Informationen zum
"Erkundungs"-Bergwerk Gorleben
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Beim niedersächsischen Elbedorf Gorleben
befinden sich im Landkreis Lüchow Dannenberg
(Wendland) zwei oberirdische Zwischenlager für
radioaktiven Müll, eine Konditionierungsanlage
und ein Erkundungsbergwerk für ein Endlager.
Gorleben wurde am 22.2. 1977 als Standort für ein
Nukleares Entsorgungszentrum benannt. Der Bau
einer Wiederaufarbeitungsanlage konnte
durch den fantasievollen Anti-Atom-Widerstand im
Wendland verhindert werden. Seit 1983 wird
schwach-mittelradioaktiver Müll und seit 1995
hochradioaktiver Müll in sogenannten Castor-
Behältern in den Zwischenlagern abgestellt. |
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Zeittafel
- 1976 hat sich der damalige niedersächsischer Ministerpräsident
Ernst Albrecht (CDU) ausschließlich aus politischen Gründen für Gorleben als Standort
eines Nuklearen Entsorgungszentrums" entschieden. Dies ist keine These, denn 17
Jahre später berichtete der damalige Vizepräsident des niedersächsischen Landesamtes
für Bodenforschung, Prof. Gerd Lüttig, wie es zur Standortbenennung Gorlebens kam.
Ministerpräsident Albrecht war verärgert und äußerte gegenüber dem Professor,
Die DDR hat uns mit dem Endlager Morleben so geärgert, jetzt ärgern wir mit
Gorleben zurück. Geografischer Hintergrund: Morsleben liegt unmittelbar an der Grenze zur
Bundesrepublik, Gorleben nur 2 Km von der ehemaligen DDR-Grenze entfernt. Zur damaligen
Zeit hätten bei einer atomaren Katastrophe in Gorleben allein in einem Radius von 30 Km
über 70 Prozent der betroffenen Menschen in der DDR gewohnt.
- 1986 wird mit den ersten Arbeiten begonnen. Schacht 2 ist bis auf 840
m abgeteuft.
- 1997 hat der Schacht 1 die Endtiefe von 933 m erreicht. In Gorleben
werden nun Strecken von insgesamt ca. 25 km Länge in den Salzstock getrieben, um weitere
Untersuchungen vornehmen zu können. Die Bundesregierung rechnet für das Endlager
Gorleben mit Gesamtkosten von 2,5Mrd. Euro bis zur Inbetriebnahme.
- 2000 In diesem Jahr wird die Erkundung durch den Energiekonsens der
rot-grünen Bundesregierung mit den Stromkonzernen gestoppt. Das nun beschlossene
Moratorium ist Bestandteil des Rot-Grünen Ausstiegskonzepts. Dieses Moratorium ist aber
nicht mit planerischen Mängeln und den katastrophalen geologischen Befunden begründet.
So ist zu befürchten, dass Gorleben selbst bei einer weiteren Endlagersuche Favorit
bleiben würde. Längstenfalls dauert das Moratorium bis 2010 an, kann aber jeden Moment
aufgehoben werden.
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Sicherheitsprobleme
Die Eignung des Gorlebener Salzstocks, der ab dem Jahr 2030 als
Endlager für alle Arten von Atommüll dienen soll, wird seit Jahrzehnten von namhaften
Geologen bestritten. 1987 kracht ein Schacht fast zusammen, permanente Wassereinbrüche
beim Abteufen begleiten den Ausbau des Endlagers, das als Erkundungsbergwerk
getarnt bisher nach Bergrecht und damit unter rechtlichem Ausschluss der Öffentlichkeit
vorangetrieben wurde. Lediglich der in seinen Salzrechten tangierte Atomkraftgegner Graf
Bernstorff konnte von seinem Klagerecht Gebrauch machen. Inzwischen ist mit der Salinas
Salz GmbH ein wirtschaftlich ernstzunehmender Gegenspieler zum Endlagerbau auf dem Plan.
