Es geht beim Castor-Transport längst um mehr. Wir müssen unser Recht auf Meinungsfreiheit gegenüber Politik und Polizei behaupten! Unterstellungen im Vorfeld und wider besseren Wissens sollen weitreichende Einschränkungen rechtfertigen.
Die EJZ zitiert den Polizeieinsatzleiter, Herrn Niehörster, mit einer Provokation: Er befürchtet pauschal eine aggressivere Stimmung als im Vorjahr". Dabei geht es uns doch, wenn die ersten Castor-Berichte in der EJZ erscheinen, eher so wie angesichts der frühen Weihnachtsangebote: Man hat den Wunsch, dem Ganzen aus dem Wege zu gehen.
Sonnabendabend auf der Heimfahrt vom Besuch bei meinem Vater dann schier endlose Lichterketten in der Göhrde: Einsatzfahrzeuge soweit das Auge reicht. In Metzingen blockierten Aktivisten, teilt mir der Beamte freundlich mit, ich müsse über Pudripp ausweichen. Relativ gelassen, aber mit Gedanken über unsere Demokratie - ein Bekannter spricht bezüglich der Atomenergienutzung von erpresster Zustimmung - biege ich ab. Im nächsten Dorf dann ein, übler Drängler, ich werde nervös, es ist heikel, und ich habe meine Familie im Auto. Schließlich fahre ich rechts heran, um den Rowdy vorbeizulassen. Der überholt auf der engen Straße und rammt dabei fast einen entgegenkommenden Wagen. Dabei sehe ich den Wagen der gehobenen Mittelklasse etwas deutlicher: Es ist ein Polizeifahrzeug.
Es sind diese ganz kleinen persönlichen Erlebnisse, die einen jedes Jahr in die CastorWirklichkeit zurückholen. Werden wir dadurch aggressiv? Ich glaube nicht, aber schon motiviert, nicht nachzulassen.