Auszug aus der Pressemappe anlässlich der Aktion

"Stille Tage in Gorleben"

von HA Schult

 

Inhalt:

Pressemappe

Seite 1
Seite 6
Seite 7
Seite 8
Seite 9
Seite 11
Seite 12
Seite 13

 

Bildkarte

haschult1kl.jpg (5842 Byte)
(Wenn Sie auf das Bild klicken wird Ihnen dies im Original (36 KB) angezeigt)

Abb. "TrashMan" 1,80x0,65x0,30 m. HA Schult,1996
www.haschult.de

 

Postkarte

haschult2kl.jpg (6010 Byte)
(Wenn Sie auf das Bild klicken wird Ihnen dies im Original (36 KB) angezeigt)


"STILLE TAGE IN GORLEBEN" Ein Aktionszyklus in drei Bildern von HA Schult 25. 09. bis 03.10.2004.

 

DIN A 4 Faltblatt

haschult3klfront.jpg (8978 Byte)

haschult3klback.jpg (6155 Byte)
(Wenn hier klicken wird Ihnen dies im Original (70 KB) angezeigt)

 

DIE KUNST IST STÄRKER ALS DAS LEBEN.

HA Schult

Deckblatt


HA Schult

STILLE TAGE IN GORLEBEN

Ein Aktionszyklus in drei Bildern.
Wendland, 25. September bis 3. Oktober 2004.

DIE STRASSE.
29494 Gedelitz, ganztags

DIE TREPPE. 29475 Gorleben, Rottlebener Weg MoSa 9-14 Uhr

DIE TIEFE. 29475 Erkundungsbergwerk Salzstock Gorleben Mo-Sa 9-14Uhr

 

PRODUKTION.

HA Schult und Elke Koska in Zusammenarbeit mit
Susanne Kamien, Birgit Fröhlich,
Jörn Klamroth, Sigrid Nasarski-Klamroth.
Andreas Graf von Bernstorff, Anna Gräfin von Bernstorff.


Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg,
Bäuerliche Notgemeinschaft Wendland.
Landkreis Lüchow-Dannenberg, Landrat Dieter Aschbrenner.
Samtgemeinde Lüchow, Samtgemeinde-Bürgermeister Jürgen Schulz.
Gemeinde Trebel, Bürgermeister Wolfgang Wiegreffe.
Dorfgemeinschaft Gedelitz.


BfS, Bundesamt für Strahlenschutz,
Präsident Dipl.-Ing. Wolfram König,
Dr. Peter Brennecke, Volker Schäfer.
DBE, Erkundungsbergwerk Salzstock Gorleben,
Dipl.-Ing. Frank-Holger Koch.


Zimmerei Drobek-Schulz GmbH,
Klaus-J. Drobek, Holger Schulz.
Architekt Dipi.-Ing. Gerald Steinmetz.
Statik- Brendebach Ingenieure,
Dipl.-Ing. Georg Brendebach.

Seite 1


TRASH PEOPLE

Gleich Asylanten der Konsum-Epoche reisen tausend Skulpturen in Containern um die Erde. Begleitet von den Medien und einer Fan-Gemeinde aus Wirtschaft, Politik und Kultur werden sie am Ende des zehnjährigen Trips die bekanntesten Deutschen sein.

Bisher standen die Trash People unter La Grande Arche in La Défense, auf dem Roten Platz in Moskau, auf der Chinesischen Mauer bei Jin Shan Ling, vor den Pyramiden von Gizeh in Ägypten, vor Kilkenny-Castle in Irland und auf 2.800 m Höhe, unterhalb des Matterhorns um den Stellisee.
Jetzt kommt die polternde Jetztzeit-Armee zum Halt in 880 Meter Tiefe.

Seite 6


Das BfS.

Mit der Aktion Stille Tage in Gorleben des Künstlers HA Schult kommen jene tausend Trash People, die an sechs bedeutenden Orten dieser Welt aufgebaut waren, nach Gorleben, wo sie oberirdisch eine autobefreite Allee und unter Tage eine exponierte Stelle im Erkundungsbergwerk des Gorlebener Salzstocks bevölkern.

Diese Aktion ermöglicht einen anderen Blick auf eine regionale Situation, die alljährlich aus Anlass des Transports von CastorBehältern in die ebenfalls in Gorleben befindliche Zwischenlagerhalle das öffentliche Interesse weckt. Die künstlerisch zugespitzte Inszenierung verbindet Gorleben imaginär mit den bisherigen Aufstellorten der Trash People in anderen Erdteilen und richtet die Aufmerksamkeit auf unsere Verantwortung für den Zustand der Welt und die Lebenswelt zukünftiger Generationen. Unser heutiges Handeln, hier im Bereich der Produktion, der Zwischenlagerung und der Endlagerung radioaktiver Abfälle, wird durch die Kunst widergespiegelt und provoziert Diskussionen weit über das Wendland hinaus.
Durch das Einmischen der Kunst wird Distanz überwunden. Sie kann Kommunikation zwischen gesellschaftlichen Gruppen initiieren, wo bisher Konfrontation herrschte. Und sie thematisiert in fundamentaler Art den Umgang der Industriegesellschaft mit ihren selbst geschaffenen Lebensrisiken und die ethischen Anforderungen an unsere Problemlösungsstrategien. Dies gilt ganz praktisch auch für die anstehende Entscheidung, unter welchen Bedingungen die Endlagerung radioaktiver Abfälle auf fachliche und gesellschaftliche Akzeptanz stoßen kann.