Über dem Salzstock fehlt auf über 7,5 Quadratkilometern ein
schützendes Deckgebirge. Es ist löchrig und teilweise gar nicht vorhanden. Das bedeutet,
dass über unterirdische Wasserwege auf Dauer todbringende radioaktive Isotope in die
Biosphäre gelangen werden. Deshalb sprechen wir von einem Atommüllklo mit
Wasserspülung nach oben. Niemand würde so etwas in seinem Haus einbauen, oder?
Es ist bekannt, dass Salz in Kontakt mit stark Wärme entwickelndem
radioaktiven Müll reagiert. Es spaltet sich so auf, dass sich Natrium und Chlorgas
separieren. Chlorgas sollte nicht in die Nähe von Wärmequellen kommen. Prof. Den Hartog,
von der Universität Groningen fand bereits vor Jahren heraus, dass es zu weiteren
chemischen Rückreaktionen bis hin zu einer unberechenbaren Kette von Explosionen in den
sogenannten Voids kommen kann. Die Niederlande haben deshalb schon in den Neunziger Jahren
von Endlagerplänen in Salz Abstand genommen.
Prof. Dr. Eckhard Grimmel, Geomorphologe an der Uni Hamburg, der
lange Zeit Gorleben untersuchte, warnt neben den Wasser führenden Schichten und dem
Fehlen einer Barriere vor der Mobilität des Salzstocks. Der Salzstock erstreckt sich
unter der Elbe bis zum Ort Rambow. Er ist an einigen Stellen eingestürzt. Dort entstanden
dadurch bereits Seen, die touristische Attraktionen sind. Da das Deckgebirge als wirksame
Barriere gegen die Ausbreitung langlebiger Radionuklide weitgehend ausfällt, müsste der
Salzstock alleine die gesamte langfristige Sicherheitslast tragen. Denn die
eingelagerten Behälter stellen keinerlei Schutz dar, weil sie in dem aggressiven Medium
Salz korrodieren. Der Salzstock Gorleben ist deshalb weder kurz- noch langfristig für die
Endlagerung von hochradioaktivem Müll geeignet. Prof. Dr. Eckhard Grimmel hat ab 1980 den
Deutschen Bundestag über Möglichkeiten der Entsorgung radioaktiver Abfälle beraten. Er
warnt in seinem neuen Buch Kreisläufe
der Erde (ISBN: 3-8258-8212-8) vor einem Gorlebener Endlager: Seit 1984
steht fest, dass dieser Salzstock als Endlager ungeeignet ist. Grimmel fasst
zusammen: Der Salzstock ist nicht durch eine hinreichende mächtige und lückenlose
Tondecke von den wasserführenden Schichten abgeschirmt. Der Salzstock ist nicht in Ruhe
und steigt noch weiter auf. Der Salzstock hat durch Salzauflösung bereits einen großen
Teil seiner Substanz verloren und wird noch weiter abgelaugt. Darüber hinaus ist
zweifelhaft, ob Salz grundsätzlich für die Endlagerung hochradioaktiver Abfälle
geeignet ist. Durch unkontrollierbare Reaktionen des Salzes (Radiolyse), initiiert durch
Wärmeeintrag und Strahlung, ist die Stabilität des Salzstocks zusätzlich
gefährdet.
Grimmel empfiehlt, die Gorlebener Zwischen- und Endlagergebäude in
ein Niedersächsisches Museumsdorf für technische Fehlentwicklungen des 20.
Jahrhunderts umzuwandeln. Dort könnte die Gefährdung der Biosphäre durch den
sogenannten Kernbrennstoffkreislauf dargestellt, erläutert und dokumentiert
werden. Dieser Empfehlung schließen wir uns an. Allerdings müsste die Castor
Zwischenlagerhalle, die laut Betreiber nur ein Wetterschutz ist, noch abgedichtet werden,
bevor sie als Museum dienen könnte.
