Gorleben 01.09.20007
für das Bündnis AKW Brunsbüttel Stilllegen - jetzt!
| Ich bringe erfreuliche Nachrichten mit: Hamburg steigt um! Über 50.000 Stromkunden haben allein in den vergangenen Monaten nach den Störfällen in den Atomkraftwerken Brunsbüttel und Krümmel dem Betreiber Vattenfall die Rote Karte gezeigt und ihre Stromverträge gekündigt. Seit dem 28.06. reisst die Störfall-Serie in den Atomkraftwerken Krümmel und Brunsbüttel nicht mehr ab: Um 13.00 Uhr wird der Schrottmeiler in Brunsbüttel durch eine Reaktor-Schnellabschaltung gestoppt. Keine zwei Stunden später brennt in Krümmel ein 500-Tonnen Trafo ab. Am gegenüberliegenden Elbufer, der Elbmarsch, wo die Menschen wegen der vielen immernoch ungeklärten Leukämiefälle sowieso in Angst vor der Strahlung leben, erleben die Menschen Stunden der grausamen Ungewissheit. Erst eine Explosion, die kilometerweit Fensterscheiben erzittern lässt, dann stundenlanger, dichter Qualm aus dem Atomkraftwerk. Und keine Informationen - es beginnt ein Medienspektakel, in dem sich der Betreiber Vattenfall vor allem in einem hervortut: Verharmlosung, Lüge, Vertuschung. Aus den dann folgenden Wochen ein kurzer Abriss: unplanmäßiges Öffnen von Ventilen im Sicherheitsbereich und Ausfall einer Reaktorspeisewasserpumpe im AKW Krümmel, Kommunikationsprobleme, Missverständnisse und menschliches Versagen im Leitstand, Datenverlust bei sicherheitsrelevanten Komponenten, Lecks an Ventilen im Turbinenbereich, fehlerhafte Dübelverbindungen, defekte Brennelemente. Erst vergangenen Montag erneut: Rissbefund an einer Steuerleitung eines Sicherheits- und Entlastungsventils, das für das Auslösen der Schnellabschaltung bei einem Störfall zuständig ist. Und auch im AKW Brunsbüttel: Schwelbrand, Steuerstabprobleme, Fehlbedienungen des Personals, leckende Brennelemente, Ansammlung von Wasserstoff in Messleitungen, falsche Dübel, Bohrlöcher und Verankerungen im Sicherheitssystem und Risse in sicherheitsrelevanten Ventilen. Und eine Liste, die über 600 Mängel aufdeckt. Zwei Tage nach der Schnellabschaltung wird Brunsbüttel wieder angefahren, seit dem 21.07.steht der Reaktor wegen erneuter Mängel wieder still. Auch das AKW Krümmel steht seit dem 28.06. still. Vattenfall hat Kommunikationsdefizite eingeräumt und hat Verbesserungen versprochen, einige Köpfe sind gerollt, nur am neuen Bürgertelefon Kernkraftwerke wird weiter gelogen. Und ausgerechnet Vattenfall will die Laufzeit seines Schrottmeilers in Brunsbüttel verlängern: Letzte Woche haben die Betreiber noch einmal unterstrichen, an ihren maroden Gelddruckmaschinen festhalten zu wollen. Wir fordern: Schluss mit der Debatte um Laufzeitverlängerung für Uralt-Meiler! In Hamburg hat sich in den letzten zwei Monaten eine Menge bewegt: Wir hatten Kundgebungen vor den AKWs, Aktionen in der Hamburger Innenstadt und den Fassaden der Kundenzentren in der Mönckebergstraße und Osterstraße. Einige von euch haben mit uns zusammen den neuen Trafo für das AKW Krümmel blockiert. Und immer war auch die Öffentlichkeit auf unserer Seite: Bei den Vattenfall-Cyclassics wurden Polizisten sogar von einigen hundert Passanten ausgepfiffen, als sie unser Banner Tschüss Vattenfall abräumten. Es ist ein durchaus günstiger Zeitpunkt, auch seinen eigenen Nachbarn noch einmal zu fragen: Hast Du eigentlich schon Ökostrom? Ich zitiere zum Abschluss den bekannten Hip-Hopper Jan Delay von seinem Konzert am 25.08. in Hamburg: "Wir brauchen die Scheiße nicht, wir können das heute beenden! Wechselt den Stromanbieter - ich hab's auch getan!" In diesem Sinne: Tschüss Vattenfall - Ciao E.on - Adee EnBW - Good Bye RWE ! |
Bearbeitet am: 01.09.2007/ad