Die Kunstaktion Stille Tage in Gorleben findet die Unterstützung des Bundesamtes für Strahlenschutz.

 

Seite 7


Die Bernstorffs.

Andreas Gottlieb von Bernstorff kaufte 1694 die Grundherrschaft Gartow. 1710 wurde das heutige Barockschloss gebaut. Ein 1720 von Andreas Gottlieb von Bernstorff verfasstes Familienstatut sollte den Besitz der Familie über Jahrhunderte erhalten. Über ein Familienstatut versuchte er den Besitzern ans Herz zu legen, nicht auf den eigenen, augenblicklichen Vorteil zu sehen sondern an die Zukunft und das Beste für die Nachkommen zu denken.

Heute wird der mehrere tausend Hektar umfassende Forstbetrieb nach den Grundsätzen naturnaher Forstwirtschaft bewirtschaftet. Der Forstbetrieb hat das Zertifikat FSC, Forest Stewardship Council, weiches inzwischen weit verbreitet ist, erhalten. Neben der Forstwirtschaft wird Ackerbau und Grünlandnutzung betrieben. Ein großer Teil des Betriebes liegt in dem vor kurzer Zeit entstandenen Biosphärenreservat Nds. Elbtalaue. Dazu gehören im Bernstorffschen Betrieb die auewaldartigen Eichen- und Eschenwälder nahe der Elbe sowie Grünland, dass sehr extensiv bewirtschaftet wird.

Es ist vorgesehen, einen größeren Teil des landwirtschaftlichen Betriebes für bioenergetische Zwecke umzustrukturieren. Hierin wird ein Beitrag zur energetischen Selbstversorgung des Landkreises Lüchow-Dannenberg gesehen.

Der Bernstorffsche Besitz ist im Nordwesten von den Planungen für ein atomares Endlager betroffen. An deren Betreiber wurden bisher weder Grundstücke noch Salzabbaugerechtigkeiten abgegeben.
Kultur als Lebensmittel.

Im Schloss werden seit Jahrzehnten alljährlich Schlosskonzerte, Jugendforum für Kammermusik, veranstaltet. Die Musiker sind bereits eine Woche vor den Konzerten im Schloss als Gäste willkommen.
Auf dem Gutshof finden in dem alten Zehntspeicher seit über zehn Jahren Kunstausstellungen des Westwendischen Kunstvereins statt. Die an den Gutshof angrenzenden Niederungsflächen der Seege dienen nicht nur der extensiven Viehhaltung sondern sind auch Kulisse für zeitgenössische Landschaftskunst.
Ziel der heutigen Besitzer Anna Gräfin von Bernstorff und Andreas Graf von Bernstorff ist, mit ihren fünf Kindern, die einmalig schöne Landschaft als Erholungsgebiet und als wirtschaftliche und kulturelle Grundlage des Familienbesitzes zu erhalten.

 

Seite 8


Die DBE.

Die Deutsche Gesellschaft zum Bau und Betrieb von Endlagern für Abfallstoffe mbH, DBE hat seit ihrer Gründung im Jahr 1979 ihren Sitz in Peine. Im Auftrag des Bundes nimmt sie an vier Standorten Aufgaben zur Planung, Errichtung und Betrieb von Anlagen zur Sicherstellung und Endlagerung radioaktiver Abfälle wahr. Neben dem Standort Peine sind dies die Offenhaltung und die Betriebsführung des Erkundungsbergwerks Gorleben, der Schachtaniage Konrad in Salzgitter sowie die Betriebsführung und die Vorbereitung der Stillegung des Endlagers für radioaktive Abfälle in Morsleben.

Standort Gorleben.

Zur Untersuchung des Salzstockes in Gorleben hinsichtlich seiner Eignung als Endlagerstandort für alle Arten radioaktiver Abfälle hat die DBE seit 1979 ein umfangreiches geowissenschaftliches Programm abgewickelt.. Aufgrund der Konsensvereinbarung vom Juni 2000 wurde für Gorleben ein Moratorium für einen Zeitraum von drei bis zehn Jahren vereinbart.

Das Erkundungsbergwerk.