Zum Gorlebener Atomkomplex gehören weitere Anlagen. Ein
Zwischenlager für schwach bis mittelradioaktiven Müll, ein Zwischenlager für
hochradioaktiven Müll und eine Konditionierungsanlage, die nicht in Betrieb ist. Das
Zwischenlager für hochradioaktiven Müll ist bekannt durch die Transporte von
Castor-Behältern, die regelmäßig von der entschlossenen Bevölkerung trotz
martialischer Polizeiaufgebote blockiert werden. Jeder Transport in das Zwischenlager
macht Gorleben als Endlagerstandort wahrscheinlicher. Obwohl ein Moratorium verhängt
wurde, rollen die Transporte und schaffen einen unnötigen Sachzwang auf ein Endlager
Gorleben. |
Hintergrund
1976 hat sich der damalige niedersächsischer Ministerpräsident
Ernst Albrecht (CDU) ausschließlich aus politischen Gründen für Gorleben als Standort
eines Nuklearen Entsorgungszentrums" entschieden. Dies ist keine These, denn 17
Jahre später berichtete der damalige Vizepräsident des niedersächsischen Landesamtes
für Bodenforschung, Prof. Gerd Lüttig, wie es zur Standortbenennung Gorlebens kam.
Ministerpräsident Albrecht war verärgert und äußerte gegenüber dem Professor,
Die DDR hat uns mit dem Endlager Gorleben so geärgert, jetzt ärgern wir mit
Gorleben zurück." Geografischer Hintergrund: Morsleben liegt unmittelbar an der
Grenze zur Bundesrepublik, Gorleben nur 2 km von der ehemaligen DDR-Grenze entfernt. Zur
damaligen Zeit hätten bei einer atomaren Katastrophe in Gorleben allein in einem Radius
von 30 km über 70% der betroffenen Menschen in der DDR gewohnt. 1986 wird mit den ersten
Arbeiten begonnen. Schacht 2 ist bis auf 840 m abgeteuft. 1997 hat der Schacht 1 die
Endtiefe von 933 m erreicht.
In Gorleben werden nun Strecken von insgesamt ca. 25 km Länge in
den Salzstock getrieben, um weitere Untersuchungen vornehmen zu können. Die
Bundesregierung rechnet für das Endlager Gorleben mit Gesamtkosten von 4,58 Milliarden DM
bis zur Inbetriebnahme. Im Jahr 2000 wurde die Erkundung durch den Energiekonsens der
rot-grünen Bundesregierung mit den Stromkonzernen gestoppt. Das nun beschlossene
Moratorium ist Bestandteil des rot-grünen Ausstiegskonzepts. Dieses Moratorium ist aber
nicht mit planerischen Mängeln und den katastrophalen geologischen Befunden begründet.
So ist zu befürchten, dass Gorleben selbst bei einer weiteren Endlagersuche Favorit
bleiben würde. Längstenfalls dauert das Moratorium bis 2010 an, kann aber jeden Moment
aufgehoben werden.
Über dem Salzstock fehlt auf über 7,5 Quadratkilometern ein
schützendes Deckgebirge. Es ist löchrig und teilweise gar nicht vorhanden. Das bedeutet,
dass über unterirdische Wasserwege auf Dauer todbringende radioaktive Isotope in die
Biosphäre gelangen werden. Deshalb sprechen wir von einem Atommüllklo mit
Wasserspülung nach oben. Niemand würde so etwas in seinem Haus einbauen, oder?
