Eigentlich war mit den alljährlichen Ritualen auch nach dem diesjährigen Castor-Transport zu rechnen. Unbegreiflicher denn je war mir aber diesmal die Vielzahl von Schuldzuweisungen dafür, dass auch 2006 der Transport nicht so reibungslos verlief wie zuvor angekündigt.
Auf Pressekonferenzen wird einerseits wieder in hohem Maße Selbstzufriedenheit
ausgestrahlt, andererseit die gestiegene Aggression beklagt. Worin aber ist die Aggression
begründet? Entweder sind die Strategen blind oder komplett ahnungslos. Dabei würde ein
Volkshochschul-Grundkurs in Psychologie ausreichen, um Antworten zu finden.
Wer miterlebt hat, wie in in den Tagen vor dem Transport satzerallüren" im normalen
Dannenberger Straßenverkehr sichtbar wurden (zum Beispiel durch kurzzeitiges und offenbar
unbefugtes Benutzen von Blaulicht, um sich beim Ausfahren aus Nebenstraßen Vorrechte zu
verschaffen), dem konnte der Hals dick" werden. Waren die Beerdigungen in
Lüggau am Freitag, dem 10. November, so bedrohlich für die öffentliche Sicherheit, dass
während der Trauerfeier Hubschrauber in geringer Höhe über den Friedhof fliegen und
dass Streifenwagen den Parkplatz vor dem Friedhof. kontrollieren mussten?
Wen wundert's, dass Aggressionen bei jenen aufkommen, die vor Ort leben. Vom grünen Tisch aus der Ferne kann man da offenbar kein Verständnis erwarten.
Die Gorleben"-Äußerungen von Herrn K. in A. (ja, haben wir denn schon wieder Wahlkampf ?) kann man da nur noch als dummerhaftiges Geschwätz bezeichnen.