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Sommer-Halbjahr 2016

Seit 1989 an jedem Sonntag um 14 Uhr
an den "Gorleben-Kreuzen" im Wald

Geleitwort

 

 Gorlebener Gebet – Andachten im Sommer 2016

April

03.04.16 Dieter Reckers Rehbeck
10.04.16 Klaus Pacholik u. Team Klötze
17.04.16 Susanne v. Imhoff Vietze
24.04.16 Friedr. Bohlmann u. Catharina Voss Lüchow / Clenze

Mai

01.05.16 Hartwig Drude Dannenberg
08.05.16 Eberhard Malitius Streetz
13.05.16 Christa u. Hans-D. Kuhl Schreyahn
Pfingsten 15.05.06 Martina Lammers Lüchow
22.05.16 Sonja Bartel, Sven Franke Lüneburg
29.05.16 Gudrun u. Friedrich Kuhn Rüterberg

Juni

05.06.16 Helena u. Peter Kritzokat Bad Bevensen
12.06.16 Margarete Pauschert, Leony Renk Laase
19.06.16 Christine Rüegg Schnackenburg
26.06.16 Elisabeth Hafner-Reckers Rehbeck

Juli

03.07.16 Oekmenischer Arbeitskreis Lüneburg
10.07.16 Jens Rohlfing Hitzacker
17.07.16 Dieter Reckers Rehbeck
24.07.16 Hans-J. Wolters Lüchow
31.07.16 Hans-G. Werner Wedel

August

07.08.16 Peter Elster Neuhaus
14.08.16 Stefan Wichert-von Holten Lüchow
21.08.16 Lieselotte u. Frithjof Kirstein-Mätzold Hannover
28.08.16 Amnesty international Gruppe Lüneburg

September

04.09.16 Veronka Hüning Gescher
11.09.16 Margarete Pauschert Laase
18.09.16 Meike Drude Wittigen
25.09.16 Christian Gode u. Vorbereitungsgruppe Dahlenburg

Oktober

02.10.16 Wilma u. Berthold Sturm Trebel
09.10.16 Walburg u. Eberhard Simon Dannenberg
16.10.16 Anna u. Andreas Grafen von Bernstorff Gartow
23.10.16 Sabeth Kemmler, Axel Neugebauer Berlin
30.10.16 Lia Jahrens Lüchow

 

Liebe Freundinnen und Freunde des Gorlebener Gebets!


Uns erreicht die Nachricht, dass Marianne Fritzen ihren irdischen Weg vollendet hat. Sie starb
91-jährig am 7. März 2016. Wir nehmen in großer Trauer Abschied, aber unsere Herzen sind auch voller
Dankbarkeit für ihre treue Begleitung des Gorlebener Gebets.

In den fast 28 Jahren der Gebets-Andachten war es für Marianne ein Herzensanliegen, ihren Wider- stand
gegen die Atompolitik mit ihrem christlichen Glauben in Verantwortung für dieSchöpfung vor Gott und
Menschen zu verbinden. Vor allem in den letzten Jahren konnten selbst Müdigkeit, Schmerzen oder
schlechtes Wetter sie nur selten davon abhalten, ihren Platz unter den Kreuzen im Gorlebener Wald
einzunehmen:

„Ich brauche das Gorlebener Gebet für mein Wohlbefinden!“

Für den 13. März hatte sie die Gestaltung der Andacht übernommen. Nun bleibt uns an diesem Tag nur
die dankbare Erinnerung an Marianne: Ihr unerschrockener beharrlicher Widerstand, ihre warmherzige
Freundlichkeit, ihre umfassende Erfahrung und Kompetenz und ihre oft humorvollen Zwischenbemerkungen.
Nun hat sich ihre Familie spontan bereit erklärt, dieses Gorlebener Gebet im Sinne von ihrer Mutter
zu gestalten. Die zuvor festgelegte Terminplanung übernehmen sie wie ein Vermächtnis.
Wir sagen den Kindern und Kindeskindern auch an dieser Stelle unsere Anteilnahme und Verbundenheit
in der Trauer des Abschieds.

Im Sinne von Marianne bleiben wir zusammen - im Gebet unter den Kreuzen und danach beim Kaffeetrinken
im Gasthaus Wiese.

