Leserbrief der
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vom 20.11.2004
Betrifft: Castor-Transport und gelebtes Christentum
| Beim vorläufig letzten CastorTransport habe ich sehr viel Zeit an der
Transportstrecke Nord in Langendorf verbracht. Teils, weil ich dort meinem Protest
Ausdruck geben wollte, teils wegen des Verbots den Ort zu verlassen. Außer den schon
üblichen entwürdigenden Begleitumständen konnte ich auch dies beobachten und erleben:
Der Pastor der' Kirchengemeinde, Herr Hasse, fand unmittelbar nach der Nachricht vom Tode
des jungen Franzosen Worte der Andacht, des Trostes und der Besinnung. Es gelang ihm, die
aufgewühlten Gemüter auf das Wesentliche dieser Minuten hin zu lenken. Der Pastor und
seine Berufskollegen waren auch danach unermüdlich im Einsatz, um Trost zu spenden und
Konfliktsituationen zu entschärfen. In den folgenden langen Stunden des Protests und des Wartens war die Kirche stets offen als Ort der Ruhe, der Andacht und der Einkehr. jederzeit war es mir möglich, mich dort aufzuwärmen, etwas Warmes zu trinken, mit Freunden und Unbekannten zu sprechen, inneren Frieden zu suchen. All dies war nur möglich, weil der Kirchenvorstand der Gemeinde, auch die örtliche Castor-Gruppe und der Pastor in tiefem christlichen Verständnis sich für uns eingesetzt haben - selbst bis an die Grenzen ihrer Kraft. Dafür meinen sehr herzlichen Dank. Bei aller in mir verbliebenen Wut und Trauer geben mir diese Zeichen gelebten Christentums Vertrauen und Mut zum Weitermachen. Herbert Schaper-Biemann, Dannenberg |
Bearbeitet am: 20.11.2004/ad