Jedes Jahr steigt das gleiche Spiel. Durch kollektiven Gruppenzwang aufgerufen, marschieren die Kinder möglichst im Klassenverband den Lehrern und Lehrerinnen folgend zur Polizei, um dort die gesunden Lebensmittel über den Zaun zu werfen. Seelsorger und Lehrerinnen stehen dabei und tolerieren das. Es bleibt zu hoffen, dass für besonders mutige Aktionen nicht noch gute Zensuren verteilt werden.
Den Abschluss krönt dann eine polemische Rede über Lautsprecher vom mobilen Musikkampfwagen" (siehe EJZ vom 13. November), über Sinn und Unsinn der Stromerzeugung. Endlich verabschiedet sich der Redner vom Musik(Propaganda)-Kampfwagen mit einem markanten Aufruf an die wenigen Zuhörer: Wollen wir den Castor stoppen?" Ja. Wollen wir den Castor stoppen?" Ja! Und nochmal: Wollen wir den Castor stoppen?" Ja! Ja! Ja!
Hoppla, war da nicht schon mal so etwas in der Vergangenheit? Ein Herr neben mir meinte, dass die aus der Geschichte, auch nichts gelernt haben. Oder doch? Na klar, denn die Macht solcher Reden ist in den Geschichtsbüchern über Deutschland der 30er-Jahre bereits geschrieben.