Das Vorhaben, am Platz unserer Andachten für Marianne Fritzen einen Baum zu pflanzen, wird von der
Familie v. Bernstorff unterstützt. Wir müssen aber auf günstigere Wetterbedingungen warten
und werden bei einer späteren Andacht diese Aktion gemeinsam gestalten.
Bei der Abschlusskundgebung des Kreuzwegs von Wackersdorf nach Gorleben hielt Marianne
am 28.5. 1988 eine Ansprache und wurde damit zur Mit-Initiatorin des Gorlebener Gebets.
Ihre Worte haben nichts an Bedeutung verloren, ihre Mahnung und Ermutigung ist wie ein
ausgestreuter Samen.

Wir fühlen uns bis heute und für die Zukunft mit Marianne verbunden in dem Zuspruch:
„Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben,
sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.“

Hier soll nun Marianne noch einmal zu Wort kommen mit dem Text ihrer Ansprache:

Liebe Freundinnen und liebe Freunde !

„Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, und ich will euch erquicken.“
Diese Worte des Trostes ( Matth. 11,28 ) sollen auch uns Trost sein im Angesicht der atomaren
Anlagen vor bzw. hinter uns. Ihr habt die Zwischenlager und das geplante Endlager gesehen.
Gorleben - Wackersdorf , zwei Ortschaften, die eingehen werden in die Geschichte.
Eingehen durch den technologischen Wahnsinn dieser letzten Hälfte des 20. Jahrhunderts,
aber auch durch den Mut, durch die Kraft durch den Widerstand all derjenigen, die sich diesem
zerstörerischen Wahnsinn entgegenstemmen.

Der Weg, der hinter den Pilgern liegt, war weit – und bestimmt oft mühsam. Ihr seid nun
angekommen mit dem Kreuz – hier an eurem Ziel. Mit dem Kreuz, das nicht nur Zeichen des
Todes ist, sondern gleichsam auch Zeichen des Lebens. Für euren Weg habt ihr eine Zeit
gewählt, die sinnbildlich auch für unseren Widerstand stehen kann.

Höhen und Tiefen, Freude und Hoffnung prägen die Zeit zwischen Palmsonntag und Pfingsten,
Höhen und Tiefen und Freude und Hoffnung prägen auch unseren Widerstand.
Jesus zog am Palmsonntag auf einem einfachen Esel sitzend in Jerusalem ein – und nicht auf
einem stolzen Streitroß. Demut, Einfachheit und Frieden prägten diesen Einzug.
Und so sind unsere Pilger ausgezogen aus Wackersdorf, in Demut und Einfachheit unter dem
Zeichen des Kreuzes und mit dem Banner des heiligen Franziskus. Ihr habt einen Baum
gepflanzt. Ein Zeichen der Hoffnung und des Lebens.

Als Christen wissen wir, dass die Zeit zwischen dem Einzug in Jerusalem und dem Osterfest
geprägt war von Auseinandersetzungen mit Schriftgelehrten und Pharisäern, von der Vorhersage
der Verwüstung Jerusalems.

Auch unsere Pilger hatten auf ihrem Kreuzweg Auseinandersetzungen mit Menschen, die anders
denken und die immer noch überzeugt sind, dass technisch alles machbar und beherrschbar ist.
Aber Ihr habt auch viel Liebe, viel Verständnis, viel menschliche Wärme erfahren dürfen.
Und vor allem habt Ihr in den Gottesdiensten, den Andachten und Schweigezeiten - genau wie
ich an diesen letzten Abenden – dieses „den Frieden hinterlasse ich euch“ erfahren dürfen.
Und so habt Ihr dieses Kreuz getragen durch Karfreitagsleiden und Osterfreuden und
Pfingsthoffnung bis hierher. Kirche und Widerstand unterwegs: von Wackersdorf nach Gorleben.
Im Geiste Jesu, im Geiste Gandhis, unbeirrbar in dem Glauben, dass es der Geist ist, der Leben
und Frieden schafft und nicht die Macht, nicht die großen Taten und nicht die großen Worte.
Und so lasst mich schließen mit der „Klage über Jerusalem“ aus Lukas 19, gerichtet an
diejenigen, die für Wackersdorf und Gorleben politisch verantwortlich sind:
„Wenn doch an diesem Tage auch du erkenntest, was zu deinem Frieden dient!“