Prof. Dr. Eckhard Grimmel von der Universität Hamburg, der lange
Zeit Gorleben als Geologe untersuchte warnt neben den Wasser führenden Schichten und dem
Fehlen einer Barriere vor der Mobilität des Salzstocks. Der Salzstock erstreckt sich
unter der Elbe bis zum Ort Rambow. Er ist an einigen Stellen eingestürzt. Dort entstanden
dadurch bereits Seen, die touristische Attraktionen sind. Da das Deckgebirge als wirksame
Barriere gegen die Ausbreitung langlebiger Radionuklide weitgehend ausfällt, müsste der
Salzstock alleine die gesamte langfristige Sicherheitslast tragen. Denn die
eingelagerten Behälter stellen keinerlei Schutz dar, weil sie in dem aggressiven Medium
Salz korrodieren. Der Salzstock Gorleben ist deshalb weder kurz- noch langfristig für die
Endlagerung von hochradioaktivem Müll geeignet. Prof. Dr. Eckhard Grimmel hat ab 1980 den
Deutschen Bundestag über Möglichkeiten der Entsorgung radioaktiver Abfälle beraten. Er
warnt in seinem neuen Buch Kreisläufe der Erde (ISBN: 3-8258-8212-8) vor
einem Gorlebener Endlager: Seit 1984 steht fest, dass dieser Salzstock als Endlager
ungeeignet ist. Grimmel fasst zusammen: Der Salzstock ist nicht durch eine
hinreichende mächtige und lückenlose Tondecke von den wasserführenden Schichten
abgeschirmt. Der Salzstock ist nicht in Ruhe und steigt noch weiter auf. Der Salzstock hat
durch Salzauflösung bereits einen großen Teil seiner Substanz verloren und wird noch
weiter abgelaugt. Darüber hinaus ist zweifelhaft, ob Salz grundsätzlich für die
Endlagerung hochradioaktiver Abfälle geeignet ist. Durch unkontrollierbare Reaktionen des
Salzes (Radiolyse), initiiert durch Wärmeeintrag und Strahlung, ist die Stabilität des
Salzstocks zusätzlich gefährdet.
Zum Gorlebener Atomkomplex gehören weitere Anlagen. Ein
Zwischenlager für schwach bis mittelradioaktiven Müll, ein Zwischenlager für
hochradioaktiven Müll und eine Konditionierungsanlage, die nicht in Betrieb ist. Das
Zwischenlager für hochradioaktiven Müll ist bekannt durch die Transporte von
Castor-Behältern, die regelmäßig von der entschlossenen Bevölkerung trotz
martialischer Polizeiaufgebote blockiert werden. Jeder Transport in das Zwischenlager
macht Gorleben als Endlagerstandort wahrscheinlicher. Obwohl ein Moratorium verhängt
wurde, rollen die Transporte und schaffen einen unnötigen Sachzwang auf ein Endlager
Gorleben.
Betreiber des Erkundungswerkwerkes
Bundesrepublik Deutschland vertreten durch das Bundesamt für
Strahlenschutz (BfS), bedient sich
der Deutschen Gesellschaft zum Bau und Betrieb
von Endlagern für Abfallstoffe mbH (DBE)
Weiterführende Berichte, Presseartikel und Gutachten:
Ausführliche
Zusammenstellen zum Thema Gorleben
Mehr Informationen
Internetseiten...
Bürgerinitiative Umweltschutz
Lüchow-Dannenberg
Castor-Nix-Da-Kampagne:
Kunstprojekt: www.steine-fuer-morsleben.kulturserver-san.de
Initiativen gegen die
Atomanlagen in Gorleben:
Weiterführende
Berichte, Presseartikel & Gutachten:
Betreiber des Erkundungsbergwerks: www.dbe.de
Unabhängige Organisationen...
Bl Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V
Rosenstr. 20
D-29439 Lüchow
Tel.: +49 5841 / 46 84 1
Fax: +49 5841 131 97
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Atommüll-Endlager auch durch eine Spende
unterstützen:
Kontoinhaber: BI Umweltschutz Lüchow-Dannenberg
Kontonummer: 004 406 072 1
Bankleitzahl: 258 501 10
Kreditinstitut: KS. Lüchow
V.I.S.d.P.:Kampagne 'EuropasAtomere',
Karl-Schmidt-Str.4, 39104Magdeburg,
http://greenkldsde/europas-atomerbe/
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