Leserbrief der
![]()
vom 12.11.2004
Betrifft: Tod durch CastorTransport in Frankreich (EJZ vom 8. November)
| War die Tötung des 21-jährigen Umweltschützers in Lothringen durch den
Atomzug nur ein tragischer Unfall - oder streckt mehr dahinter? Der 420 Meter lange
Eisenbahnzug mit zwei Dieselloks hat ein Gesamtgewicht von 2 400 Tonnen. Wir werden bald
wissen, auf welcher Länge er von 106 bzw. 110 km/h abgebremst werden kann. Wenn der
Lokführer auch in Frankreich 100 bis 110 km/h fahren darf, handelt es sich um keinen
Unfall, sondern um die inkaufnahme einer vorsätzlichen Tötung aus
Gewinnmaximierungsgründen. Die Ankettungsaktion bei Avricourt war etwa zwei Stunden vor der Tötung des jungen Mannes bereits durch die Presse bekannt, bevor ihm beide Beine abgetrennt wurden und er verblutete. Warum erfuhr der Zugführer nichts von der Ankettaktion? Dass sich jemand hinter einer Kurve an die Schienen kettet, ist äußerst unwahrscheinlich. Am Schluss wird man betreiberseits noch behaupten, der junge Mann wollte Selbstmord begehen. Leider wird dieses alles durch staatliche Ordnungshüter geschützt, und die Bevölkerung an den Transportstrecken wird tödlich bedroht. Mit Grundrechten und Demokratie hat dies nichts mehr zu tun. Es bedeutet faktisch eine Demontage des Rechtsstaates, auch noch prolongiert vom Vorsitzenden Richter des OVG Lüneburg. Heinrich Messerschmidt, Lüchow |
Bearbeitet am: 12.11.2004/ad