 

Liebe Freundinnen und Freunde des Gorlebener Gebets!

als ich in den 80-er Jahren die KURVE Wustrow kennen
lernte, begegnete mir durch einen engagierten
evangelischen Pastor zum ersten Mal der Gedanke,
dass Beten und Widerstehen zusammengehören. Ich
habe das Gorlebener Gebet immer wieder als Ausdruck
dieser Einheit erfahren und deshalb schätzen gelernt.
Einige Male durfte ich selber mitwirken. Besonders in
Erinnerung geblieben ist mir ein Pfingstsonntag, als
meine Tochter Birgit und ich den göttlichen Geist
pantomimisch und tänzerisch dargestellt haben, der die
Menschen bewegt und befreit. Im Juni 2012 stand das
gemeinsam mit pax-christi-Freundinnen gestaltete Gebet
unter der Überschrift „In Frieden leben mit der
Schöpfung und dem Schöpfer“.
Kürzlich habe ich in einem Kurs für kreatives Schreiben
die Gorlebener Kreuze gewählt, als wir einen Ort
beschreiben sollten, der uns auf unserem jeweiligen
„geistlichen Weg“ wichtig geworden ist.

Mein Text:
Eine kleine Waldlichtung,
terrassenförmig angelegt,
ganz in der Nähe des „Erkundungsbergwerks“,
vorgesehen für den Atommüll – bis in Ewigkeit.
Große, einfache Holzkreuze.
Mal 5, mal 50 Personen sind sonntags dort versammelt.
Manchmal Sonnenstrahlen, manchmal Nebel,
immer Tannenduft;
die Erde kühl oder warm.
In der Mitte ein Blumenstrauß.
Wir hören Glaubenszeugnisse ganz unterschiedlicher Art,
auch Klagen über die Zerstörung der Natur.
Wir danken für die Schönheit der Schöpfung
und bedenken unsere Verantwortung, sie zu bewahren.
Wir singen Lieder der Ermutigung und des Vertrauens.
Oftmals die Einladung zu einer Aktion.

Beten und Handeln gehören zusammen.


Diese Verbindung von „Aktion und Kontemplation“
motiviert mich, immer wieder am Gorlebener Gebet
teilzunehmen. Ich habe ein Bild dafür gefunden:

Mystik und Politik sind wie Einatmen und Ausatmen.

Erst beides zusammen macht einen Atemzug aus. Wer nicht
einatmet, dem fehlt der Sauerstoff, der den gesamten
Organismus versorgt. Er erstickt und stirbt. Wer nicht
ausatmet, der hyperventiliert, fällt in Ohnmacht. Wir
müssen „einatmen“: uns unseres Glaubens an den Gott
der Liebe vergewissern und an seine Verheißung
erinnern, dass die Mächte des Todes nicht das letzte
Wort haben werden. Wir müssen „ausatmen“: reden und
handeln in Gesellschaft und Politik, mit kräftiger Stimme
und mutigen Taten.
Wenn wir an eine Zukunft glauben, die über die heutige
Welt und ihre ungerechten Strukturen hinausweist, dann
dürfen und können wir auch entsprechend handeln:
einen neuen Lebensstil fördern, neue Erfahrungen der
Gemeinschaft und des Glücks im Alltag stiften – allen
„Sachzwängen“ zum Trotz.


Veronika Hüning, Gescher


Eine besondere Andacht des Gorlebener Gebets wird
am Freitag vor Pfingsten um 14h stattfinden im Rahmen
der Aktion „Gorleben-Tag der KLP“..Der Chor von Raaja
Fischer ist mit dabei – und hoffentlich auch viele Gäste!

 

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Kontakt:

 


Ökumenische Initiative Gorlebener Gebet
c/o Christa Kuhl, Rundling 12,
29462 Schreyahn
Tel.: 0 58 43/98 64 54
chdkuhl(at)gmx.de
Unser Konto:

F. Drude - Gorlebener Gebet Konto Nr. 6644384, BLZ 250 607 01
bei der Ev. Kreditgenossenschaft (EKK) Hannover

 

Bearbeitet am: 23.09.2015/ad


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