Leserbrief der

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vom 23.11.2006

Wissen es die Herren wirklich nicht?

Betrifft: Interview mit dem Ministerpräsidenten Wulff „Wir wollen endlich ein Ergebnis der Erkundung" (EJZ vom 17. November)

Vor einer Woche sagte Herr Kauder: „Es spricht viel für Gorleben. Deshalb sollte die Erkundung dort zunächst zu Ende geführt werden ... Natürlich ist diese Erkundung ergebnisoffen ... Gorleben steht eigentlich schon fest als Endlager." Jetzt sagt Herr Wulff: „... die Erkundung des Salzstockes als Endlager (ist) ergebnisoffen zu Ende zu führen." So wird dem-braven Bürger weiß gemacht, am Ende der Erkundung könnte herauskommen, ob der Salzstock Endlager geeignet sei oder ob er nicht geeignet sei.

Wenn man darauf vertrauen könnte, dann müsste es Kriterien geben und diese müssten veröffentlicht werden, und diese Kriterien müssten wissenschaftlicher Kritik standhalten, zum Beispiel: Die Steinsalzformation muss so viel mal so viele Meter groß sein, die Barriere zum Grundwasser muss soundso mächtig sein, usw. usw.

Aber diese Kriterien kommen nicht auf den Tisch, weil es bei der Erkundung nicht um die Frage geht, ob der Salzstock geeignet ist oder nicht. Die Erkundung des Salzstockes dient der Entscheidung, wie -„eine Eignungsaussage bezüglich Einlagerungsort, -art, -menge und - technik" zu treffen ist (Urteil der 3. Kammer Lüneburg 'des Verwaltungsgerichtes Stade vom 28.1.1987).

Oder wie: es der Deutsche Bundestag am 13. Januar 1988 (Drucksache 11/ 1632, Seite 35) formuliert hat: Bei der Erkundung geht es um die Frage: „wieviel welcher radioaktiven Abfälle wo, im Wälzstock Gorleben eingelagert werden können." Auf gutdeutsch: Es wird untersucht, wie man den radioaktiven, wärmeentwickelnden und über Jahrtausende hochgefährlichen. Müll verpacken muss, damit er an welcher Stelle in diesem Salzstock versteckt werden kann. Das ist wahrhaftig eine ergebnisoffene Erkundung!

Gottfried Mahlke,
Luckau

Bearbeitet am: 23.11.2006/ad


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