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Nachruf auf Heinrich Messerschmidt (2)

der Fachgruppe Radioaktiviät der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg

Heinrich Messerschmidt ist tot.

Wir trauern um ihn. Er verstarb am 18.6.2011, und war bis zuletzt aktiv. Er hat uns das Beispiel eines Menschen hinterlassen der seine ganze Energie in den Dienst der Auseinandersetzung um die Nutzung der Atomenergie im Allgemeinen und den in Gorleben geplanten Anlagen im Besonderen gestellt hat. Unermüdlich mit großem Zeitaufwand und persönlichem Arbeitsaufwand ohne Rücksicht auf seinen Gesundheitszustand und sein Alter hat er uns gezeigt, es geht ihm nicht um sich selber sondern um die Zukunft unserer aller Nachkommen. Er war in Sorge um die Welt die wir hinterlassen. Er wurde nicht müde das handeln der Verantwortlichen als verbrecherisch darzustellen.

Wenn mehr Menschen sich an ihm ein Beispiel nehmen würden, in seiner Art des unermüdlichen nicht klein zukriegenden Widerstandes, es würde viel verändern. Besonders der Salzstock, die Castortransporte und das Castorlager waren Gegenstand seiner Studien, Überlegungen und Berechnungen. Viel geschriebenes Material hat er uns hinterlassen z.B. von 1985 „Der Salzstock ist schlechter als sein Ruf“. Viele Minister und Ministerien mussten sich mit seinen kritischen Fragen auseinandersetzen.

Im Zusammenhang mit den Plänen der Einlagerung des Atommülles in dünnwandigen Kokillen der „Bohrlochlagerung“ hat er der dazu notwendigen Apparatur die Bezeichnung „Enkel- tötungs- maschine“ gegeben. Ja, es ging im um die Enkel, um unsere Verantwortung für die Zukunft.

Er war immer bereit viel dafür zu geben, von seiner Lebensenergie, seiner Zeit, seinem Wissen und Können. Manchmal war er erstaunt darüber, dass nicht alle soviel Energie aufbrachten. Am Tag seines Todes plante er noch die Teilnahme an einer Veranstaltung um am nächsten Tag den Grünen „kritische Fragen“ zu stellen wie sie es denn mit dem Ausstieg und dem Standort Gorleben halten. Wir werden das für ihn nachholen müssen.

Besonders der Filz von Wissenschaft, Politik und Wirtschaft ließ seine Zornesader anschwellen. Unermüdlich hat er sie angeprangert, die umgefallenen Wissenschaftler die wieder besseren Wissens Gutachten ausstellten und unter dem Einfluss von Politik und Wirtschaft ihre Erkenntnisse umformulierten und unter den Tisch fallen ließen.

Sein politischer Weg war konsequent. Anfang der 80’ Jahre gehörte er zur „Gruppe 27“ die, die SPD wegen ihrer Atompolitik verließen. Er trat den Grünen und der BI bei. In der BI war er jahrelang im Beirat. Besonders die FG Radioaktivität war ihm wichtig der er viel Zeit schenkte.

Der faule Konsens von Rot/Grün veranlassten ihn zum Austritt aus den „Grünen“, er kandidierte fortan für die GLW. Noch vor wenigen Tagen hatte er sich erneut aufstellen lassen. Er hat immer Position bezogen, er war streitbar und man konnte mit ihm streiten.

Wir verlieren mit ihm einen Mitstreiter von ungewöhnlicher Ausdauer, Tatkraft und Sachkenntnis.

Wir können nur für uns hoffen, dass auch wir die Kraft haben bis zum letzten Atemzug für unsere Sache einstehen zu können.

Bearbeitet am: 21.06.2011/ad


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