Auf dem 28 ha großen Betriebsgelände sind neben den beiden Schachtförderanlagen, mit den zugehörigen Tagesanlagen wie Schachthalle, Verladeanlage, Seilfahrtbrücke, ein Büro- und Kauengebäude sowie weitere Funktionsgebäude errichtet. Etwa 1 km außerhalb des Bergwerksgeländes befindet sich die Salzhalde für das geförderte Haufwerk. Hier wurden bisher 600.000 t Salz abgelagert.
Die beiden Schächte Gorleben 1 und 2 mit einer Teufe von 933 m und 840 m befinden sich im Zentrum des 14 km langen und 4 km breiten Salzstockes Gorleben. Die Oberfläche des Salzstockes liegt bei 250 m unter dem Gelände, die Salzbasis reicht bis 3.400 m. Im Erkundungsbergwerk sind neben der eigentlichen Erkundungssohle in einer Teufe von 840 m unter der Geländeoberfläche noch weitere technische Sohlen in 820 m Teufe, Abwettersohle, 880 m Teufe, Fördersohle, hier sind die zweihundert Trash People aufgestellt, und 930 m Teufe, Schachtunterfahrung angelegt. Insgesamt sind bisher etwa 7 km Strecken, ca. 234.000 m Hohlraum, aufgefahren sowie geologische und geotechnische Bohrungen mit einer Gesamtlänge von ca. 16.000 m hergestellt.

Laufende betriebliche Aktivitäten.

Mit der Einstellung der Erkundungsarbeiten, Moratorium, am 1. Oktober 2000 beschränken sich die Tätigkeiten in Gorleben im auf Unterhaltungs- und Instandhaltungs-, sowie Dokumentationsarbeiten, die notwendig sind, um das Erkundungsbergwerk in einen Offenhaltungsbetrieb zu überführen und die bisherigen Investitionen und Erkundungsergebnisse nicht zu entwerten.

Eine virtuelle Tour durch das Erkundungsbergwerk Gorleben finden Sie unter: www.dbe.de/Gorleben-1.0.htm

 

Seite 9


WENN WIR NICHT WÄREN, WÄRE ALLES SCHON DA UNTEN.
Susanne Kamin

DANN WÄRE VIELES ANDERS.
Marianne Fritzen

 

 

 

DREI SÄTZE ZU GORLEBEN.

Die Trash People in der Tiefe des Salzstocks von Gorleben legen den Finger auf eine Wunde im Bewusstsein der Deutschen Öffentlichkeit.

Diese Wunde entstand, indem Energiewirtschaft und Politik versäumt haben, ihr Thema zu vermenschlichen.

Die Trasch People werden nach ihrem Auftritt in 880 m Tiefe weiterziehen nach London und New York, zum Ayers Rock und in die Antarktis und damit das Thema Energie und Entsorgung der Menschheit ganz sinnlich näher bringen.

HA Schult

Seite 11


Bürger
Initiative

Presseerklärung der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V.

Gorleben im „Ausnahmezustand“

Wir freuen uns, dass der Aktionskünstler HA Schult es wieder einmal geschafft hat, durch seine spezielle Art die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit zu einem brisanten Thema zu wecken. Diesmal sogar vor unserer eigenen Haustür, endlich mal ein willkommener Ausnahmezustand.

Seit über 60 Jahren, der schrecklichen Erfindung der Atombombe, existiert Atommüll. Seit drei Generationen weiß weltweit niemand, wie der brisante Strahlendreck sicher beseitigt werden könnte. Trotzdem wird durch den Betrieb der Atomanlagen jeden Tag der strahlende Atommüllberg weiter aufgetürmt. Seit 27 Jahren demonstrieren die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg, die Bäuerliche Notgemeinschaft und andere Gruppen dagegen. Der von der Bundesregierung eingesetzte Arbeitskreis Endlagersuche stellt fest, dass die tödlichen nuklearen Hinterlassenschaften mindestens eine Millionen Jahre, über Eiszeiten und geologische Umbrüche hinweg, sicher vor der Biosphäre abgeschlossen sein müssen. Solange stellen nicht nur die unvorstellbaren Halbwertzeiten der radioaktiven Strahlung, sondern auch die permanente Wärmeentwicklung eine Gefahr für die folgenden Generationen dar. Bislang gibt es kein Einlagerungsmedium, das nicht über längere Zeiträume durch die dauerhafte Wärmeentwicklung beschädigt würde.

Die bisherigen Endlagerstandorte Deutschlands befinden sich in katastrophalem Zustand. Trotz jahrzehntelanger wissenschaftlicher Erkenntnisse, dass der Gorlebener Salzstock das strahlende Erbe nicht vor dem Eintritt in die Biosphäre sichern kann, werden weiterhin Castortransporte in das oberirdische Gorlebener Zwischenlager verbracht. Damit wird der Salzstock Gorleben trotz besseren Wissens und einer angekündigten, aber nicht umgesetzten alternativen Standortsuche als Endlagerstandort immer wahrscheinlicher.

Seite 12


 

ENERGIE
WIRTSCHAFT

Während der Vorbereitung zu Stille Tage in Gorleben suchte ich das Gespräch mit allen am Endlager beteiligten Interessengruppen. So auch mit RWEEnergie und eonKernkraft.
Die Antwort bestand aus

 

 

 

Schweigen.

 

 

 

eonKernkraft
Dr. Petra Uhlmann
Fon 0511- 439 4122
petra.uhImann@eon-energie.com
RWEEnergie
Dr. Martina Rudy
Fon 0231- 438 3676
martina.rudy@rwe.com
 

HA Schult, Gorleben 15.09.2004

 

Seite 12

Bearbeitet am:01.20.2004 /ad


zurück zur Homepage