine sportliche Übung! Er zieht die Bundesjugendspiele genauso in den Dreck wie den Protest gegen die Castoren. Pfui Deibel!
Was soll die Jugend, die unser aller Zukunft ist, von solchen Äußerungen halten? Ich jedenfalls bin stolz auf eine Jugend, die sowohl an den Bundesjugendspielen teilnimmt als auch gegen Castoren protestiert, um ein unverseuchtes, atomfreies Leben zuhaben.
Ein Präsident (!) der Polizeidirektion will Vorbild sein, er bringt sich selbst durch diese Äußerungen ins Aus. Ein solcher - gelinde gesagt - Fauxpas hätte ihm nicht unterlaufen dürfen. Übrigens, Herr Niehörster, wir stehen, sitzen und stellen uns quer, auch für Sie, Ihre Kinder, Enkel, Urenkel etc. Atomtod macht vor keinem Halt, auch nicht vor Uniformen und über Generationen hinweg.