So, so. Die Polizei beklagt also die Härte von Castor-Gegnern. Herrn Friedrich Niehörster bereiten die Aggressionen gegen Polizeibeamte Sorge", und außerdem beweise die Polizei im Hinblick auf Traktor-Blockaden viel Langmut".
Von zahlreichen Aggressionen der Polizei seien einige erwähnt: das Ziehen einer Waffe, Einsatz von Pfefferspray und Hausdurchsuchung im Anschluss an einen völlig friedfertigen Laternenumzug; das unrechtmäßige Sicherstellen von Traktoren in Pudripp (nachdem Beamte die Landwirte daran gehindert hatten, die Versammlung aufzulösen) und anschließender Zwang für alle Anwesenden, sich erkennungsdienstlich filmen zu lassen; der Einsatz von Wasserwerfern in Laase nach Durchfahrt des Transportes und anschließende körperliche Attacken nach Ankunft des Transportes im Zwischenlager; grobes Zerren am Arm eines Festgeketteten in Langendorf, nachdem die Polizei einen Sichtschutz angebracht hatte, und Verhaftung anwesender Rechtsanwälte; sowie zahlreiche Pfefferspray- und Schlagstockeinsätze.
In einem besatzungsähnlichen Zustand setzt die Polizei u. a. Wasserwerfer,
Hubschrauber, Kampfflugzeuge und gepanzerte Räumfahrzeuge ein. Seit Wochen und Monaten
treiben" sich Spitzel im Landkreis herum und beschnüffeln die ansässige
Bevölkerung, ganz abgesehen von der üblichen Dauerüberwachung. Dies alles, um ein
hochgiftiges, Jahrtausende strahlendes Abfallprodukt, hier vor der Haustür der Anwohner
zu lagern.
Herrn Niehörsters Berufsstand wird missbraucht, gegen die Bevölkerungsmehrheit eine ,unsichere Lagerung durchzusetzen, weil die Atomlobby dies braucht. Die daraus resultierende Bedrohung von Lebensraum, Lebensgrundlagen (zum Beispiel von Landwirten) und Gesundheit sind eine unglaubliche Aggression gegen die Bewohner dieses Landkreises und zwar tagtäglich, Jahr für Jahr - und nicht nur an einem bezahlten Wochenende!
Als Zugezogener kann ich den Anwohnern nur sagen: Wenn Herr Niehörster auch nur annähernd eure Friedfertigkeit und euren Langmut gegenüber der Polizei angesichts dieser frustrierenden Situation erfassen könnte, müssten ihm Tränen der Dankbarkeit kommen. Er hat wohl ein Problem damit, dass die Leute nicht resignieren, sondern sich weiterhin widersetzen (das ist sehr beeindruckend).
Stattdessen muss man sich von seinen Beamten anhören, dass bei dieser Scheiße", die die Bevölkerung hier macht, Steuergelder verschwendet werden, und ihm fällt auch nichts Besseres ein, als anzudeuten, dass sich seine Geduld dem Ende zuneige. Gemessen an der Tragweite dieser Transporte und den vielen Tausenden von Demonstranten und der Tatsache, dass die Polizei dabei kaum mehr Aggressionen ertragen muss als bei einem Fußball-Länderspiel, ist es ja wohl ein schlechter Scherz, noch von Langmut" von Seiten der Polizei zu sprechen.