Leserbrief der
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vom 21.11.2003
Betrifft: Castor-Transport
| Wie in den letzten Jahren so auch in diesem Herbst dasselbe Procedere,
wenn der Atommüll in das Wendland kommt. Als Gegner der Atompolitik ist friedlicher
Widerstand für mich selbstverständlich. Also am "Tag X' auf die Straße und
blockieren, wo es geht. Und was soll ich sagen: Es ging. Ich saß also friedlich in einer Straßenblockade und hatte Zeit, darüber nachzudenken: Für wen oder was sitze ich hier überhaupt? Zum Nichtstun verdammt, kreisten meine Gedanken um die Fragen: Wem oder was nützt es, dass ich hier erbärmlich friere? Plötzlich kam mir der Gedanke des wirtschaftlichen Nutzens des Widerstandes für die Region. Mir fielen die Mitarbeiter des ehemaligen FDGB-Heimes in Arendsee ein, wie sie sich so rührig mit einem Blumenstrauß im letzten Jahr von den dort untergebrachten BGS-Beamten verabschiedeten. Eine Fülle von Betrieben ging mir durch den Kopf, welche unmittelbar einen Verdienst von der Anwesenheit der 17 000 Beamten nebst Fahrzeugen und, Ausstattung haben, zum Beispiel die Polizeikaserne Lüchow, die statt verkleinert vergrößert wurde. Mir fielen noch reichlich Nutznießer ein. Und als ich darüber sinnierte: 17 000 Beamte mal x Stunden gleich soundsoviel gesicherte Planstellen bei der Polizei, da wurde ich von denen, deren Job ich sichere, von der Straße gebürstet. Liebe Polizisten, beim nächsten Castor schlagt nicht zu stark auf meine Glieder, so dass es meine Gesundheit auch weiterhin zulässt, für eure Jobs zu kämpfen. Lothar Klapper, Salderatzen |
Bearbeitet am: 21.11.2003/ad