Demo an CASTOR-Brücke - "Denkmalschützer" wollen Abriß und Neubau verhindern
| "Wir werden nicht tatenlos zusehen, wie eine für den normalen Zugverkehr
benutzbare Brücke in eine CASTOR-taugliche Brücke umgebaut wird". Mehr als
Zweihundert Menschen - zur Hälfte aus dem Wendland, zur anderen Hälfte grüngekleidete
"zugereiste" aus Braunschweig und Lüneburg - hatte sich am Sonnabendnachmittag
bei Kaffee, Kuchen und herrlichem Wetter versammelt, um ihren Protest gegen einen Umbau
der 100 Jahre alten Eisenbahnbrücke über die Jeetzel nahe Seerau / Hitzacker zu
verdeutlichen. Eine Initiative pro Denkmalschutz wurde ins Leben gerufen. Die marode Brücke soll abgerissen und durch eine neue, für die CASTOR-Sixpacks geeignete ersetzt werden. Obwohl bereits vor den ersten CASTOR-Transporten von der BI Lüchow-Dannenberg gefordert wurde, die Brückenbücher der Deutschen Bahn offenzulegen, wurden trotz Kenntnis des baufälligen Zustands die Transporte durchgeführt. Seit einigen Monaten ist unübersehbar klar: die 100-Tonnen-Lasten auf den CASTOR-Tiefladern hält das Bauwerk nicht mehr aus. Selbst im Personenverkehr zwischen Dannenberg und Lüneburg darf die "Seerauer Brücke" nicht mehr schneller als mit 10 km/h überquert werden. Für die Atomindustrie kein großes Thema, an einem Brücken-Neubau soll das "Entsorgungs"-Konzept nicht scheitern. Ist doch auch den Neckarwestheimern eine Autobrücke über den Neckar mal eben von den AKW-Betreibern "geschenkt" worden, damit der CASTOR besser rollen kann. Abriß und Neubau der Brücke war bei der Bahn und deren Abteilung Nuklearservice auch kein großes Thema, und der Neubau wäre bereits in vollem Gange, wenn, ja wenn das Bauwerk nicht kurzerhand unter Denkmalschutz gestellt worden wäre. Man suchte also nach Alternativen für die nächsten Transporte nach Gorleben, kam auf die Idee, die CASTORen auf dem Bahnhof Arendsee in Sachsen-Anhalt statt wie bislang in Dannenberg umzuladen, und dann per Straßentransport ins Gorlebener Atommüllklo zu karren. Doch die Straßen-Strecke wäre nahezu doppelt so lang, wie die vom Dannenberger Atomkran aus, und führte dazu noch lange durch einsame und unübersichtliche Wälder. Für die "Transportbegleitung" wären nochmals deutlich mehr als die 10.000 Polizeibeamten erforderlich gewesen, die bereits bisher den CASTOR im Wendland schützen mußten. Das Bundesamt für Strahlenschutz lehnte kürzlich diese Strecke ab. Nun also muß der nächste Transport doch über diese Brücke gehen. Also, was schert denn plötzlich der "Denkmalschutz"? Zwar hat die "Untere Denkmalschutzbehörde" gute Gründe für die Ausweisung dieses im Wendland einzigartigen Baudenkmals vorzuweisen gehabt, aber wenn die "Obere Denkmalschutzbehörde" bei der Bezirksregierung in Lüneburg mit der Atomindustrie den rot-grünen "Konsens" durchsetzt, haben die Experten vor Ort nix mehr zu melden. Aber wir. Und gründen eine Initiative pro Denkmalschutz. Wir wollen die Brücke so erhalten, wie sie ist. Für den Personenverkehr auf der Schiene taugt sie noch allemal. Und CASTORen haben hier überhaupt nichts verloren. Auch sonst Nirgendwo. Die Brücke bleibt. Basta. Fotos von der Demo am Sonnabend, 12. August. Mini-Bild anklicken, und Ihr werdet mehr sehen! |
Tja. So ist's. WIR STELLEN UNS QUER!