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vom  01.11.2002

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

als Gesamtverantwortlicher der Landespolizei für die Durchführung der polizeilichen Maßnahmen anlässlich des Castor-Transportes möchte ich mich Ihnen vorstellen.

Mein Name ist Friedrich Niehörster. Ich bin 53 Jahre alt, verheiratet und habe eine 11 jährige Tochter. Bis vor einem halben Jahr leitete ich die Polizeiinspektion Göttingen. Auch dort hatte ich Großeinsätze zu führen, bin mir aber darüber im Klaren, dass diese mit der Größenordnung und der Besonderheit der Proteste im Wendland nicht vergleichbar sind. Ich habe es als sehr angenehm empfunden, in Lüneburg in ein Team aufgenommen zu werden, das Führungserfahrung einbringt und mir den Einstand erleichtert.

polizei1101.jpg (3063 Byte) Ich kann mir denken, dass Sie als Leidtragende ein besonderes Interesse daran haben zu erfahren, ob und was sich verändert. Unbestritten bleiben sicherlich die rechtsstaatlichen Aufträge, zum einen den sicheren Transport der Castor-Behälter in das Zwischenlager zu gewährleisten, zum anderen aber auch friedliche Versammlungen zu schützen. Im Wesentlichen kommt es mir darauf an, dass wir auch diesen Transport erneut möglichst gewaltfrei bewältigen. Hierzu wird die Polizei, aufbauend auf den vergangenen Jahren, ihren Beitrag leisten. Ich hoffe, dass sich auch diejenigen, die sich mit Aktionen gegen diesen Transport wenden, dieser Absicht anschließen, denn schließlich tragen wir zusammen die Verantwortung dafür, dass bei diesem Einsatz keine Menschen zu Schaden kommen.

Ich wende mich an Sie mit der Bitte, die Polizei in ihrem Bemühen zu unterstützen, ihren gesetzmäßigen Auftrag wahrzunehmen, wohlwissend, dass ich mit meinem Appell nicht alle erreiche. Mit denjenigen, die lautstark bei staatlichem Handeln auf demokratische Regeln pochen, sich selbst aber ein höheres Recht zugestehen und sich deshalb nicht an geltende Regeln halten, ist schwerlich in ein Gespräch zu kommen. Aber vielleicht wächst ja hier die Erkenntnis, dass unterschiedliche Positionen auch auszutauschen sind, ohne den vermeintlichen Gegner der geneigten Öffentlichkeit als das "personifizierte Böse" darstellen zu müssen. Solche Auseinandersetzungen sind nach hinten gerichtet. Gespräche mit allen Beteiligten sind wie bei jedem Castor-Transport wichtig für uns, sie wurden bereits geführt und werden auch weiterhin von uns angestrebt.

Ich weiß, dass ein jährlich mindestens einmaliger "belagerungsähnlicher Zustand" schwer zu ertragen ist und habe die Absicht, das auf das unumgängliche Maß zu reduzieren. Bitte haben Sie Verständnis, wenn dennoch die eine oder andere Erschwernis eintreten sollte. Ich habe die Info - Börsen in Lüchow und Dannenberg und die Konfliktmanager beauftragt, als Anlauf- bzw. Kontaktstelle zu fungieren, um möglichst schnell und unbürokratisch auftretende Probleme zu beheben.

Mit freundlichen Grüßen

Unterschrift (F. Niehörster)

Bearbeitet am:02.11.2002/ad


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