| Die Zähigkeit mit der in Gorleben gekämpft wird hat unter anderem dazu
beigetragen das Atomkraftwerke bis heute heirzulande politisch diskreditiert sind. Die
Qualität in Gorleben liegt für mich darin das sich verschiedene Sichtweisen und
Widerstandsformen ergänzt und aufeinander bezogen haben. Regionaler und Überregionaler
Widerstand und militante und gewaltfreie Aktionen wirkten zusammen. Ähnlich wie damals in
Wackersdorf oder auf der Startbahn-West. Unter diesem Gesichtspunkt ist auch der
geplante Bombenabwurfplatz in Brandenburg mit dem Namen Bombodrom von
Bedeutung.
-Trotz 15 jährigen örtlichen Protestes und Klagen von betroffenen Gemeinden, --trotz
der juristischen Niederlagen der Bundeswehr vor Gericht, hält Kriegsverteidigungsminister
Jung an dem Platz fest. Und das nicht von ungefähr:
Deutschland will eine Zentrale Rolle in kriegerischen Verhältnissen spielen!
Ressourcensicherung nennt sich das.
Deutschland will seine Interessen in einer eigenständigen militärischen Formierung
Europas dominant Sichern!
Das heißt: Den Ausbau der Festung Europa gegen Flüchtlinge, die nicht nur wegen Krieg
und Hunger fliehen sondern auch wegen Umstände, die mit der Klimakatastrophe
zusammen hängen. Nicht umsonst ist Klimawandel auf der sicherheitspolitischen Agenda
gelandet.
Das heißt: Bundeswehr in den Arbeitsagenturen um arbeitslose Menschen abzuschöpfen. Erst
verarmt man Teile der Gesellschaft um sie dann zu Soldaten zu machen.
Das heißt: Tornados und Spähpanzer gegen den emanzipativen Widerstand und Protest wie
beim G8
und das heißt: den Ausbau eines Überwachungsstaates. Schäuble ein Sicherheitsrisiko,
der nur die Spitze des Eisberges darstellt. Jede Person soll künftig unter
Generalverdacht stehen können.
Militarisierung nach außen bedingt eine Militarisierung nach innen.
Der Krieg gegen den Terror ist längst ein permanenter Krieg. Und dieser Krieg franst
immer mehr aus und zieht immer mehr Länder und Menschen in Mitleidenschaft. hinein
Nicht zuletzt dank eines grünen Außenministers. Deutschland ist längst Teil dieser
Dynamik
Diese Dynamik ist kalkuliert und beabsichtigt!
Das Bombodrom - Europas größter Bombenabwurfplatz - ist nur eines der Mosaiksteinchen
dieser Militarisierung.
Für uns ist klar wer das morden übt der gehört mit den für uns zur
Verfügung stehenden Mittel gestoppt, die wir moralisch vertretbar und richtig finden. Die
Spannbreite unserer Aktionspalette ist weit größer als auf Landesminister, Gerichte und
Einsicht zu setzten. Denn juristisch alleine ist eine Inbetriebnahme des Bombodroms nicht
zu stoppen.
Zur Geschichte und dem aktuellen Stand des Bombodroms findet ihr Infos am Infotisch bei
der pinken Pyramide
Warum eine Pyramide? Weil das Zielgebiet mit einer Pyramide aus Holz versehen ist
welche die Bundeswehr mittlerweile vor uns immer wieder versteckt
aus Sorge
wir könnten sie pink malen
Warum Pink? Weil es eine antimännliche Farbe zu sein
scheint. Als vor ein paar Jahren ein ehemaliger Kommandoturm pink angemalt wurde brachten
die Bundeswehrsoldaten entsetzt zum Ausdruck, das diese Farbe für sie eine Ehrverletzung
war. Jede andere Farbe wäre okay gewesen. Die Farbe Rosa die traditionell
Mädchen, Frauen und Schwulen zugeordnet wird, hat eine solche schockierende Wirkung auf
Militärs , weil Militär mit einem bestimmten Männlichkeitsbild verbunden ist.
