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BI Umweltschutz
Lüchow-Dannenberg
Drawehner Str. 3, 29439 Lüchow, Tel. 05841/4684
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Das
Salzstockdilemma"
Vom Trauerspiel zur Tragödie, 1. Akt der Endlagerkampagne
Vortrag & Diskussion: 20. Juni 2008 mit Prof. Dr. em. Werner
Schneider
Wohin mit dem Atommüll? Behörden
und Betreiber in Deutschland setzen auf Salz. Die
Stationen heißen Asse, Morsleben und dann Gorleben. Der Asse, einer stillgelegten
Kaligrube
bei Wolfenbüttel, kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Gilt die Asse doch als
Pilotprojekt" für Gorleben. Nun läuft die Asse voll mit Wasser, täglich 11
Kubikmeter,
- unkontrolliert - das Bergwerk säuft ab. Das Bergwerk in Morsleben ist auch so ein
Vorzeigeprojekt, es drohte einzustürzen und wurde eilig verfüllt. Die Deponie wurde
geschlossen, der Atommüll aber liegt drin. Das Salzstockdilemma aber geht in die nächste
Runde, denn an Gorleben halten Politik und Betreiber unverdrossen fest.
Was in der Asse passiert, geht uns in Gorleben direkt an. Denn schon nach einer Generation
seit der Einlagerung des Strahlenmülls Ende der 70er Jahre werden dort die ersten
Fässer, nicht
rückholbar, von zersetzender Salzlauge umspült. Viel schneller als von den Betreibern
erhofft"
wird radioaktives Gas, später dann verseuchtes Grundwasser dem natürlichen Kreislauf
gemäß
an der Oberfläche austreten. In Gorleben prophezeit man uns 1 Millionen Jahre
Sicherheit
.
Wir können uns den Wasser- und Laugeneintritt bei der Asse in diesen Mengen nicht
erklären",
so die Helmholtz Gesellschaft als Betreiber der Anlage, haben wir doch alle
Gutachten vor ca.
40 Jahren sorgsam geprüft".
Wirklich ALLE ?
Prof. Dr. em. Werner Schneider (Lehrstuhl für Sedimentgeologie der
TU- Braunschweig)
sieht das anders. Er hat in den 70er Jahren Bereiche des nördlichen Harzvorlandes
geologisch
kartiert, speziell den Bereich oberhalb der Asse. Prof. Schneider wird nüchtern und
sachlich
über seine damaligen Untersuchungsergebnisse berichten. Er geht in einem Vortrag auf die
vor Ort bestehenden Bedingungen hinsichtlich der Struktur und Porösitäten des
Bodenmaterials ein, die zwangsläufig zu dem jetzigen Dilemma geführt haben:
Die Gefahr des Wasserzutritts war von Anfang
an bekannt!
Abschließend nimmt Prof. Schneider Stellung zu der Aussage der
zuständigen Ministerin
Schavan, dass eine schnelle Schließung der Asse Sicherheit bedeute." Da
drängen sich
Fragen auf: Haben also die Betreiber und die Genehmigungsbehörden bewusst Erkenntnisse
verschwiegen oder ignoriert ?
Übrigens: Dieselben Herrschaften", die diesen unglaublichen Skandal zu
vertreten haben,
wollen uns den Salzstock in Gorleben als sicher verkaufen.
Vortrag & Diskussion: 20. Juni 2008
18:00 Uhr Alte Post Dannenberg
Podiumsdiskussion mit Udo Dettmann, Dipl.-Ing. (Asse 2 Koordinationskreis)
und Wolfgang
Ehmke (BI Umweltschutz Lüchow-Dannenberg); Moderation Gerhard Harder (BI) |