Leserbrief der

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vom 23.11.2006

Ein unvorstellbarer Zeitraum

Betrifft: Atommüllentsorgung

Wird die Rente in 20, 30, 60 Jahren noch reichen für einen entspannten Ruhestand? Wir können es uns kaum vorstellen. Die Prognosen sind eher düster. Genaueres weiß keiner. 50 Jahre, das ist ein enormer Zeithorizont. Vor 61 Jahren ging das „tausendjährige Reich" unter. Atombomben fielen auf Hiroshima und Nagasaki. Das ist Geschichte und für die meisten Menschen sehr weit weg.

Der hochradioaktive Müll, den die Atomindustrie in den letzten Jahrzehnten produziert hat, muss etwa 2 000-mal länger
sicher verwahrt werden. Eine Millionen Jahre lang darf dieser tödliche Cocktail keinen Kontakt mit der Umwelt haben, mit Wasser und Luft. Ein unvorstellbarer Zeitraum.

Vier Eiszeiten gab es in den letzten 1 000 000 Jahren. Der moderne Mensch, Homosapiens, ist überhaupt erst etwa 170 000 Jahre alt. Erst vor 27 000 Jahren verschwand der Neandertaler. Vor 10 000 Jahren endete die letzte Eiszeit. Fragt sich, wie wir die Wesen, die in einer Million Jahren auf unseren Müll stoßen, überhaupt warnen können? Das Problem beschäftigt schon einen eigenen Forschungszweig, die „Atomsemiotik".

Weltweit gibt es bis heute kein sicheres Atommüll-Endlager, Deutschlands bisherige Versuche, das Gift sicher loszuwerden sind gescheitert: Das Salzbergwerk Asse, gefüllt mit über 100 000 Atommüll-Fässern, läuft seit Jahren langsam mit Lauge voll. Das Salzbergwerk Morsleben, ebenfalls mit Atommüll gefüllt, droht abzusaufen und einzustürzen.

Daher kann es nur eine Lösung geben: Atomanlagen abschalten - weltweit! Denn: Es gibt kein sicheres Endlager!

Gerhard Förster,
Lüchow

Bearbeitet am: 23.11.2006/ad


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