Die Bundeswehr versuchte die Farbe zu entfernen und als das nicht klappte riss den Turm
eines Tages ein.
Aber wir möchten weit mehr als Kriegsgerät nur pink zu malen:
Wir möchten die eigenen Entschlossenheit dokumentieren das wir das Üben von Mord
verhindern werden. Wir wollen die Kriegsvorhaben der Bundeswehr nachhaltig und
wirkungsvoll in der Öffentlichkeit diskreditieren. Die Bundeswehr fürchtet alleine schon
die Nennung des Namens Bombodrom in der Öffentlichkeit weil damit
Imageschaden des Militärs verbunden wird. So wie mit Gorleben immer Widerstand gegen Atom
verbunden wird.
Die Bundeswehr ist eine patriarchale, eine gewalttätige Institution - der wir keinen
Platz geben werden in einer Utopie, die wir als frei von Herrschaft und Unterdrückung
begreifen. Unsere Absicht ist es die Bundeswehr real zu schwächen indem wir den
Bombenabwurfplatz als ein Mosaiksteinchen der Militarisierung und Mobilmachung blockieren
und verhindern
Der Weg dahin ist nicht nur einfach:
Als wir im Rahmen der AntiG8-Proteste die Besiedelung des Bombodroms ankündigten,
stellten sich einige örtliche Führer der BI öffentlich und unsolidarisch dagegen und
vielen auch anderen BI-MitgliederInnen in den Rücken.
Über Ihre Gründe können wir nur spekulieren: Hatten sie Angst vor einer
Radikalisierung? Oder das sie die Kontrolle über den Widerstand verlieren? Das sie ihre
Führungsrolle verlieren?
Doch die Besetzung gab uns recht. Sie war ein riesiger Erfolg. Trotz Ankündigung
unsererseits, waren weder Polizei noch Militär in der Lage und Willens uns an der
Besetzung zu hindern. Mit 700 Menschen besetzten wir den Platz, strichen ein ehemaligen
Kommandoturm der Sowjets rosa und nächtigten mit 200 Menschen vor Ort.
FriedensaktivistInnen der alten Friedensbewegung trafen sich mit Jugendlichen aus der
Region, oder G8 GegnerInnen und AntimilitarististInnen, Mitglieder der örtlichen BI waren
ebenso vertreten wie Autonome und PazifistInnen, FrauenLesbenTransgenderStrukturen oder
Queers mischten sich mit AnwohnerInnen von vor Ort.
Das Bündnis in der Form neu entschied sich auf die Frage und Schublade
von Gewalt oder Militanz, gar nicht einzulassen. Als eine Aktion des zivilen Ungehorsams
dokumentierten wir: Wir gehen auf den Platz, wir besetzten wann und wo wir wollen
wie immer die Gerichte oder die Bundesregierung bzw. das KriegsVerteidigungsministerium
entscheiden wird.
Der Abwurfplatz ist ein Kristallationspunkt an dem wir den Kriegsbestrebungen
Deutschlands in die olivfarbene Brühe spucken können. So wie bei der Sicherheitstagung
in München oder den Aktionen gegen die Arbeitsagenturen, die Soldaten werben. Aber wir
brauchen auch Unterstützung, die uns mit Ihren Erfahrungen hilft, wie wir eine
Vermischung und Vermengung zwischen regionalen und überregionalen Protest und Widerstand
hinbekommen.
Vielleicht könnte eine sichtbare Beteiligung auf dem nächsten Ostermarsch informieren
wie die Erfahrungen im Wendland waren. Vielleicht habt Ihr Lust mit ein oder zwei Treckern
zu kommen?
Die Einpunktbewegungen gegen Atom oder gegen Krieg sind immer auch
Verkürzungen die uns inhaltlich und praktisch trennen, dort wo es gar nicht stimmt. Das
Loftverfahren, das heißt das Üben von Atombombenwürfen auf dem Bombodrom so das
Übungskonzept der Bundeswehr zeigt die deutliche Kette zwischen Strommafia und
Atompolitik, sowie militärischer Nutzung und Krieg
Darum :
Atomanlagen komplett dichtmachen
Gegen jeden Krieg |