Ein erneuter Castortransport ins Zwischenlager für
abgebrannte
Brennelemente nach Gorleben
steht bevor.
Wir protestieren, nach wie vor gegen den Transport von Atomüll
nach Gorleben
Mit dem Zwischenlager in Gorleben wird der Endlagerstandort Gorleben in der
öffentlichen Meinung zementiert. Die Zweifel an der Eignung des Salzstockes Gorleben für
ein mögliches Endlager sind nach wie vor so groß, dass gefordert wird, weitere
Endlagerstandorte zu erkunden. Das ist seit 25 Jahren die kirchliche Position, die jetzt
auch von der Bundesregierung geteilt wird., Die Vorschläge des von der Bundesregierung
eingesetzten"Arbeitskreises Endlagerung (AK End) werden begrüßt Mehrere andere
Standorte sollten zügig erkundet werden, damit eine bestmögliche verantwortbare Lösung
für das Problem der Endlagerung von Atommüll gefunden werden kann.
Bundesregierung und Landesregierung bleiben aufgefordert, die Vorschläge des AK End
zügig zu verwirklichen.
Pastoren und Mitarbeiter der ev.-luth. Kirchenkreise Dannenberg, Lüchow, Bleckede,
Lüneburg und Uelzen stehen wie in den Vorjahren als Seelsorger und Vermittler bei
Konflikten zur Verfügung. Das Ziel des kirchlichen Einsatzes ist es, der Erhaltung der
politischen Kultur zu dienen, die Demonstranten an die Gewaltfreiheit des Protestes zu
erinnern und die Polizei auf die Verhältnismäßigkeit ihres Einsatzes und der Wahl ihrer
Mittel hinzuweisen.
Dem Bemühen aller ist es zu verdanken, dass die Anzahl der Verletzten inzwischen
verringert wurde.
Die Aufgabe der Polizei besteht einerseits darin, den Castortransport zu gewährleisten
und andererseits darin, Demonstrationen im Rahmen unserer Rechtsordnung zu schützen.
Dabei muss insgesamt versammlungsfreundlicher und freizügiger als bisher verfahren
werden. Es muss für Atomkraftgegner möglich sein, ihre politische Botschaft mit
Demonstrationen kund zu tun. Wie aber sollen Demonstrationen möglich sein, wenn selbst
Trauernde nicht zu einer Beerdigung und Kirchenvorsteher nicht zu einem Gottesdienst
gelangen, weil die Polizei ganze Ortschaften abriegelt? Dergleichen ist bisher leider
immer wieder geschehen.
In der Vergangenheit gab es fragwürdige Masseningewahrsamnahmen, bei denen immer
wieder einfachste Formen menschlichen Umgangs mißachtet wurden. Das darf sich nicht
wiederholen. Diesbezügliche Gerichtsurteile sind zu beachten. Sollte es zu
Ingewahrsanmahmen kommen, erwarten wir, dass die nötigen Vorgänge freundlich und zügig
geschehen und genügend Richterinnen und Richter vor Ort sind, die die Rechtmäßigkeit
der Maßnahmen unverzüglich überprüfen können.
Bei allem, was in den nächsten Tagen geschieht, muss darauf geachtet werden, dass das
soziale Klima nicht auf Dauer vergiftet wird.
Jürgen Beecken, Johannes Borowsid, DiethardBrauer, VolkerDobers, Dr. HaiiMgDrucle,
Meike Drude, FriedHeh Drude, Stefan u. Nadia EI Karsheh, Udo Engel, Michael Gierow,
DetlefHasse, Barbara Heinelt; Jeanette Kamps, Werner fflipp, Jürgen Köhler, Maus-Markus
Kühnel, Hans Ulnch Kneger,-PeterKntzoka4 GerdKrumrey, Eckhard u. Theda Kruse, Fnecidch
Kuhn, Henning Lüdicke, ICarin Ludiidg-Brauer, Egon Maierhofer, Eberhard Malitius, Gisela
Ober, Thorsten Oppermann, Margarete Pauschert, Jörg Prahler, Leoni Renk, Jens Rohlfing,
Jan und Eilka Sachau, Henning Schulze-Drude, Eberhard u. Walburg Simon, Birgit Thiemann,
Lars Fredeilk Wißmann, HansJürgen Wolters.
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