Leserbrief der
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vom 23.07.1998
"Der Grenzwert ist zu niedrig angesetzt"
Betrifft: Grenzwerte
| Neulich haben sie mich
geblitzt. Ich weiß: maximal 50 in der Ortschaft. Ich halt mich ja auch dran, so gut ich kann. Oft
fahre ich nur mit der dreifachen oder fünffachen Geschwindigkeit durch. Der Grenzwert ist
einfach viel zu niedrig angesetzt. Diesmal hat's mich allerdings mit dem Ich sage, nicht so schlimm. Zu Schaden ist doch noch keiner gekommen. Das sage ich einfach mal so, auch wenn es gegen jede Logik und alle Erkenntnisse ist. Soll doch einer erst mal das Gegenteil beweisen. Das wird man wohl kaum können. So kann auch das Ministerium bestätigen: Es gab nie für irgend jemand eine akute Gefahr. Und was heißt "erwischt"?
Der eigentliche Skandal ist doch, daß das in der Presse so hoch gekocht wird. Eine
regelrechte Kampagne. Es ist doch unter Experten und bis ins Ministerium hinein seit
mindestens zwölf Jahren bekannt, daß ich ein kleines Problem mit dieser
Geschwindigkeitsbeschränkung habe. Ich kann doch gar nicht anders! Und nun will man mir das Fahren vorübergehend untersagen. Das ist doch wohl leicht übertrieben! Das kann ich nur als vorübergehende Taktik akzeptieren, denn schließlich verdiene ich mein Geld damit. Und gut verdienen tue ich ja nur, wenn ich nicht all zu har- te Auflagen berücksichtigen muß. Und ich bin ein guter Steuerzahler i auch sonst spendabel, wenn man mich nur machen läßt. Tut mir ja auch leid, daß es für's
Ministerium so peinlich geworden ist, wirklich. Gotthold Kietz, Bockleben |
Bearbeitet am:23.07.1998 /ad